Die BBE Windpark Verwaltungs GmbH mit Sitz in Barlt hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem kleinen positiven Ergebnis abgeschlossen.
Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 588,49 Euro. Im Vorjahr waren es 663,14 Euro gewesen. Damit verringerte sich der Gewinn um 74,65 Euro beziehungsweise rechnerisch rund 11,3 Prozent.
Angesichts der sehr kleinen Bilanzdimension sind allerdings weniger die absoluten Veränderungen als die Struktur des Unternehmens interessant.
Bilanzsumme steigt leicht auf 21.279,82 Euro
Die Bilanzsumme erhöhte sich von 20.705,04 Euro Ende 2024 auf 21.279,82 Euro zum 31. Dezember 2025.
Das entspricht einem Anstieg um 574,78 Euro beziehungsweise rund 2,8 Prozent.
Auf der Aktivseite besteht die gesamte Bilanz aus Umlaufvermögen.
Anlagevermögen wird überhaupt nicht ausgewiesen.
Das ist für die Einordnung entscheidend: Aus dem vorliegenden Jahresabschluss lässt sich insbesondere nicht ableiten, dass Windenergieanlagen mit einem Buchwert von nur rund 21.000 Euro vorhanden wären. Vielmehr enthält die Bilanz der BBE Windpark Verwaltungs GmbH selbst keinerlei ausgewiesene Sachanlagen.
Welche konkrete gesellschaftsrechtliche beziehungsweise operative Funktion die GmbH innerhalb eines möglichen Windparkmodells wahrnimmt, wird im vorliegenden Anhang nicht näher erläutert.
Bankguthaben sinkt auf 15.279,82 Euro
Den größten Vermögensposten bilden die liquiden Mittel.
Zum Jahresende lagen Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten bei 15.279,82 Euro. Ein Jahr zuvor waren es 17.205,04 Euro.
Damit verringerte sich dieser Posten um 1.925,22 Euro beziehungsweise rund 11,2 Prozent.
Die vorhandene Liquidität entspricht dennoch rechnerisch knapp 72 Prozent der gesamten Bilanzsumme.
Ob die Mittel frei verfügbar sind und welche laufenden Zahlungsverpflichtungen ihnen gegenüberstehen, lässt sich allein anhand der Bilanz nicht abschließend beurteilen.
Forderungen steigen von 3.500 auf 6.000 Euro
Gleichzeitig sind die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände deutlich gestiegen.
Sie erhöhten sich von 3.500 Euro auf 6.000 Euro – ein Plus von 2.500 Euro beziehungsweise rund 71,4 Prozent.
Bemerkenswert ist zudem ihre Laufzeit.
Der komplette Betrag von 6.000 Euro weist laut Anhang eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr auf. Im Vorjahr galt dies für die gesamten 3.500 Euro ebenfalls.
Wer Schuldner dieser Forderungen ist und aus welchem Rechtsverhältnis sie entstanden sind, wird im vorliegenden Abschluss nicht angegeben.
Auch Angaben zur Verzinsung oder zu konkreten Fälligkeitsterminen enthält die Veröffentlichung nicht.
Keine Verbindlichkeiten in der Bilanz ausgewiesen
Auf der Passivseite fällt besonders auf, was nicht vorhanden ist.
Die veröffentlichte Bilanz enthält keinen Posten „Verbindlichkeiten“.
Stattdessen stehen der Bilanzsumme von 21.279,82 Euro lediglich Eigenkapital von 19.900,10 Euro und Rückstellungen von 1.379,72 Euro gegenüber.
Das bedeutet nicht, dass die Gesellschaft niemals Zahlungsverpflichtungen hat. Es bedeutet zunächst lediglich, dass zum Bilanzstichtag in der vorgelegten Bilanz keine Verbindlichkeiten ausgewiesen werden.
Der Anhang enthält zwar allgemein den Satz, Verbindlichkeiten würden zum Erfüllungsbetrag angesetzt. Einen konkreten Verbindlichkeitsbetrag nennt die Bilanz jedoch nicht.
Rechnerische Eigenkapitalquote von 93,5 Prozent
Das Eigenkapital erhöhte sich von 19.311,61 Euro auf 19.900,10 Euro.
Bei einer Bilanzsumme von 21.279,82 Euro ergibt sich daraus rechnerisch eine Eigenkapitalquote von rund 93,5 Prozent.
Im Vorjahr waren es bei 19.311,61 Euro Eigenkapital und 20.705,04 Euro Bilanzsumme rechnerisch rund 93,3 Prozent.
Die Gesellschaft weist damit bilanziell einen sehr hohen Eigenkapitalanteil aus.
