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CEE Windpark Waldfeucht bleibt bilanziell überschuldet – Verlustanteil sinkt aber um mehr als 70 Prozent

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Der neue Jahresabschluss der CEE Windpark Waldfeucht GmbH & Co. KG zeigt eine Gesellschaft mit weiterhin sehr hoher Fremdfinanzierung, aber einer deutlich verbesserten bilanziellen Verlustsituation.

Zum 31. Dezember 2025 betrug die Bilanzsumme rund 23,04 Millionen Euro.

Ein Jahr zuvor waren es noch rund 24,46 Millionen Euro.

Damit schrumpfte die Bilanz innerhalb eines Jahres um rund 1,41 Millionen Euro beziehungsweise 5,8 Prozent.

Der größte Vermögensposten sind erwartungsgemäß die Windenergieanlagen.

Anlagevermögen sinkt auf 20,55 Millionen Euro

Das Sachanlagevermögen verringerte sich von rund 21,67 Millionen Euro auf 20,55 Millionen Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 1,11 Millionen Euro beziehungsweise 5,1 Prozent.

Die Gesellschaft schreibt ihr abnutzbares Sachanlagevermögen nach eigenen Angaben linear über eine Nutzungsdauer von 25 Jahren ab.

Außerplanmäßige Abschreibungen wurden 2025 nicht vorgenommen.

Der Rückgang des Anlagevermögens ist damit nicht als Hinweis auf eine außerplanmäßige Abwertung der Windenergieanlagen zu verstehen.

Bei einer Windpark-Projektgesellschaft sind planmäßige Abschreibungen vielmehr ein wesentlicher Bestandteil der Bilanzentwicklung.

Gesellschaft bezeichnet sich selbst als „bilanziell überschuldet“

Besonders relevant ist erneut die Eigenkapitalsituation.

Auf der Aktivseite wird ein nicht durch Vermögenseinlagen gedeckter Verlustanteil der Kommanditisten von 278.123,05 Euro ausgewiesen.

Die Gesellschaft schreibt dazu ausdrücklich in ihrem Anhang:

Sie sei damit „bilanziell überschuldet“.

Diese Formulierung stammt unmittelbar aus dem Jahresabschluss.

Allerdings zeigt der Vergleich mit 2024 eine erhebliche Verbesserung.

Ende 2024 betrug der nicht gedeckte Verlustanteil noch:

1.012.385,81 Euro.

Ende 2025 waren es nur noch:

278.123,05 Euro.

Die bilanzielle Unterdeckung wurde damit innerhalb eines Jahres um rund 734.263 Euro reduziert.

Das entspricht einer Verbesserung um etwa 72,5 Prozent.

Damit ist die bilanzielle Überschuldung zwar nicht beseitigt, ihre Größenordnung hat sich aber erheblich verringert.

Das ist keine festgestellte Insolvenz

Bei der Formulierung „bilanziell überschuldet“ ist eine wichtige rechtliche und wirtschaftliche Abgrenzung erforderlich.

Aus einem nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteil folgt nicht automatisch, dass die Gesellschaft zahlungsunfähig ist oder ein Insolvenzgrund festgestellt wurde.

Die Geschäftsführung geht ausdrücklich vom Gegenteil aus.

Der Jahresabschluss wurde weiterhin unter der Annahme der Unternehmensfortführung gemäß § 252 Abs. 1 Nr. 2 HGB aufgestellt.

Zur Begründung heißt es, die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft sei auf Basis der Liquiditätsplanung weiterhin gegeben.

Darüber hinaus sei die Fortführung im Sinne des § 19 Abs. 2 Insolvenzordnung aufgrund einer positiven Fortbestehensprognose überwiegend wahrscheinlich.

Damit übernimmt die Geschäftsführung eine klare Aussage zur Fortführungsfähigkeit des Windparks.

Wie diese Prognose konkret berechnet wurde und welche Annahmen zu Stromerlösen, Kosten, Zinsen und Tilgungen zugrunde liegen, geht aus dem veröffentlichten Abschluss allerdings nicht hervor.

