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Warnungen der IOSCO
CEE Windpark Schmölln: Mehr als 20 Millionen Euro Verbindlichkeiten – doch die Bankschulden sinken deutlich
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CEE Windpark Schmölln: Mehr als 20 Millionen Euro Verbindlichkeiten – doch die Bankschulden sinken deutlich

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Bilanzsumme sinkt um rund 1,5 Millionen Euro

Die CEE Windpark Schmölln GmbH & Co. KG weist zum 31. Dezember 2025 eine Bilanzsumme von 24.417.968,31 Euro aus.

Ende 2024 waren es noch 25.923.168,73 Euro.

Die Bilanzsumme reduzierte sich damit innerhalb eines Jahres um rund 1,51 Millionen Euro beziehungsweise 5,8 Prozent.

Der Rückgang ist insbesondere auf die Entwicklung des Anlagevermögens zurückzuführen. Dieses sank von 23.211.854,14 Euro auf 21.929.427 Euro.

Rund 90 Prozent der Bilanz stecken im Anlagevermögen

Die Struktur entspricht einer stark an Sachwerten orientierten Windpark-Projektgesellschaft.

Allein die Sachanlagen stehen Ende 2025 mit 19.501.296 Euro in der Bilanz. Hinzu kommen immaterielle Vermögensgegenstände von rund 2,43 Millionen Euro sowie Finanzanlagen von 1.467 Euro.

Damit entfallen rechnerisch knapp 90 Prozent der Bilanzsumme auf das Anlagevermögen.

Die Sachanlagen und immateriellen Vermögensgegenstände werden nach Angaben der Gesellschaft über eine Nutzungsdauer von 25 Jahren abgeschrieben. Außerplanmäßige Abschreibungen wurden 2025 nicht vorgenommen.

Der Rückgang des Anlagevermögens ist daher nicht automatisch als wirtschaftliches Warnsignal zu interpretieren. Planmäßige Abschreibungen führen bei bestehenden Windenergieanlagen zwangsläufig zu sinkenden Buchwerten.

Mehr als 20 Millionen Euro Verbindlichkeiten

Auf der Passivseite stehen zum Jahresende 20.432.970,03 Euro Verbindlichkeiten.

Im Vorjahr waren es noch 21.947.162,05 Euro.

Damit wurden die Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um rund 1,51 Millionen Euro beziehungsweise 6,9 Prozent reduziert.

Dennoch entsprechen die Verbindlichkeiten rechnerisch rund 83,7 Prozent der gesamten Bilanzsumme.

Die Gesellschaft ist damit weiterhin stark fremdfinanziert.

Bei kapitalintensiven Infrastrukturprojekten ist eine hohe Fremdfinanzierung allerdings nicht automatisch ungewöhnlich. Entscheidend ist vielmehr, ob die laufenden Einnahmen aus dem Stromverkauf ausreichen, um Betriebskosten, Zinsen und Tilgungen dauerhaft zu finanzieren.

Genau diese Frage lässt sich aus der veröffentlichten Bilanz allein nicht abschließend beantworten.

Bankverbindlichkeiten sinken um rund 1,45 Millionen Euro

Besonders interessant ist die Entwicklung der Bankfinanzierung.

Zum 31. Dezember 2025 bestanden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von 15.383.100,10 Euro.

Ein Jahr zuvor waren es noch 16.832.473,42 Euro.

Die Bankverbindlichkeiten wurden somit innerhalb eines Jahres um rund 1.449.373 Euro beziehungsweise 8,6 Prozent reduziert.

Sollte dieser Rückgang im Wesentlichen auf planmäßigen Tilgungen beruhen, hätte die Gesellschaft 2025 einen erheblichen Schuldendienst geleistet.

Wie hoch der operative Cashflow tatsächlich war und aus welchen Mitteln die Reduzierung der Bankverbindlichkeiten finanziert wurde, geht aus den vorliegenden Angaben jedoch nicht hervor.

Banken haben umfangreiche Sicherheiten

Die Bankfinanzierung ist vollständig besichert.

Nach Angaben im Jahresabschluss sind die Bankverbindlichkeiten von rund 15,38 Millionen Euro durch die Sicherungsübereignung der getätigten Investitionen sowie die offene Abtretung der Einspeiseerlöse der finanzierten Windenergieanlage gesichert.

Damit sind die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Anlagen und die daraus erzielten Stromerlöse für die Finanzierung von zentraler Bedeutung.

Interessant wären deshalb insbesondere die Stromproduktion des Jahres 2025, die daraus erzielten Erlöse, die Zinsbelastung sowie die Höhe der tatsächlich geleisteten Tilgungen.

