Die Kapitalverwaltungsgesellschaft Universal-Investment-Gesellschaft mit beschränkter Haftung mit Sitz in Frankfurt am Main legt den Jahresbericht für den Fonds Vermögensmandat Strategie Wachstum vor. Für Anleger ist vor allem auffällig: Der Fonds hat im Geschäftsjahr deutlich zugelegt, zugleich aber unter spürbaren Mittelabflüssen gelitten. Der Anteilwert stieg von 121,06 Euro auf 140,06 Euro, das Fondsvermögen erhöhte sich von 19,33 Millionen Euro auf 20,23 Millionen Euro.
Der Bericht nennt keinen externen Fondsmanager oder Anlageberater; das Portfolio wird innerhalb der von Universal Investment verantworteten Struktur umgesetzt. Aus Anlegersicht ist das Ergebnis vor allem von der guten Entwicklung an den Aktienmärkten getragen worden, während die laufenden Erträge nicht ausreichten, um die Kosten zu decken. Der Fonds erzielte zwar insgesamt ein Ergebnis von 2,76 Millionen Euro, zugleich blieb das ordentliche Nettoergebnis mit minus 323.746,64 Euro negativ.
Vermögen und Wertentwicklung
Zum 30. Juni 2026 belief sich das Fondsvermögen auf 20.226.028,48 Euro. Der Löwenanteil steckte mit 20.062.141,63 Euro beziehungsweise 99,19 Prozent in Investmentanteilen; Bankguthaben machten 389.286,11 Euro aus. Damit ist der Fonds nahezu vollständig über Zielfonds und ETFs investiert und hält nur sehr wenig Liquidität.
Im Geschäftsjahr vom 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 erzielte der Fonds eine Wertentwicklung von 15,69 Prozent. Treiber waren nach Darstellung des Berichts vor allem realisierte Gewinne aus ausländischen Investmentanteilen. Zusätzlich kamen nicht realisierte Bewertungsgewinne hinzu: Die Nettoveränderung der nicht realisierten Gewinne und Verluste ergab per saldo 464.231,70 Euro. Für Anleger bedeutet das: Der Zuwachs beruhte nicht auf laufenden Erträgen, sondern in erster Linie auf Kursgewinnen und Umschichtungen im Portfolio.
Die Entwicklung des Sondervermögens zeigt zugleich, dass der Fonds Mittelabflüsse verkraften musste. Netto flossen 2.000.416,94 Euro ab. Den Abflüssen aus Rücknahmen in Höhe von 2.034.853,96 Euro standen nur 34.437,02 Euro an Zuflüssen aus Verkäufen neuer Anteile gegenüber. Dass das Fondsvermögen dennoch stieg, lag am positiven Anlageergebnis. Aus Anlegersicht ist das ein Hinweis darauf, dass die Marktentwicklung stark genug war, um Abflüsse zu überkompensieren.
Kosten
Die Gesamtkostenquote lag bei 1,66 Prozent des durchschnittlichen Nettoinventarwerts. Zusätzlich weist der Bericht eine erfolgsabhängige Vergütung von 1,44 Prozent des durchschnittlichen Nettoinventarwerts aus. Die Verwaltungsvergütung belastete das Geschäftsjahr mit 532.579,44 Euro, hinzu kamen 11.795,97 Euro Verwahrstellenvergütung sowie 5.738,98 Euro Prüfungs- und Veröffentlichungskosten. Die Transaktionskosten beliefen sich auf 17.622,62 Euro.
Für Anleger ist vor allem die Relation wichtig: Die Summe der Aufwendungen betrug 521.550,38 Euro, während die Erträge nur 197.803,75 Euro erreichten. Damit reichten die laufenden Einnahmen nicht aus, um die Kosten zu decken; der Fonds war bei den laufenden Erträgen deutlich im Minus. Erst die Gewinne aus Veräußerungsgeschäften machten das Geschäftsjahr insgesamt deutlich positiv. Die Verwaltungsvergütung von 63.143,00 Euro, die im Vermögensausweis als Verbindlichkeit steht, und die hohe erfolgsabhängige Vergütung zeigen zudem, dass ein spürbarer Teil der Wertschöpfung an die Fondsebene gebunden ist.