22,69 Millionen Euro Verbindlichkeiten

Die Fremdfinanzierung bleibt erheblich.

Zum Jahresende 2025 standen 22.688.554,59 Euro Verbindlichkeiten in der Bilanz.

Ende 2024 waren es noch 24.052.793,27 Euro.

Damit reduzierte die Gesellschaft ihre bilanzierten Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um rund:

1,36 Millionen Euro beziehungsweise 5,7 Prozent.

Das ist eine positive Entwicklung.

Gleichzeitig zeigt die Größenordnung, wie stark das Projekt weiterhin fremdfinanziert ist.

Die Verbindlichkeiten entsprechen rechnerisch rund 98,5 Prozent der Bilanzsumme.

Dieser Wert sollte bei einer Personengesellschaft mit aktivisch ausgewiesenem nicht gedecktem Verlustanteil nicht schematisch als klassische Fremdkapitalquote interpretiert werden. Er zeigt aber, welche zentrale Bedeutung die Verbindlichkeiten in der Finanzierungsstruktur haben.

Bankschulden um 1,23 Millionen Euro reduziert

Ein erheblicher Teil davon entfällt auf Kreditinstitute.

Die Bankverbindlichkeiten lagen Ende 2025 bei:

16.229.486 Euro.

Ein Jahr zuvor waren es noch:

17.464.358 Euro.

Damit wurden die Bankschulden innerhalb eines Jahres um 1.234.872 Euro beziehungsweise rund 7,1 Prozent zurückgeführt.

Die Bankfinanzierung entspricht noch rund 70 Prozent der gesamten Bilanzsumme.

Die Tilgung ist deshalb ein wichtiger Faktor bei der Bewertung der finanziellen Entwicklung.

Banken besitzen umfangreiche Sicherheiten

Die Kredite sind allerdings vollständig besichert.

Nach Angaben im Jahresabschluss sind die 16,23 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten in voller Höhe durch die Sicherungsübereignung der getätigten Investitionen sowie durch die offene Abtretung der Einspeiseerlöse der finanzierten Windenergieanlage abgesichert.

Die finanzierenden Banken verfügen damit über Sicherheiten an zentralen Vermögenswerten und Einnahmeströmen des Projekts.

Eine solche Finanzierungsstruktur ist bei projektfinanzierten Windenergieanlagen grundsätzlich nicht ungewöhnlich.

Für die wirtschaftliche Beurteilung bedeutet sie aber, dass die laufenden Stromerlöse nicht isoliert betrachtet werden können. Aus ihnen müssen unter anderem Betriebskosten, vertragliche Verpflichtungen sowie Zins- und Tilgungsleistungen getragen werden.

Liquidität sinkt leicht

Anders als bei manchen anderen Windparkabschlüssen zeigt sich bei Waldfeucht kein drastischer Rückgang der liquiden Mittel.

Die Bankguthaben beziehungsweise flüssigen Mittel reduzierten sich von:

1.173.442,83 Euro auf 1.053.723,32 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um knapp 119.720 Euro beziehungsweise 10,2 Prozent.

Die Gesellschaft verfügte zum Jahresende damit weiterhin über gut eine Million Euro liquide Mittel.

Interessanter ist die Entwicklung des gesamten Umlaufvermögens.

Dieses stieg sogar von rund 1,76 Millionen Euro auf 2,20 Millionen Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von rund 435.600 Euro beziehungsweise 24,7 Prozent.

Forderungen haben sich nahezu verdoppelt

Ursache dafür ist ein kräftiger Anstieg der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände.

Diese erhöhten sich von:

588.198,42 Euro auf 1.143.495,01 Euro.

Das entspricht einem Plus von rund 555.300 Euro beziehungsweise 94,4 Prozent.

Die Forderungsposition hat sich damit innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt.

Der Jahresabschluss liefert für einen Teil dieses Anstiegs eine Erklärung.

