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GSW Windpark Uckermark rutscht tiefer in die Verlustzone – Anleger müssen erneut auf Ausschüttungen verzichten
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GSW Windpark Uckermark rutscht tiefer in die Verlustzone – Anleger müssen erneut auf Ausschüttungen verzichten

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die GSW Windpark Uckermark GmbH & Co. KG mit Sitz im bayerischen Kirchroth hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 veröffentlicht. Die Gesellschaft betreibt insgesamt vier Windenergieanlagen, davon drei im brandenburgischen Prenzlau und eine in Hörselberg-Hainich in Thüringen. Sie ist beim Amtsgericht Straubing unter HRA 6660 eingetragen. Zum Jahresende waren 167 Kommanditisten an dem Unternehmen beteiligt.

Das Geschäftsjahr verlief deutlich schlechter als ursprünglich erwartet. Die Geschäftsführung hatte für 2025 einen handelsrechtlichen Jahresüberschuss von rund 200.000 Euro prognostiziert. Tatsächlich entstand ein Jahresfehlbetrag von 96.976,12 Euro. Damit wurde das geplante Ergebnis um knapp 297.000 Euro verfehlt.

Als wesentlichen Grund nennt die Geschäftsführung das geringe Windaufkommen. Die vier Anlagen erzeugten im Berichtsjahr insgesamt 20,19 Millionen Kilowattstunden Strom. Geplant waren jährlich 23,55 Millionen Kilowattstunden. Damit erreichte die tatsächliche Stromproduktion lediglich 85,7 Prozent des vorgesehenen Wertes. Die Erzeugung blieb folglich um rund 14,3 Prozent hinter der Planung zurück.

Trotz der geringeren Stromproduktion stiegen die Umsatzerlöse gegenüber dem Vorjahr. Sie erhöhten sich von 1.682.545,64 Euro auf 1.781.324,39 Euro. Das entspricht einem Zuwachs von knapp 99.000 Euro. Allerdings lagen die Erlöse weiterhin unter den ursprünglichen Erwartungen der Geschäftsführung.

Zusätzlich erzielte die Gesellschaft sonstige betriebliche Erträge von 148.950,73 Euro. Darin enthalten ist eine Entschädigung von 110.000 Euro für den Ausfall der Windenergieanlage in Thüringen. Im Vorjahr hatte die entsprechende Entschädigung noch 216.787,23 Euro betragen. Die sonstigen betrieblichen Erträge gingen insgesamt von 296.491,35 Euro auf 148.950,73 Euro zurück.

Auf der Kostenseite erhöhten sich die Aufwendungen für bezogene Leistungen von 312.775,47 Euro auf 340.855,65 Euro. Diese betreffen insbesondere die technische Betriebsführung und den Vollwartungsvertrag mit dem Hersteller der Windenergieanlagen. Nach Angaben der Geschäftsführung sind die entsprechenden Kosten im Voraus vereinbart und teilweise ertragsabhängig.

Die Abschreibungen auf die Windenergieanlagen beliefen sich auf 1.227.079 Euro. Sie stellen damit einen erheblichen Aufwandsposten dar. Die Anlagen werden linear mit jährlich 6,25 Prozent der Anschaffungskosten abgeschrieben.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen dagegen um rund neun Prozent auf 291.803,26 Euro zurück. Im Vorjahr hatten sie noch 321.767,72 Euro betragen. Die Geschäftsführung führt den Rückgang vor allem auf niedrigere ertragsabhängige Pachtzahlungen zurück.

Zusätzliche Belastungen entstanden durch gestiegene Finanzierungskosten. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen erhöhten sich von 159.086,41 Euro auf 176.139,36 Euro. Hintergrund waren nach Angaben der Gesellschaft auslaufende Zinsbindungen und neu verhandelte Zinssätze für bestehende Investitionsdarlehen.

Trotz des negativen Jahresergebnisses gelang es dem Unternehmen, seine Bankverbindlichkeiten erheblich zu reduzieren. Die Darlehensschulden gegenüber Kreditinstituten sanken von 6.116.428 Euro auf 5.000.584 Euro. Damit wurden im Geschäftsjahr rund 1,12 Millionen Euro getilgt. Die Bankdarlehen sind durch eine Sicherungsübereignung des Anlagevermögens sowie eine Globalzession der Forderungen abgesichert.