Eigenkapitalquote bei rund 13,7 Prozent

Das ausgewiesene Eigenkapital beträgt unverändert 3.353.297,38 Euro.

Darin enthalten sind 2.500 Euro Kapitalanteile der Kommanditisten sowie Rücklagen von 3.350.797,38 Euro.

Da die Bilanzsumme gleichzeitig gesunken ist, verbessert sich die rechnerische Eigenkapitalquote leicht.

Ende 2025 beträgt sie rund 13,7 Prozent. Im Vorjahr waren es etwa 12,9 Prozent.

Diese Verbesserung resultiert allerdings nicht aus zusätzlichem Eigenkapital, sondern im Wesentlichen aus der gesunkenen Bilanzsumme.

Warum bleibt das Eigenkapital exakt unverändert?

Bemerkenswert ist, dass das ausgewiesene Eigenkapital auf den Cent genau dem Vorjahreswert entspricht.

Damit stellt sich die Frage nach dem Ergebnis des Geschäftsjahres und dessen Verwendung.

Aus den hier vorliegenden veröffentlichten Bilanzangaben lässt sich nicht erkennen, welchen Jahresüberschuss oder Jahresfehlbetrag die Gesellschaft 2025 tatsächlich erzielt hat und wie ein mögliches Ergebnis behandelt wurde.

Für die wirtschaftliche Einordnung wäre insbesondere interessant, ob Gewinne ausgeschüttet, mit Gesellschafterkonten verrechnet oder auf andere Weise verwendet wurden.

Liquidität bleibt weitgehend stabil

Die liquiden Mittel entwickelten sich leicht positiv.

Ende 2025 verfügte die Gesellschaft über 1.266.281,60 Euro an Kassen- und Bankguthaben.

Ende 2024 waren es 1.248.776,15 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um rund 17.500 Euro beziehungsweise etwa 1,4 Prozent.

Bemerkenswert ist dabei, dass der Liquiditätsbestand zum Bilanzstichtag weitgehend stabil blieb, während gleichzeitig die Bankverbindlichkeiten deutlich zurückgingen.

Für eine abschließende Bewertung müsste allerdings bekannt sein, welche Zahlungsströme während des gesamten Geschäftsjahres stattgefunden haben.

Forderungen gehen um rund 240.000 Euro zurück

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich von 1.462.538,44 Euro auf 1.222.259,71 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 240.279 Euro beziehungsweise 16,4 Prozent.

Insgesamt sank das Umlaufvermögen von rund 2,71 Millionen Euro auf 2,49 Millionen Euro.

Da gleichzeitig die liquiden Mittel leicht zunahmen, hat sich die Zusammensetzung des Umlaufvermögens zugunsten unmittelbar verfügbarer Finanzmittel verändert.

Rückstellungen sinken um mehr als 80 Prozent

Eine besonders starke Veränderung findet sich bei den Rückstellungen.

Diese reduzierten sich von 103.383,83 Euro auf 19.519,70 Euro.

Das entspricht einem Rückgang von rund 83.864 Euro beziehungsweise gut 81 Prozent.

Die Gesellschaft erklärt, dass die voraussichtliche Restlaufzeit sämtlicher Rückstellungen weniger als ein Jahr beträgt.

Welche konkreten Sachverhalte hinter dem deutlichen Rückgang stehen, wird in den vorliegenden Angaben nicht näher aufgeschlüsselt.

Passive latente Steuern steigen deutlich

In die entgegengesetzte Richtung entwickeln sich die passiven latenten Steuern.

Sie erhöhten sich von 519.325,47 Euro auf 612.181,20 Euro.

Das entspricht einem Anstieg um rund 92.856 Euro beziehungsweise 17,9 Prozent.

Nach Angaben der Gesellschaft resultieren die latenten Steuern insbesondere aus unterschiedlichen Wertansätzen beziehungsweise Nutzungsdauern der technischen Anlagen in Handels- und Steuerbilanz. Hinzu kommen Unterschiede bei aktiven Rechnungsabgrenzungsposten.

Die passiven latenten Steuern dürfen dabei nicht mit einer unmittelbar fälligen Steuerzahlung in gleicher Höhe gleichgesetzt werden.

Zusätzlich 911.000 Euro jährliche Verpflichtungen

Neben den bilanzierten Verbindlichkeiten bestehen langfristige vertragliche Zahlungsverpflichtungen.

Die Gesellschaft beziffert diese auf insgesamt 911.000 Euro jährlich.

