Die Bilanzsumme der SL Windpark Baumberge GmbH & Co. KG ist 2024 gestiegen. Zum 31. Dezember wurden 3.158.322,26 Euro ausgewiesen. Ein Jahr zuvor waren es 3.049.889,05 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs um 108.433,21 Euro beziehungsweise rund 3,6 Prozent.
Auffällig ist dabei die Struktur der Aktivseite: Nahezu das gesamte Vermögen wird als Umlaufvermögen ausgewiesen.
Nur noch 11 Euro Anlagevermögen
Das Anlagevermögen steht sowohl Ende 2023 als auch Ende 2024 mit lediglich 11 Euro in der Bilanz.
Dabei handelt es sich vollständig um Sachanlagen.
Für eine Gesellschaft mit der Bezeichnung „Windpark“ ist dieser geringe Buchwert zunächst bemerkenswert. Daraus kann jedoch nicht ohne weitere Informationen geschlossen werden, dass die Gesellschaft keine Windenergieanlagen betreibt oder wirtschaftlich nutzt.
Der vorgelegte Anhang erläutert weder die Zusammensetzung der Sachanlagen noch die konkrete operative Struktur des Windparks. Eine weitergehende Interpretation des Buchwerts wäre deshalb spekulativ.
2,76 Millionen Euro liquide Mittel
Den größten Vermögensposten bilden die liquiden Mittel.
Kassenbestand und Bankguthaben erhöhten sich von 2.725.464,90 Euro auf 2.763.751,65 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von 38.286,75 Euro.
Damit machen die liquiden Mittel rechnerisch rund 87,5 Prozent der gesamten Bilanzsumme aus.
Hinzu kommen Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände von 394.559,61 Euro. Im Vorjahr waren es 268.745,51 Euro.
Dieser Posten erhöhte sich damit um 125.814,10 Euro beziehungsweise rund 46,8 Prozent.
Welche Forderungen dahinterstehen und gegenüber wem sie bestehen, wird in den vorliegenden Angaben nicht näher erläutert.
Rechnungsabgrenzungsposten fällt weg
Eine weitere Veränderung betrifft den aktiven Rechnungsabgrenzungsposten.
Ende 2023 waren hier noch 55.667,64 Euro ausgewiesen. Zum Jahresende 2024 beträgt der Wert null Euro.
Welche Aufwendungen beziehungsweise Zahlungen dem Vorjahresbetrag zugrunde lagen und weshalb der Posten vollständig weggefallen ist, wird im vorgelegten Anhang nicht erläutert.
Kapitalanteile steigen um mehr als 405.000 Euro
Auf der Passivseite fällt insbesondere die Entwicklung des Eigenkapitals auf.
Es erhöhte sich von 1.376.800,12 Euro auf 1.782.279,60 Euro.
Das ist ein Anstieg um 405.479,48 Euro beziehungsweise rund 29,5 Prozent.
Der gesamte Betrag wird als Kapitalanteil der Kommanditisten ausgewiesen.
Dadurch verbessert sich auch die rechnerische Eigenkapitalquote deutlich. Ende 2023 lag sie bei rund 45,1 Prozent der Bilanzsumme. Ende 2024 sind es rund 56,4 Prozent.
Mehr als die Hälfte des bilanzierten Vermögens ist damit zum Bilanzstichtag rechnerisch durch Eigenkapital gedeckt.
Bilanzgewinn von null Euro bedeutet nicht automatisch Ergebnis von null
Sowohl für 2023 als auch für 2024 wird ein Bilanzgewinn beziehungsweise Bilanzverlust von 0 Euro ausgewiesen.
Dieser Wert sollte allerdings nicht mit dem Jahresergebnis verwechselt werden.
Aus der vorgelegten Bilanz lässt sich nicht ableiten, dass die Gesellschaft 2024 weder Gewinn noch Verlust erwirtschaftet hätte.
Gerade bei Personengesellschaften können Ergebnisse über die Kapitalkonten der Gesellschafter abgebildet werden. Aus den hier veröffentlichten Angaben allein lässt sich allerdings nicht feststellen, welche konkreten Vorgänge den Anstieg der Kapitalanteile um 405.479,48 Euro verursacht haben.
Eine Gewinn- und Verlustrechnung beziehungsweise Angaben zum Jahresergebnis liegen in dem vorgelegten Material nicht vor.
