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Jahresbericht – FP Multi Strategy EUR B;FP Multi Strategy EUR A

{„title“:“FP Multi Strategy: Hohe Mittelzuflüsse, aber ordentliche Erträge reichen nicht für die Kostenlast“,“content“:“

Der Jahresbericht für den FP Multi Strategy EUR B und FP Multi Strategy EUR A stammt von der Kapitalverwaltungsgesellschaft First Private Investment Management KAG mbH mit Sitz in Frankfurt am Main, die den Fonds auch verwaltet. Im Berichtszeitraum vom 19. März 2026 bis 30. Juni 2026 wurde der Fonds neu aufgelegt und stark von Mittelzuflüssen getragen; zugleich zeigt der Bericht, dass die Kosten – vor allem bei der Anteilklasse EUR B mit erfolgsabhängiger Vergütung – die ordentlichen Erträge deutlich übersteigen. Aus Anlegersicht ist das wichtig, weil die Wertentwicklung in einem kurzen Startzeitraum zwar ordentlich war, das Ertragsprofil des Fonds aber klar von Marktbewegungen und nicht von laufenden Erträgen dominiert wurde.

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Vermögen und Wertentwicklung

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Zum Ende des Rumpfgeschäftsjahres belief sich das Fondsvermögen auf 86,03 Mio. Euro. Der Fonds startete am 19. März 2026 praktisch bei null und wuchs vor allem durch Nettomittelzuflüsse von 82,96 Mio. Euro; davon entfielen 85,26 Mio. Euro auf Verkäufe von Anteilen und 2,30 Mio. Euro auf Rücknahmen. Der Anteilwert lag zum 30. Juni 2026 bei 111,03 Euro für die Anteilklasse EUR A und bei 109,77 Euro für EUR B.

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Die Wertentwicklung fiel im kurzen Berichtszeitraum insgesamt positiv aus: EUR A legte um 11,03 % zu, EUR B um 9,77 %. Damit blieb der Fonds hinter der Benchmark MSCI World NR (EUR) zurück, die im gleichen Zeitraum 13,37 % erzielte. Der Bericht nennt für den Fonds einen maximalen Drawdown von -2,48 %; die Volatilität lag bei 10,86 % für EUR A und 10,92 % für EUR B. Das bedeutet für Anleger: Der Fonds hat Kurschancen genutzt, aber den breiten Weltaktienindex in diesem Startabschnitt nicht geschlagen.

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Beim Ertrag zeigt sich ein gemischtes Bild. Das Fonds-gesamte realisierte Ergebnis aus Veräußerungsgeschäften betrug 197.947,56 Euro und stammte im Wesentlichen aus Swaps und Aktiengeschäften. Hinzu kam ein nicht realisiertes Ergebnis von 2,86 Mio. Euro aus Kurs- und Bewertungsgewinnen. Das ordentliche Nettoergebnis war hingegen mit -443.560,95 Euro negativ. Für Anleger heißt das: Die Performance kam vor allem aus Kursanstiegen und Handelsgewinnen, nicht aus laufenden Erträgen.

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Kosten

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Die Kostenstruktur ist ein wesentlicher Punkt des Berichts. Für den Gesamtfonds wurden Verwaltungsvergütungen von 403.124,02 Euro ausgewiesen; darin enthalten waren 177.206,36 Euro als KVG-eigene Verwaltungsvergütung und 225.917,66 Euro als performanceabhängige Verwaltungsvergütung. Dazu kamen Verwahrstellenvergütung, Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie sonstige Aufwendungen. Die Summe der Aufwendungen betrug 922.127,66 Euro.

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Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den Anteilklassen: Bei EUR A lagen die Aufwendungen bei 232.000,31 Euro und das ordentliche Nettoergebnis noch bei +14.214,17 Euro. Bei EUR B betrugen die Aufwendungen 690.127,36 Euro, während das ordentliche Nettoergebnis mit -457.775,12 Euro klar negativ war. Die Gesamtkostenquote lag bei 1,58 % für EUR A und bei 1,07 % für EUR B ohne performanceabhängige Vergütung; zusätzlich wurde für EUR B eine erfolgsabhängige Vergütung von 1,03 % des durchschnittlichen Nettoinventarwerts angegeben. Aus Anlegersicht ist das auffällig, weil die Performance Fee bei EUR B die Ertragsseite deutlich belastet.

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Die Transaktionskosten lagen bei 78.885,30 Euro. Im Verhältnis zum kurzen Berichtszeitraum und zu den ordentlichen Erträgen sind die Gesamtkosten damit nicht unerheblich. Positiv ist, dass die laufenden Erträge zumindest einen Teil der Aufwendungen deckten; vollständig gelang das aber nur bei EUR A, nicht bei EUR B.

