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Trianel Windpark Creußen: 12,94 Millionen Euro Verbindlichkeiten – Schulden gegenüber Gesellschaften mehr als verdoppelt
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Trianel Windpark Creußen: 12,94 Millionen Euro Verbindlichkeiten – Schulden gegenüber Gesellschaften mehr als verdoppelt

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die Bilanz der Trianel Windpark Creußen GmbH & Co. KG ist 2024 deutlich geschrumpft. Die Bilanzsumme sank von 21,45 Millionen Euro auf 19,44 Millionen Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 2,01 Millionen Euro beziehungsweise 9,4 Prozent.

Die Gesellschaft mit Sitz in Aachen bilanziert dabei unter der Annahme der Fortführung der Unternehmenstätigkeit.

Windkraftanlagen mit Buchwert von 17,32 Millionen Euro

Den mit Abstand größten Teil des Vermögens bilden die Sachanlagen.

Ihr Buchwert sank innerhalb eines Jahres von 19,08 Millionen Euro auf 17,32 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 1,75 Millionen Euro beziehungsweise 9,2 Prozent.

Nach den Angaben im Anhang werden die Sachanlagen zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abzüglich linearer Abschreibungen bewertet. Die Abschreibung erfolgt planmäßig über einen Zeitraum von 16 Jahren.

Der niedrigere Buchwert lässt sich daher im Zusammenhang mit diesen planmäßigen Abschreibungen einordnen. Der Jahresabschluss nennt allerdings keine Marktwerte der Anlagen.

Ein Buchwert von 17,32 Millionen Euro darf deshalb nicht mit dem aktuellen Verkaufs- oder Verkehrswert des Windparks gleichgesetzt werden.

Aus dem Anhang geht hervor, dass der Windpark aus sechs Windkraftanlagen mit Nebenanlagen besteht.

Bankguthaben sinkt um rund 218.000 Euro

Auch das Umlaufvermögen ging zurück.

Ende 2024 betrug es 2,00 Millionen Euro, nach 2,26 Millionen Euro im Vorjahr.

Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände verringerten sich von 413.507,90 Euro auf 376.906,97 Euro.

Gleichzeitig sank der Kassen- und Bankbestand von 1.843.348,65 Euro auf 1.625.611,84 Euro.

Das entspricht einer Abnahme um 217.736,81 Euro beziehungsweise rund 11,8 Prozent.

Eine Besonderheit ist allerdings zu beachten: Nach Angaben der Gesellschaft wurden im Zusammenhang mit der Darlehensfinanzierung auch liquide Mittel verpfändet. Wie hoch der konkret verpfändete Anteil des Bankguthabens von 1,63 Millionen Euro ist, wird nicht angegeben.

Deshalb kann aus dem bilanzierten Bankbestand nicht ohne Weiteres auf die frei verfügbare Liquidität geschlossen werden.

Forderungen gegen Gesellschafter von 4.000 Euro

Innerhalb der Forderungen weist die Gesellschaft außerdem Forderungen gegen Gesellschafter von 4.000 Euro aus.

Im Vorjahr hatte dieser Posten noch bei null Euro gelegen.

Gemessen an der gesamten Bilanz besitzt dieser Betrag nur eine geringe Größenordnung. Weitere Informationen über Hintergrund, Konditionen oder Schuldner dieser Forderungen enthält der vorgelegte Anhang nicht.

Eigenkapital sinkt auf 6,24 Millionen Euro

Das Eigenkapital verringerte sich von 6.712.628,55 Euro auf 6.240.925,03 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um 471.703,52 Euro beziehungsweise rund 7,0 Prozent.

Da gleichzeitig auch die Bilanzsumme gesunken ist, entwickelte sich die rechnerische Eigenkapitalquote etwas anders.

Ende 2023 lag sie bei rund 31,3 Prozent. Ende 2024 ergibt sich rechnerisch eine Quote von rund 32,1 Prozent.

Der Eigenkapitalanteil an der Bilanzsumme ist damit trotz des absoluten Rückgangs leicht gestiegen.

Das Eigenkapital setzt sich Ende 2024 aus Kapitalanteilen der Kommanditisten von 10.000 Euro und Rücklagen von 6.230.925,03 Euro zusammen.

Warum sich der Jahresgewinn 2024 nicht bestimmen lässt

Eine Besonderheit der veröffentlichten Bilanz verdient besondere Aufmerksamkeit.

Für 2023 wird ein Jahresüberschuss von 409.614,53 Euro ausgewiesen. Für 2024 bleibt die entsprechende Position in der vorliegenden Darstellung dagegen leer.

Daneben steht ein Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust von 0,00 Euro.