Portfolio und größte Positionen
Das Portfolio war breit gestreut, blieb aber klar aktienlastig und stark über Fonds und ETFs umgesetzt. Im Aktienbereich wurden laut Bericht das Wachstumsexposure reduziert und auf Value umgeschichtet. Als zentrale Bausteine dienten unter anderem der iShares STOXX Europe 600 ETF mit 2,51 Millionen Euro bzw. 12,42 Prozent des Fondsvermögens, der Amundi MSCI Europe Value Factor ETF mit 2,03 Millionen Euro bzw. 10,04 Prozent und der Amundi MSCI World ESG Select ETF mit 1,33 Millionen Euro bzw. 6,55 Prozent.
Weitere bedeutende Positionen waren der Amundi MSCI AC World UCITS ETF mit 1,35 Millionen Euro, der iShares Core Euro Government Bond ETF mit 1,17 Millionen Euro, der iShares Emerging Markets Equity Index Fund mit 1,12 Millionen Euro und der BNP Easy Nasdaq 100 ETF mit 1,05 Millionen Euro. Auf der Rentenseite kamen unter anderem der iShares Euro Aggregate Bond ESG SRI ETF mit 1,29 Millionen Euro, der iShares Global Government Bond ETF mit 1,03 Millionen Euro sowie mehrere Kepler-Rentenfonds und der R-co Conviction Credit Euro zum Einsatz.
Regionale Schwerpunkte lagen damit sichtbar in Europa und den USA, ergänzt um Emerging Markets und Anleihen. Liquidität spielte nur eine Nebenrolle: Das Bankguthaben machte weniger als 2 Prozent des Fondsvermögens aus. Aus Anlegersicht kann die Struktur Chancen auf gute Marktteilhabe bieten, sie macht den Fonds aber auch abhängig von der Entwicklung an Aktien- und Rentenmärkten.
Risiken und Auffälligkeiten
Der Bericht nennt als wesentliche Risiken allgemeine Marktpreisrisiken, Risiken aus Zielfonds und Währungsrisiken. Das ist für einen Fonds mit hoher Zielfondsquote naheliegend: Die Wertentwicklung hängt nicht nur von den eigenen Allokationsentscheidungen ab, sondern auch von den Schwankungen der gehaltenen Fonds. Hinzu kommt, dass Fremdwährungspositionen den Anteilwert belasten können, wenn die jeweilige Währung gegenüber dem Euro nachgibt.
Aus Anlegersicht auffällig ist außerdem die negative laufende Ertragsbasis. Das ordentliche Nettoergebnis lag bei minus 2,24 Euro je Anteil, während der gesamte Geschäftserfolg 19,11 Euro je Anteil betrug. Der Fonds lebt damit klar von Kurs- und Veräußerungsgewinnen, nicht von laufenden Erträgen. Ebenfalls bemerkenswert ist die hohe erfolgsabhängige Vergütung, die den Kostenblock zusätzlich erhöht. Positiv ist, dass weder Rücknahmebeschränkungen noch verlängerte Rücknahmefristen angewendet werden mussten.
Fazit für Anleger
Der Fonds hat das Geschäftsjahr mit einer starken Wertentwicklung abgeschlossen und den Anteilwert deutlich gesteigert. Gleichzeitig zeigt der Bericht aber auch: Die Rendite kam vor allem aus Markterfolgen und Umschichtungen, nicht aus laufenden Erträgen, und sie wurde von spürbaren Kosten sowie Nettoabflüssen begleitet. Für Anleger ist das ein Fonds mit klar wachstumsorientiertem Profil, aber auch mit der typischen Abhängigkeit von den Börsen und der Kostenstruktur eines aktiv gesteuerten Dachfonds.
Das Ergebnis wurde wiederangelegt; eine Ausschüttung fand nicht statt. Der unabhängige Abschlussprüfer bestätigt im Prüfungsurteil, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den gesetzlichen Vorschriften entspricht und ein umfassendes Bild der tatsächlichen Verhältnisse und Entwicklungen des Sondervermögens vermittelt.