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Portfolio und größte Positionen

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Zum Stichtag waren 94,31 % des Fondsvermögens in Wertpapieren und Derivaten investiert, 5,44 % lagen als Bankguthaben vor. Das Portfolio war breit über Aktien, Anleihen, Investmentanteile und Total Return Swaps gestreut. Aktien stellten mit 52,05 % den größten Block, gefolgt von Anleihen mit 21,55 % und Investmentanteilen mit 20,72 %. Derivate machten 0,50 % des Fondsvermögens aus.

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Regional lag der Schwerpunkt auf den USA mit 23,76 % des Fondsvermögens. Hinzu kamen Positionen in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Frankreich, Dänemark, Norwegen, Italien, Österreich, Irland, der Schweiz und Kanada. Auffällig ist damit eine deutliche internationale Streuung, zugleich aber auch ein klarer Schwerpunkt auf dem US-Markt und auf einzelnen europäischen Ländern.

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Zu den größten Einzelpositionen gehörten unter den Aktien unter anderem Alphabet, NVIDIA, Lam Research, Micron Technology, Eli Lilly, Cencora, BrightSpring Health Services, PriceSmart und Seneca Foods sowie europäische Titel wie Caixabank, Acciona, HOCHTIEF, SCOR, Valéo und voestalpine. Bei den Anleihen dominierte kurze deutsche und französische Staatsanleihen mit Laufzeiten unter drei Jahren. Unter den Investmentanteilen fielen unter anderem HSBC Frontier Markets, VanEck Masters DM Dividend, BIT Global Technology Leaders, TBF Smart Power, L&G Global Robotics & Automation sowie Candriam Biotechnology auf.

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Die starke Gewichtung in Einzelaktien, thematischen Fonds und Swaps bedeutet für Anleger einerseits Diversifikation über unterschiedliche Strategien, andererseits aber auch eine gewisse Abhängigkeit von Marktsegmenten wie Technologie, Industrie, Gesundheitswerten und Erneuerbaren. Die nicht abgesicherte Fremdwährungsquote lag bei 45,48 %; das Währungsrisiko bleibt damit relevant. Die Duration der Zinspositionen war unter einem Jahr, sodass das Zinsänderungsrisiko als gering eingestuft wurde.

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Risiken und Auffälligkeiten

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Der Bericht stuft Marktpreis-, Währungs-, Liquiditäts- und operationelle Risiken jeweils als mittel beziehungsweise gering ein. Beim Marktpreisrisiko lag der durchschnittliche 10-Tages-VaR bei 5,21 %, beim Währungsrisiko fiel die nicht abgesicherte Fremdwährungsquote mit 45,48 % ins Gewicht. Aus Anlegersicht ist außerdem relevant, dass der Fonds in einem geopolitisch belasteten Umfeld gestartet ist und dennoch eine positive Entwicklung zeigte. Das spricht für eine flexible Steuerung, macht die Erträge aber nicht planbarer.

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Auffällig ist zudem die hohe Zahl von Total Return Swaps: Das durch Derivate erzielte zugrundeliegende Exposure betrug 101,63 Mio. Euro, also deutlich mehr als das Fondsvermögen. Der Bericht nennt Goldman Sachs Bank Europe SE in Frankfurt als Gegenpartei. Solche Strukturen können Zusatzerträge ermöglichen, erhöhen aber die Komplexität des Fonds. Für Anleger ist wichtig, dass die Ertragsquelle damit nicht nur aus klassischen Wertpapieren stammt, sondern auch aus synthetischen Instrumenten.

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Wesentliche Änderungen der Anlagepolitik gab es im Berichtszeitraum nicht. Neu war aber die Anpassung der Anlagebedingungen im Zusammenhang mit Liquiditätsmanagement-Instrumenten: Neben Gating wurde eine Verlängerung der Rückgabefrist eingeführt. Das ist ein Hinweis darauf, dass Liquiditätssteuerung bei einem neu aufgelegten Fonds mit aktivem Multi-Strategy-Ansatz eine zentrale Rolle spielt.

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Fazit für Anleger

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Der Fonds ist mit einem ordentlichen Start in den Markt gegangen und hat auf kurze Sicht zweistellige Wertzuwächse erzielt, blieb aber hinter dem Vergleichsindex zurück. Gleichzeitig zeigen die Zahlen, dass die Strategie im Rumpfgeschäftsjahr vor allem von Markt- und Bewertungsgewinnen getragen wurde, während der laufende Ertrag vor Kosten schwach war. Der Bericht weist die Erträge für beide Anteilklassen als thesauriert aus; Ausschüttungen gab es nicht. Der Abschlussprüfer erteilte ein uneingeschränktes Prüfungsurteil und stellte fest, dass der Bericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB entspricht.

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