Damit bleiben insbesondere Umsatzerlöse, Stromproduktion, laufende Betriebskosten und das Ergebnis des Geschäftsjahres offen.
Rückstellungen sinken um mehr als 232.000 Euro
Eine weitere erhebliche Veränderung zeigt sich bei den Rückstellungen.
Diese gingen von 1.482.570,92 Euro auf 1.250.009,92 Euro zurück.
Das entspricht einer Verringerung um exakt 232.561 Euro beziehungsweise rund 15,7 Prozent.
Der Anhang erläutert grundsätzlich, dass bei der Bemessung der Rückstellungen alle erkennbaren Risiken berücksichtigt werden und längerfristige Rückstellungen abgezinst werden.
Welche konkreten Verpflichtungen hinter den 1,25 Millionen Euro stehen, wird in den vorgelegten Angaben jedoch nicht aufgeschlüsselt.
Damit lässt sich auch nicht beurteilen, weshalb sich die Rückstellungen 2024 um mehr als 232.000 Euro reduziert haben.
Bilanzielle Verbindlichkeiten sinken deutlich
Auch die Verbindlichkeiten sind zurückgegangen.
Ende 2023 betrugen sie 190.518,01 Euro. Ein Jahr später waren es nur noch 126.032,74 Euro.
Der Rückgang beläuft sich auf 64.485,27 Euro beziehungsweise rund 33,8 Prozent.
Sämtliche Verbindlichkeiten haben laut Anhang eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern bestanden zum Jahresende 2024 nicht mehr. Ende 2023 waren hier noch 5.280 Euro ausgewiesen.
Langfristige bilanzielle Verbindlichkeiten weist die Gesellschaft damit zum Bilanzstichtag nicht aus.
Weitere finanzielle Verpflichtungen von rund 120.400 Euro
Das bedeutet allerdings nicht, dass überhaupt keine längerfristigen finanziellen Verpflichtungen bestehen.
Der Anhang nennt zusätzlich Verpflichtungen aus langfristig abgeschlossenen Pachtverträgen, Verträgen über kaufmännische Betriebsführung sowie EPK-Verträgen.
Für deren verbleibende Laufzeit bis längstens 2027 wird eine Gesamtverpflichtung von 120.400 Euro angegeben.
Diese sonstigen finanziellen Verpflichtungen sind von den bilanzierten Verbindlichkeiten in Höhe von 126.032,74 Euro zu unterscheiden.
Eine Addition beider Positionen zu einer vermeintlichen „Gesamtverschuldung“ wäre daher ohne weitere Einordnung nicht sachgerecht.
Keine Arbeitnehmer neben der Geschäftsführung
Die Gesellschaft beschäftigte 2024 neben der Geschäftsführung keine eigenen Arbeitnehmer.
Persönlich haftende Gesellschafterin ist die SL Verwaltungs-GmbH aus Gladbeck.
Als deren Geschäftsführer werden Klaus Schulze Langenhorst und Milan Nitzschke genannt. Beide sind einzelvertretungsberechtigt und von den Beschränkungen des § 181 BGB befreit.
Die SL Windpark Baumberge GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Gladbeck und ist beim Handelsregister Gelsenkirchen unter HRA 2127 eingetragen.
Der Abschluss wurde am 20. März 2025 unterzeichnet und am 17. Juni 2025 festgestellt.
Eine Bilanz mit hoher Liquidität – aber offenen Fragen zur Ertragslage
Die Bilanz der SL Windpark Baumberge GmbH & Co. KG zeigt zum Jahresende 2024 auf den ersten Blick eine komfortable Liquiditätsposition.
Den Bank- und Kassenbeständen von rund 2,76 Millionen Euro stehen lediglich rund 126.000 Euro bilanzielle Verbindlichkeiten gegenüber. Gleichzeitig sind allerdings Rückstellungen von rund 1,25 Millionen Euro zu berücksichtigen.
Das Eigenkapital beziehungsweise die Kapitalanteile der Kommanditisten erhöhten sich um mehr als 405.000 Euro auf 1,78 Millionen Euro. Die rechnerische Eigenkapitalquote stieg dadurch auf rund 56,4 Prozent.
Offen bleibt jedoch, wie der deutliche Anstieg der Kapitalanteile zustande gekommen ist. Ebenso fehlen in den vorgelegten Angaben Informationen darüber, welche Sachverhalte hinter den hohen Rückstellungen stehen.