428.000 Euro Forderung aus einer Aufhebungsvereinbarung

In den sonstigen Vermögensgegenständen steckt eine neue Forderung aus einer Aufhebungsvereinbarung.

Sie beträgt zum Bilanzstichtag:

428.034,54 Euro.

Im Vorjahr hatte es eine entsprechende Forderung noch nicht gegeben.

Die Forderung besitzt eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr und wurde deshalb nach Angaben der Gesellschaft abgezinst.

Das ist eine interessante Position.

Sie macht rund 37 Prozent der gesamten Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände aus.

Aus dem veröffentlichten Anhang geht allerdings nicht hervor, mit wem die Aufhebungsvereinbarung geschlossen wurde, welchen Vertrag sie betrifft und wann beziehungsweise unter welchen Bedingungen die Forderung vollständig bezahlt werden soll.

Gerade angesichts ihrer Größenordnung wäre dies für die wirtschaftliche Bewertung durchaus relevant.

Bilanzielle Verbesserung von mehr als 700.000 Euro

Die wohl interessanteste Entwicklung des Jahresabschlusses bleibt jedoch der starke Rückgang des nicht gedeckten Verlustanteils.

Von mehr als einer Million Euro auf 278.123 Euro innerhalb eines Jahres ist eine erhebliche Veränderung.

Rechnerisch beträgt die Verbesserung rund 734.263 Euro.

Da die veröffentlichte Fassung des Abschlusses keine vollständige Gewinn- und Verlustrechnung enthält, sollte daraus jedoch nicht ohne Weiteres geschlossen werden, dass dies exakt einem Jahresgewinn in derselben Höhe entspricht.

Dafür wären weitere Angaben zu Veränderungen der Gesellschafterkonten, Einlagen, Entnahmen und zur Ergebnisverwendung erforderlich.

Fest steht anhand der Bilanz lediglich:

Die bilanzielle Unterdeckung ist erheblich kleiner geworden.

Was hat die Verbesserung verursacht?

Genau diese Frage bleibt offen.

Der Jahresabschluss wurde unter Nutzung größenabhängiger Offenlegungserleichterungen erstellt beziehungsweise veröffentlicht.

Dadurch fehlen für eine externe wirtschaftliche Analyse entscheidende Daten.

Nicht ersichtlich sind insbesondere die vollständigen Umsatzerlöse beziehungsweise Stromerlöse des Jahres.

Auch ein detailliertes Jahresergebnis und die Zusammensetzung wesentlicher Aufwendungen sind aus den vorliegenden Angaben nicht ablesbar.

Deshalb kann anhand der veröffentlichten Bilanz nicht abschließend beurteilt werden, wie profitabel der Windpark 2025 tatsächlich gearbeitet hat.

Weitere jährliche Verpflichtungen von 468.800 Euro

Neben den bilanzierten Schulden bestehen langfristige vertragliche Verpflichtungen.

Die Gesellschaft beziffert diese mit insgesamt:

468.800 Euro jährlich.

Davon entfallen 206.100 Euro auf Miet- und Pachtverhältnisse, 45.200 Euro auf die technische Betriebsführung, 26.800 Euro auf die kaufmännische Betriebsführung und 190.700 Euro auf einen Wartungsvertrag.

Miete und Pacht bilden mit rund 44 Prozent den größten Einzelposten.

Der Wartungsvertrag folgt mit knapp 41 Prozent.

Zusammen stehen diese beiden Positionen für rund 84,6 Prozent der genannten jährlichen sonstigen finanziellen Verpflichtungen.

Pachtverpflichtungen laufen sogar bis 2044

Bemerkenswert sind die langen Vertragslaufzeiten.

Die Miet- und Pachtverhältnisse laufen nach den Angaben im Jahresabschluss bis 2044.

Für die technische Betriebsführung werden Verpflichtungen bis 2040 genannt.

Kaufmännische Betriebsführung und Wartungsvertrag sind bis 2030 angegeben.

Die genannten 468.800 Euro dürfen dabei nicht mit einer zusätzlichen, heute fälligen Schuld verwechselt werden.