Davon entfallen:

  • 497.800 Euro auf Miet- und Pachtverhältnisse,
  • 335.300 Euro auf Wartung,
  • 54.100 Euro auf technische Betriebsführung,
  • 23.800 Euro auf kaufmännische Betriebsführung.

Die Miet- und Pachtverhältnisse sowie die technische Betriebsführung und Wartung laufen nach den veröffentlichten Angaben bis 2037. Die kaufmännische Betriebsführung wird bis 2027 ausgewiesen.

Damit sind erhebliche Teile der laufenden Kosten langfristig vertraglich gebunden.

Mehr als 90 Prozent entfallen auf Pacht und Wartung

Allein die jährlichen Miet- und Pachtzahlungen von 497.800 Euro machen rund 54,6 Prozent der ausgewiesenen sonstigen finanziellen Verpflichtungen aus.

Die Wartung schlägt mit weiteren rund 36,8 Prozent zu Buche.

Zusammen entfallen damit mehr als 91 Prozent der jährlich genannten Verpflichtungen auf Pacht und Wartung.

Für die Rentabilität des Windparks sind diese Kosten von erheblicher Bedeutung.

Allerdings dürfen die 911.000 Euro jährlichen Verpflichtungen nicht einfach als zusätzliche gegenwärtige „Schulden“ bezeichnet werden. Es handelt sich um zukünftige vertragliche Zahlungsverpflichtungen mit unterschiedlichen Laufzeiten.

Beteiligung an Infrastrukturgesellschaft

Eine weitere Besonderheit ist die Beteiligung an der Infrastruktur Schmölln GmbH & Co. KG.

Die Windparkgesellschaft hält 56,68 Prozent der Anteile.

Die Beteiligung steht in der Bilanz mit lediglich 1.467 Euro.

Nach Angaben des Jahresabschlusses verfügte die Infrastrukturgesellschaft zum 31. Dezember 2024 über Eigenkapital von 154.870,93 Euro. Für 2024 wurde ein Jahresfehlbetrag von 1.747,39 Euro ausgewiesen.

Ein Jahresabschluss für 2025 lag bei Erstellung des Jahresabschlusses der Windparkgesellschaft noch nicht vor.

Für eine weitergehende Analyse wäre interessant, welche wirtschaftliche Funktion die Infrastrukturgesellschaft für den Windpark erfüllt und welche finanziellen Beziehungen zwischen beiden Gesellschaften bestehen.

Keine eigenen Arbeitnehmer

Die CEE Windpark Schmölln GmbH & Co. KG beschäftigte im Geschäftsjahr 2025 keine eigenen Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer.

Bei Projektgesellschaften kann eine solche Struktur daraus resultieren, dass technische und kaufmännische Aufgaben extern vergeben werden.

Der Abschluss weist entsprechend jährliche Verpflichtungen für technische und kaufmännische Betriebsführung aus.

Für eine vollständige Transparenz wäre interessant, welche Unternehmen diese Leistungen erbringen und ob dabei verbundene Unternehmen der CEE-Struktur zum Einsatz kommen.

Entscheidende Wirtschaftsdaten bleiben offen

Die Bilanz liefert nur einen Ausschnitt der tatsächlichen wirtschaftlichen Situation.

Aus den vorliegenden Angaben lassen sich insbesondere die konkreten Umsatzerlöse des Windparks für 2025 nicht entnehmen.

Auch wichtige Kennzahlen wie Stromproduktion, durchschnittlich erzielter Strompreis, Zinsaufwendungen, operativer Cashflow, Jahresergebnis, tatsächliche Tilgungszahlungen und mögliche Ausschüttungen an Gesellschafter sind aus dem vorliegenden Material nicht ersichtlich.

Gerade diese Zahlen wären notwendig, um die hohe Fremdfinanzierung angemessen beurteilen zu können.

1,45 Millionen Euro weniger Bankschulden sind ein wichtiges Signal

Fest steht: Die Bankverbindlichkeiten wurden erheblich reduziert.

Von rund 16,83 Millionen Euro Ende 2024 gingen sie auf 15,38 Millionen Euro Ende 2025 zurück.

Sollte dieser Rückgang vollständig oder überwiegend aus dem laufenden Geschäft finanziert worden sein, wäre dies ein Hinweis auf eine entsprechende Schuldendienstfähigkeit.

Ob das tatsächlich der Fall war, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben allerdings nicht feststellen.

Dafür wären insbesondere Angaben zum operativen Cashflow und zur tatsächlichen Tilgungsstruktur notwendig.

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