Daraus darf nicht geschlossen werden, dass der Jahresüberschuss 2024 ebenfalls null Euro betrug.

Der Bilanzgewinn ist eine andere Rechnungsgröße als der Jahresüberschuss. Ohne die entsprechenden Angaben aus der Gewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise weitere Erläuterungen lässt sich aus der vorliegenden Veröffentlichung nicht zuverlässig bestimmen, welches Jahresergebnis die Gesellschaft 2024 erzielt hat.

Damit lassen sich auch Aussagen über Umsatzentwicklung, Stromerlöse oder operative Profitabilität aus dem hier vorliegenden Zahlenmaterial nicht treffen.

Verbindlichkeiten sinken um 1,50 Millionen Euro

Deutlich zurückgegangen sind die bilanzierten Verbindlichkeiten.

Sie reduzierten sich von 14.438.455,75 Euro auf 12.935.283,18 Euro.

Das sind rund 1,50 Millionen Euro beziehungsweise 10,4 Prozent weniger als Ende 2023.

Bei einer isolierten Betrachtung ist das ein erheblicher Rückgang.

Die Laufzeiten zeigen allerdings, dass sich die Struktur der Verbindlichkeiten verändert hat.

Kurzfristige Verbindlichkeiten steigen trotz sinkender Gesamtschulden

Während die Gesamtverbindlichkeiten zurückgingen, stiegen die innerhalb eines Jahres fälligen Beträge.

Ende 2023 waren 2.014.177,75 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Ende 2024 waren es 2.332.435,18 Euro.

Das ist ein Anstieg um 318.257,43 Euro beziehungsweise rund 15,8 Prozent.

Die Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr reduzierten sich dagegen von 12,06 Millionen Euro auf 10,60 Millionen Euro.

Auch die besonders langfristigen Verpflichtungen gingen zurück: Die Verbindlichkeiten mit mehr als fünf Jahren Restlaufzeit sanken von 7,13 Millionen Euro auf 6,03 Millionen Euro.

Das Zahlenbild zeigt damit eine fortschreitende Rückführung langfristiger Verpflichtungen, während zum Bilanzstichtag ein höherer Betrag innerhalb der kommenden zwölf Monate fällig war.

Ob und wie diese Zahlungen aus laufenden Einnahmen oder vorhandener Liquidität bedient werden, lässt sich ohne Kapitalflussrechnung und Gewinn- und Verlustrechnung nicht beurteilen.

12,06 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten besichert

Besonders hoch sind weiterhin die gegenüber Kreditinstituten bestehenden und besicherten Verpflichtungen.

Nach dem Anhang sind 12,06 Millionen Euro der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten durch Pfandrechte und ähnliche Rechte gesichert.

Im Vorjahr waren es noch 13,52 Millionen Euro.

Für die Finanzierung wurden umfangreiche Sicherheiten gestellt.

Die Gesellschaft schreibt ausdrücklich, dass die sechs Windkraftanlagen einschließlich sämtlicher Nebenanlagen sicherungsübereignet wurden.

Zusätzlich wurden liquide Mittel verpfändet.

Eine solche Besicherung ist im Rahmen von Projektfinanzierungen zwar erklärbar; aus dem Jahresabschluss allein lässt sich jedoch nicht beurteilen, unter welchen Voraussetzungen Kreditgeber auf die Sicherheiten zugreifen könnten.

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften steigen auf 875.000 Euro

Gegenläufig zur gesamten Schuldenentwicklung haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften deutlich erhöht.

Sie stiegen von 430.000 Euro auf 875.000 Euro.

Das entspricht einer Zunahme um 445.000 Euro beziehungsweise rechnerisch rund 103,5 Prozent.

Der Posten hat sich damit innerhalb eines Jahres etwas mehr als verdoppelt.

Der vorliegende Anhang erläutert allerdings nicht näher, gegenüber welchen Gesellschaften diese Verbindlichkeiten bestehen, wodurch sie entstanden sind und welche Konditionen oder Laufzeiten dafür gelten.

Eine weitergehende Bewertung wäre deshalb spekulativ.

Weitere 3,91 Millionen Euro Verpflichtungen außerhalb der Bilanz

Zusätzlich zu den bilanzierten Verbindlichkeiten weist Trianel Windpark Creußen sonstige nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen von 3.912.064,27 Euro aus.

Der größte Einzelposten entfällt mit 2,76 Millionen Euro auf Wartungsverträge.

Weitere 1.108.364,27 Euro betreffen Gestattungsverträge. Hinzu kommen 43.700 Euro aus Betriebsführungsverträgen.