Es handelt sich um jährliche Zahlungsverpflichtungen aus langfristigen Vertragsverhältnissen, die zusätzlich zu den in der Bilanz ausgewiesenen Verbindlichkeiten bestehen.

Passive latente Steuern sinken

Auch bei den passiven latenten Steuern gab es eine Veränderung.

Sie gingen von rund:

357.001 Euro auf 332.207 Euro

zurück.

Das entspricht einer Verringerung um knapp 24.800 Euro beziehungsweise rund 6,9 Prozent.

Nach Angaben der Gesellschaft entstehen die latenten Steuern aus unterschiedlichen Wertansätzen beziehungsweise Nutzungsdauern der technischen Anlagen in Handels- und Steuerbilanz.

Aktive latente Steuern aus gewerbesteuerlichen Verlustvorträgen werden damit verrechnet.

Auch hier gilt:

Die 332.207 Euro sind nicht mit einer unmittelbar fälligen Steuerzahlung in gleicher Höhe gleichzusetzen.

Rückstellungen halbieren sich

Die Rückstellungen gingen ebenfalls deutlich zurück.

Ende 2024 lagen sie bei 45.307,08 Euro.

Ende 2025 waren es noch 22.490,17 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um etwa 50 Prozent.

Nach Angaben des Unternehmens besitzen die Rückstellungen jeweils eine voraussichtliche Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Gemessen an der Bilanzsumme spielen sie allerdings nur eine geringe Rolle.

Keine eigenen Mitarbeiter

Die CEE Windpark Waldfeucht GmbH & Co. KG beschäftigte 2025 keine eigenen Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer.

Die technische und kaufmännische Betriebsführung sowie Wartungsleistungen werden über entsprechende Vertragsverhältnisse organisiert.

Das ist für eine Windpark-Projektgesellschaft keine ungewöhnliche Struktur.

Gleichzeitig erklärt es, warum eine Beurteilung allein anhand klassischer Kennzahlen wie Mitarbeiterzahl oder Personalaufwand wenig aussagekräftig wäre.

Drei Entwicklungen fallen besonders auf

Der Jahresabschluss zeigt insgesamt eine interessante Kombination.

Erstens bleibt die Gesellschaft nach eigener Aussage bilanziell überschuldet.

Zweitens hat sich genau diese bilanzielle Unterdeckung gegenüber 2024 um mehr als 70 Prozent reduziert.

Und drittens wird parallel die Bankverschuldung weiter zurückgeführt.

Das spricht für eine deutlich bessere Bilanzentwicklung als der Begriff „bilanzielle Überschuldung“ allein zunächst vermuten lassen könnte.

Trotzdem ist die finanzielle Situation nicht vollständig transparent.

Denn entscheidend ist nicht nur, wie sich Bilanzwerte verändern, sondern ob der Windpark dauerhaft genügend Zahlungsmittel erwirtschaftet, um Tilgungen, Zinsen, Wartung, Pacht und Betriebsführung zu finanzieren.

Entscheidend wäre der operative Cashflow

Die Geschäftsführung erklärt ausdrücklich, die Zahlungsfähigkeit sei auf Basis ihrer Liquiditätsplanung weiterhin gegeben.

Diese Aussage ist zentral.

Von außen lässt sie sich anhand des veröffentlichten Abschlusses jedoch nur eingeschränkt nachvollziehen.

Dafür müsste man unter anderem wissen:

Wie hoch waren die Stromerlöse 2025?

Welches operative Ergebnis wurde erzielt?

Wie hoch waren die Zinszahlungen?

Wie viel Geld floss tatsächlich aus dem laufenden Betrieb zu?

Welche Tilgungen stehen 2026 und in den folgenden Jahren an?

Wie entwickelt sich die Stromproduktion?

Und mit welchen Strompreisen beziehungsweise Vergütungen kalkuliert die Fortbestehensprognose?

Diese Informationen sind in den vorliegenden veröffentlichten Unterlagen nicht enthalten.

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