Gleichzeitig erhöhte sich das Bankguthaben von 511.145,17 Euro auf 599.451,60 Euro. Die Geschäftsführung führt die Verbesserung der Liquiditätslage unter anderem darauf zurück, dass 2025 auf Ausschüttungen an die Kommanditisten verzichtet wurde. Lediglich die auf die Gesellschafter entfallende Kapitalertragsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag in Höhe von insgesamt 2.164 Euro wurde als anrechenbare Privatentnahme verbucht.

Der vereinfachte Cashflow belief sich nach Angaben im Lagebericht auf 1.130.102 Euro. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einem Rückgang um 86.264 Euro. Die Geschäftsführung bezeichnet die Finanzlage dennoch als stabil und erklärt, dass die Gesellschaft ihre fälligen Zahlungsverpflichtungen fristgerecht erfüllen könne.

Die Bilanzsumme verringerte sich von 9.439.577,36 Euro auf 8.233.579,13 Euro. Wesentlich dafür waren die planmäßigen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen. Das Anlagevermögen sank von 8.510.224 Euro auf 7.283.145 Euro. Die ursprünglichen Anschaffungs- und Herstellungskosten der technischen Anlagen und Maschinen belaufen sich auf rund 19,58 Millionen Euro.

Das Eigenkapital reduzierte sich von 3.010.445,59 Euro auf 2.911.305,46 Euro. Aufgrund der gleichzeitig gesunkenen Bilanzsumme erhöhte sich die Eigenkapitalquote dennoch von rund 32 auf rund 35 Prozent. Der Jahresfehlbetrag von 96.976,12 Euro soll den Kapitalkonten der Gesellschafter belastet werden.

Die gesamten Verbindlichkeiten gingen von rund 6,18 Millionen Euro auf rund 5,06 Millionen Euro zurück. Neben den Bankdarlehen bestanden zum Jahresende Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen von 24.389,09 Euro sowie sonstige Verbindlichkeiten von 36.285,56 Euro.

Die Rückstellungen erhöhten sich von 247.658,65 Euro auf 261.015,02 Euro. Den größten Anteil daran bilden die Rückstellungen für den späteren Rückbau der Windenergieanlagen. Diese stiegen von 225.910,27 Euro auf 247.167,67 Euro. Weitere Rückstellungen betreffen insbesondere Abschluss- und Prüfungskosten sowie sonstige ungewisse Verpflichtungen.

Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet die Geschäftsführung erneut mit einem schwierigen Verlauf. Nach ihren Angaben begann auch das neue Windjahr mit einer schwachen Stromproduktion. Die Gesellschaft erwartet deshalb Umsatzerlöse zwischen 1,7 und 1,8 Millionen Euro und geht davon aus, dass die Umsatzrentabilität erneut negativ ausfallen wird.

Eine wesentliche Unsicherheit bleibt neben dem Windaufkommen die Entwicklung der Börsenstrompreise. Die Geschäftsführung verweist insbesondere auf die zunehmende Zahl von Stunden mit negativen Strompreisen. Solche Marktphasen können die Erlöse von Windenergieanlagen beeinträchtigen. Hinzu kommen mögliche ungeplante Reparaturkosten sowie Risiken durch Netzengpässe und regulatorische Veränderungen.

Für die Kommanditisten bedeutet die Prognose, dass auch 2026 keine regulären Ausschüttungen auf ihre Einlagen vorgesehen sind. Die Geschäftsführung will die vorhandene Liquidität weiterhin sichern und die laufenden Darlehen planmäßig tilgen. Neue Investitionen oder eine Ausweitung der Geschäftstätigkeit sind für 2026 nicht geplant.

Die Geschäfte der Gesellschaft werden durch Josef Gold und Lucia Gold geführt. Persönlich haftende Gesellschafterin ist die GSW 3. Energie Verwaltungs GmbH mit Sitz in Kirchroth. Die Windparkgesellschaft beschäftigt keine eigenen Arbeitnehmer.

Der Jahresabschluss und der Lagebericht wurden von der REDONIS GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft. Der unabhängige Abschlussprüfer erteilte einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Die Prüfung führte zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Der Abschluss wurde am 11. September 2026 festgestellt und am 22. September 2026 veröffentlicht.

Für die 167 Kommanditisten bleibt die weitere Entwicklung vor allem vom Windaufkommen und den erzielbaren Strompreisen abhängig. Zwar hat die Gesellschaft ihre Bankschulden im Geschäftsjahr 2025 erheblich reduziert und ihre Liquiditätsreserven erhöht. Die deutlich verfehlte Ertragsprognose und der angekündigte erneute Ausschüttungsverzicht zeigen jedoch, dass sich die wirtschaftlichen Erwartungen an den Windpark bislang nicht erfüllt haben.

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