Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A. mit Sitz in Munsbach hat den geprüften Jahresbericht zum 30. Juni 2026 für den Fonds HAL Classic Quality Balanced XT veröffentlicht und verwaltet das Sondervermögen als Kapitalverwaltungsgesellschaft. Im Berichtszeitraum war zudem ABN AMRO Bank N.V. Frankfurt Branch als Anlageberater und Vertriebsstelle genannt; bis zum 14. Juni 2026 fungierte Lampe Asset Management GmbH in Düsseldorf als Fondsmanager und Vertriebsstelle. Für Anleger ist der Bericht vor allem deshalb bemerkenswert, weil der Fonds trotz einer klaren Mischfonds-Struktur mit Aktienfokus ein sehr gutes Jahr hinter sich hat, die Erträge aber nur einen Teil des Gesamterfolgs erklären.
Vermögen und Wertentwicklung
Das Fondsvermögen stieg im Geschäftsjahr von 35.064.981,58 Euro auf 41.492.985,15 Euro. Der Anteilwert legte von 102,37 Euro auf 115,28 Euro zu; die Wertentwicklung der Anteilklasse XT betrug damit +12,61 Prozent nach BVI-Methode. Für Anleger heißt das: Der Fonds hat im Berichtsjahr nicht nur Vermögen aufgebaut, sondern auch je Anteil spürbar zugelegt. Allerdings speiste sich dieser Zuwachs nicht allein aus laufenden Erträgen, sondern wesentlich aus Kursgewinnen im Portfolio.
Die Netto-Mittelzuflüsse waren mit 1.756.736,34 Euro positiv. Es flossen 8.406.986,54 Euro über Anteilschein-Verkäufe zu, während 6.650.250,20 Euro aus Rückgaben abflossen. Aus Anlegersicht ist das ein Zeichen dafür, dass der Fonds im Markt grundsätzlich gefragt war, zugleich aber auch spürbare Rückgaben verkraften musste. Zusätzlich kamen 38.620,63 Euro aus Ertrags- und Aufwandsausgleich hinzu.
Das ordentliche Ergebnis betrug 478.407,11 Euro. Damit deckten Dividenden, Zinsen und Erträge aus Investmentanteilen die laufenden Kosten klar ab, der Fonds war also operativ ertragsstark. Noch wichtiger für die Jahresperformance war jedoch das nicht realisierte Ergebnis von 4.294.253,49 Euro, das vor allem aus Kurssteigerungen im Bestand resultierte. Dem stand ein negatives Veräußerungsergebnis von minus 140.014,00 Euro gegenüber. Das heißt: Der Fonds verdiente im Geschäftsjahr nicht primär durch Verkäufe, sondern vor allem durch die Wertentwicklung der gehaltenen Positionen.
Kosten
Die laufenden Aufwendungen summierten sich auf 66.178,24 Euro. Davon entfielen 23.448,68 Euro auf die Verwaltungsvergütung, 16.070,10 Euro auf die Verwahrstellenvergütung, 16.646,82 Euro auf Prüfungs- und Veröffentlichungskosten sowie 9.293,22 Euro auf sonstige Aufwendungen. Die Gesamtkostenquote betrug 0,25 Prozent. Für Anleger ist das ein niedriger Wert, der bei einem Mischfonds dieser Art grundsätzlich für eine kosteneffiziente Struktur spricht.
Positiv fällt auf, dass auf der Anteilklasse XT keine Anlageberatungsvergütung, keine Vertriebsstellenvergütung und keine Performance Fee anfielen. Die Erträge von 544.585,35 Euro standen damit einem Kostenblock von nur gut 66.000 Euro gegenüber. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis war also günstig: Die laufenden Erträge überstiegen die Aufwendungen deutlich. Zudem wurden im Berichtsjahr nur 29.162,20 Euro an Transaktionskosten ausgewiesen, was im Verhältnis zur Fondsgröße und zum Handelsumfang ebenfalls moderat erscheint.
Portfolio und größte Positionen
Der Fonds war zum Stichtag breit über Aktien, Anleihen, Zertifikate und Investmentanteile gestreut. Die Vermögensübersicht weist 37,40 Prozent Aktien, 24,99 Prozent Anleihen, 7,09 Prozent Zertifikate, 28,91 Prozent Investmentanteile und 1,37 Prozent Bankguthaben aus. Damit war der Fonds zum 30. Juni 2026 nahezu vollständig investiert; die Liquiditätsquote blieb mit 1,37 Prozent niedrig. Das kann in ruhigen Marktphasen Renditechancen erhöhen, verringert aber den Puffer für kurzfristige Rückgaben.