Von den insgesamt 3,91 Millionen Euro werden 458.958,79 Euro innerhalb eines Jahres fällig. Weitere 992.285,16 Euro entfallen auf den Zeitraum von einem bis fünf Jahren und 2.460.820,32 Euro auf Zeiträume von mehr als fünf Jahren.

Diese Beträge dürfen allerdings nicht einfach zu den 12,94 Millionen Euro bilanzierten Verbindlichkeiten addiert und anschließend als „Schulden“ bezeichnet werden.

Es handelt sich ausdrücklich um sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz als Verbindlichkeiten ausgewiesen sind.

Sie zeigen vielmehr, welche zukünftigen Zahlungsverpflichtungen unter anderem aus Wartung, Betriebsführung und Gestattungsverträgen bestehen.

Rückbau des Windparks bereits berücksichtigt

Auch das spätere Ende des Windparkbetriebs spielt in der Bilanzierung eine Rolle.

Für Rückbauverpflichtungen des Windparks Creußen wurde eine Rückstellung gebildet. Die Berechnung basiert zum 31. Dezember 2024 auf einer angenommenen Restnutzungsdauer von 13 Jahren.

Der zugrunde gelegte Abzinsungssatz beträgt 1,91 Prozent.

Wie hoch allein die Rückstellung für den Rückbau ist, lässt sich aus den vorliegenden Angaben allerdings nicht erkennen.

Insgesamt werden Rückstellungen von 258.812,08 Euro ausgewiesen, nach 295.805,98 Euro im Vorjahr.

Was Anleger aus der Bilanz ablesen können – und was nicht

Die Bilanz zeigt zunächst eine deutliche Entschuldung: Die bilanzierten Verbindlichkeiten sind innerhalb eines Jahres um rund 1,50 Millionen Euro gesunken.

Gleichzeitig sind aber drei Entwicklungen relevant.

Erstens erhöhten sich die kurzfristig fälligen Verbindlichkeiten auf 2,33 Millionen Euro.

Zweitens haben sich die Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften auf 875.000 Euro mehr als verdoppelt.

Drittens bestehen neben den bilanzierten Verbindlichkeiten weitere vertragliche finanzielle Verpflichtungen von 3,91 Millionen Euro.

Dem stehen 6,24 Millionen Euro Eigenkapital und 1,63 Millionen Euro Bankguthaben gegenüber, wobei liquide Mittel nach Angaben der Gesellschaft teilweise beziehungsweise dem Grunde nach als Sicherheit verpfändet wurden; die konkrete Höhe des verpfändeten Betrags wird nicht genannt.

Eine Aussage über die tatsächliche Ertragskraft des Windparks lässt sich daraus noch nicht ableiten.

Dafür wären insbesondere Angaben zur Stromproduktion, zu den erzielten Strompreisen und Umsätzen, zu den laufenden Betriebskosten, zum Zinsaufwand und zum Jahresergebnis erforderlich.

Fazit: Schulden sinken, kurzfristige Fälligkeiten steigen

Der Jahresabschluss 2024 der Trianel Windpark Creußen GmbH & Co. KG zeigt auf den ersten Blick eine positive Entwicklung bei den bilanzierten Verbindlichkeiten.

Sie gingen um rund 10,4 Prozent auf 12,94 Millionen Euro zurück.

Auch die langfristigen Verpflichtungen wurden deutlich reduziert. Gleichzeitig stiegen jedoch die innerhalb eines Jahres fälligen Verbindlichkeiten um rund 15,8 Prozent auf 2,33 Millionen Euro.

Besonders auffällig ist außerdem der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaften von 430.000 auf 875.000 Euro.

Das Eigenkapital sank auf 6,24 Millionen Euro, während die rechnerische Eigenkapitalquote aufgrund der ebenfalls gesunkenen Bilanzsumme leicht auf rund 32,1 Prozent stieg.

Hinzu kommen nicht bilanzierte finanzielle Verpflichtungen aus Wartungs-, Betriebsführungs- und Gestattungsverträgen von insgesamt 3,91 Millionen Euro.

Der Abschluss wurde unter der Annahme der Unternehmensfortführung aufgestellt. Hinweise darauf, dass aus den genannten Bilanzpositionen unmittelbar auf wirtschaftliche Schwierigkeiten oder gar eine Bestandsgefährdung geschlossen werden könnte, enthält die vorgelegte Veröffentlichung nicht.

Eine zentrale Frage bleibt dagegen aufgrund der vorliegenden Darstellung offen: Wie profitabel arbeitete der Windpark 2024 tatsächlich? Der Jahresüberschuss beziehungsweise Jahresfehlbetrag für 2024 ist in der vorgelegten Bilanz nicht beziffert. Der ausgewiesene Bilanzgewinn von null Euro beantwortet diese Frage nicht.

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