Wegen der insgesamt sehr kleinen Bilanzsumme sollte diese Quote allerdings nicht isoliert als Aussage über die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Windparkprojekts verstanden werden.
Nur die Hälfte des Stammkapitals eingefordert
Interessant ist auch die Zusammensetzung des Eigenkapitals.
Das gezeichnete Kapital beträgt 25.000 Euro. Davon werden jedoch nicht eingeforderte ausstehende Einlagen von 12.500 Euro abgezogen.
Das eingeforderte Kapital beträgt daher 12.500 Euro.
Hinzu kommen ein Gewinnvortrag von 6.811,61 Euro und der Jahresüberschuss von 588,49 Euro.
Zusammen ergeben diese Positionen das ausgewiesene Eigenkapital von 19.900,10 Euro.
Gegenüber dem Vorjahr ist der Gewinnvortrag von 6.148,47 Euro auf 6.811,61 Euro gestiegen.
Rückstellungen von knapp 1.380 Euro
Die Rückstellungen gingen geringfügig von 1.393,43 Euro auf 1.379,72 Euro zurück.
Das entspricht einer Abnahme von lediglich 13,71 Euro.
Im Anhang heißt es, dass Steuerrückstellungen die das Geschäftsjahr betreffenden und noch nicht veranlagten Steuern enthalten.
Eine weitere Aufschlüsselung des ausgewiesenen Rückstellungsbetrags enthält der vorgelegte Abschluss nicht.
Keine Beschäftigten
Die BBE Windpark Verwaltungs GmbH beschäftigte 2025 nach eigenen Angaben im Jahresdurchschnitt keine Arbeitnehmer.
Auch diese Angabe passt zur sehr schlanken Bilanzstruktur der Gesellschaft.
Daraus allein lässt sich allerdings nicht ableiten, wer operative Tätigkeiten im Zusammenhang mit einem möglicherweise zugehörigen Windpark übernimmt. Der vorliegende Jahresabschluss enthält dazu keine näheren Angaben.
Geschäftsführer Arnt von Drathen und Kai Thomsen
Unterzeichnet wurde der Jahresabschluss am 25. Juli 2026 in Barlt von den Geschäftsführern Arnt von Drathen und Kai Thomsen.
Die Gesellschaft ist beim Registergericht Pinneberg unter der Registernummer 10318 eingetragen.
Der Jahresabschluss wurde nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuchs unter Beachtung der ergänzenden Bestimmungen für kleine Kapitalgesellschaften erstellt. Nach den veröffentlichten Angaben wurde er am 25. Juli 2026 festgestellt.
Was der Abschluss nicht verrät
Gerade bei einer Gesellschaft mit dem Namen „BBE Windpark Verwaltungs GmbH“ ist eine Abgrenzung wichtig.
Der vorliegende Abschluss enthält keine Gewinn- und Verlustrechnung mit Angaben zu Umsätzen, jedenfalls nicht in den hier veröffentlichten Unterlagen. Deshalb lässt sich aus dem Zahlenwerk nicht beurteilen, welche laufenden Erlöse die Gesellschaft erzielt oder wie sich einzelne Aufwandspositionen entwickelt haben.
Ebenso fehlen Angaben zur Stromproduktion, zu Windenergieanlagen, deren Leistung, Einspeiseerlösen oder Projektfinanzierungen.
Auch die Bilanz selbst weist keine Sachanlagen aus.
Es wäre deshalb nicht sachgerecht, aus den lediglich 21.279,82 Euro Bilanzsumme auf Größe oder Wert eines möglicherweise mit der Gesellschaft verbundenen Windparks zu schließen.
Fazit: Kleine Verwaltungsbilanz mit hohem Eigenkapitalanteil
Der Jahresabschluss 2025 der BBE Windpark Verwaltungs GmbH zeigt eine außergewöhnlich übersichtliche Bilanz.
21.279,82 Euro Bilanzsumme stehen 19.900,10 Euro Eigenkapital gegenüber. Verbindlichkeiten werden nicht ausgewiesen. Das Bankguthaben beträgt 15.279,82 Euro, langfristige Forderungen belaufen sich auf 6.000 Euro und die Rückstellungen auf 1.379,72 Euro.
Der Jahresüberschuss fällt mit 588,49 Euro gering aus und liegt rund 11 Prozent unter dem Vorjahreswert.
Die rechnerische Eigenkapitalquote von etwa 93,5 Prozent erscheint auf den ersten Blick ausgesprochen hoch. Aufgrund der kleinen Bilanz und der erkennbaren Struktur als Verwaltungsgesellschaft sollte daraus jedoch keine Aussage über die Finanzierung oder wirtschaftliche Stabilität eines Windparks abgeleitet werden.