Die fünf größten Positionen waren Xtr.(IE) – MSCI USA mit 7,55 Prozent, Boerse Stuttgart Commodities EUWAX Gold II mit 7,09 Prozent, Beth HAL EUR Inv.Gr.Corp.Bonds mit 5,10 Prozent, Spanien EO-Bonos 2022(32) mit 3,63 Prozent und der DWS ESG Euro Money Market Fund mit 3,58 Prozent. Aus Anlegersicht auffällig ist die starke Rolle von Zielfonds und börsengehandelten Bausteinen; der Fonds setzt also nicht nur auf Einzeltitel, sondern wesentlich auch auf externe Index- und Rentenbausteine sowie Gold über ein Zertifikat.
Regional dominieren Nordamerika und Europa, ergänzt um kleinere Positionen in einzelnen Schwellen- und Industrieländern. Bei den Aktien stehen große Qualitäts- und Wachstumswerte wie Microsoft, NVIDIA, Alphabet, Amazon, Apple, ASML, Broadcom und Eli Lilly im Vordergrund. Auf der Rentenseite finden sich vor allem Staatsanleihen aus Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien sowie supranationale Emittenten wie die EU und die Europäische Investitionsbank. Das Goldengagement lag über ein Zertifikat bei 7,09 Prozent und entsprach damit nahezu exakt der strategischen Zielquote.
Der Fondsmanager beschreibt die taktische Steuerung so, dass Aktien im Berichtszeitraum gegenüber Renten und Liquidität bevorzugt wurden. Regional wurden Nordamerika und Europa im Jahresverlauf wechselnd über- und untergewichtet. Das spricht für eine aktive, aber klar strukturierte Steuerung innerhalb des vorgegebenen Mischfondsrahmens.
Risiken und Auffälligkeiten
Zu den wesentlichen Risiken zählen im Bericht vor allem Aktienkursrisiken, Zinsänderungsrisiken, Währungsrisiken, Emittenten- und Kontrahentenrisiken, Liquiditätsrisiken sowie Risiken aus Zielfonds und Zertifikaten. Gerade die Mischung aus Direktanlagen, Fondsbausteinen und einem Goldzertifikat macht den Fonds abhängig von verschiedenen Marktsegmenten zugleich. Positiv ist, dass im Geschäftsjahr keine Derivate im Bestand waren; das Derivate-Exposure lag bei 0,00 Euro, auch die Hebelwirkung blieb im Durchschnitt bei 100 Prozent.
Auffällig ist außerdem, dass das Veräußerungsergebnis trotz guter Gesamtperformance negativ war. Das bedeutet nicht zwingend ein Problem, zeigt aber, dass Gewinne aus Verkäufen nicht der Treiber des Ergebnisses waren. Für Anleger ist ebenso relevant, dass der Fonds zum Stichtag thesaurierend war: Das realisierte Ergebnis von 338.393,11 Euro beziehungsweise 0,94 Euro je Anteil wurde wieder angelegt. Der Fonds schüttete also nicht aus, sondern führte die Erträge dem Vermögen zu.
Veränderungen gegenüber dem Vorjahr gab es auch organisatorisch: Der Fonds wurde zunächst zum 1. Juli 2025 umbenannt, später erneut zum 15. Juni 2026; zudem änderten sich Prospekt und Anlagebedingungen. Die Verschmelzung der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank AG auf die ABN AMRO Bank N.V. sowie der Wechsel im Fondsmanagement auf Hauck & Aufhäuser Fund Services S.A. markieren eine deutliche Umstellung im administrativen und operativen Umfeld.
Fazit für Anleger
Unterm Strich zeigt der Bericht einen fondsseitig erfreulichen, aber nicht risikofreien Verlauf: Das Vermögen und der Anteilwert legten kräftig zu, die laufenden Erträge deckten die Kosten deutlich, und die Jahresperformance wurde vor allem durch Kursgewinne getragen. Gleichzeitig bleibt der Fonds ein aktiv gesteuerter Mischfonds mit spürbarem Aktien-, Zielfonds- und Goldanteil, dessen Chancen und Risiken eng mit den Kapitalmärkten verbunden sind. Der Abschlussprüfer erteilte ein uneingeschränktes Prüfungsurteil und bestätigte, dass der Jahresbericht in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften des KAGB entspricht.