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Las Vegas kämpft um Touristen: Hotels locken fünf Tage lang mit Rabatten von bis zu 60 Prozent

tookapic (CC0), Pixabay

Zimmerpreise um bis zu 60 Prozent reduziert, Hotels ohne Resort Fee, kostenlose Parkplätze, Restaurantguthaben und Showtickets für 50 Dollar: Las Vegas startet eine ungewöhnlich breit angelegte Rabattaktion, um wieder mehr Urlauber in die Glücksspielmetropole zu locken.

Hinter der Aktion steckt ein ernstes wirtschaftliches Thema.

Las Vegas verlor 2025 rund 3,1 Millionen Besucher gegenüber dem Vorjahr. Das entsprach einem Rückgang um 7,5 Prozent und war nach Angaben der Las Vegas Convention and Visitors Authority (LVCVA) – abgesehen von der Corona-Pandemie – der stärkste Besucherrückgang seit Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen im Jahr 1970.

Nun soll eine fünftägige Rabattkampagne zusätzliche Besucher bringen.

180 Angebote innerhalb von fünf Tagen

Die Tourismusorganisation LVCVA kündigte am 22. September die Rückkehr ihres sogenannten „5-Day Sale“ an.

Die Aktion läuft vom 22. bis zum 26. September 2026.

Nach dem vorliegenden Bericht umfasst sie insgesamt 180 Angebote am berühmten Las Vegas Strip und in Downtown Las Vegas.

Dabei geht es keineswegs nur um Hotelzimmer.

Rabatte werden für Übernachtungen, Restaurants, Shows, Attraktionen und Touren angeboten.

Die Dimension der Aktion zeigt, wie intensiv die Stadt derzeit versucht, zusätzliche Nachfrage zu erzeugen.

Bis zu 60 Prozent Rabatt auf Hotelzimmer

Besonders auffällig sind die Preisnachlässe der großen Hotel- und Casinokonzerne.

MGM Resorts bietet laut dem Bericht beispielsweise Rabatte von bis zu 50 Prozent auf Zimmerpreise in Häusern wie MGM Grand, Mandalay Bay, Park MGM, Luxor und Excalibur.

Bei höherpreisigen Resorts wie ARIA, Bellagio, The Cosmopolitan und Vdara gibt es demnach alternativ bis zu 25 Prozent Preisnachlass und zusätzlich ein tägliches Guthaben von 100 Dollar für Speisen und Getränke.

Caesars Entertainment geht bei einigen Hotels noch weiter.

Für Flamingo, Harrah’s, Horseshoe und The LINQ werden Rabatte von bis zu 60 Prozent genannt.

Beim Planet Hollywood sind es bis zu 55 Prozent. In anderen Häusern werden Pakete mit Frühstück angeboten.

Hotel für 49 Dollar – ohne Resort Fee und Steuern

Ein besonders auffälliges Angebot kommt vom STRAT.

Dort beginnt ein sogenanntes „Fall All-In“-Paket unter der Woche laut Bericht bei 49 Dollar pro Nacht.

Bemerkenswert ist dabei, dass nach den veröffentlichten Angaben weder Resort Fees noch Steuern zusätzlich anfallen sollen.

Außerdem gehört ein Resortguthaben von 50 Dollar pro Aufenthalt zum Paket.

Gerade der Verzicht auf Resort Fees ist für Reisende interessant.

Denn der zunächst angezeigte Zimmerpreis sagt bei Las-Vegas-Hotels traditionell nicht immer alles darüber aus, was ein Aufenthalt am Ende tatsächlich kostet.

Deshalb sollten Verbraucher bei sämtlichen Rabattangeboten nicht nur auf die prozentuale Ersparnis schauen, sondern den Endpreis einschließlich obligatorischer Gebühren und Steuern vergleichen.

Zwei Nächte für 200 Dollar inklusive Restaurantguthaben

Auch Downtown Las Vegas versucht mit Paketpreisen Besucher anzulocken.

Circa Hospitality bietet laut dem Bericht unter anderem ein Zwei-Nächte-Paket für insgesamt 200 Dollar an.

Darin sollen Resort Fees und Steuern bereits enthalten sein. Zusätzlich gibt es demnach ein Guthaben von 100 Dollar für Essen und Getränke im The D und Golden Gate.

Für das Circa wird ein Zwei-Nächte-Paket für 400 Dollar angeboten, einschließlich 200 Dollar Guthaben für Speisen und Getränke sowie eines Daybeds im Stadium Swim.

Damit wird deutlich, dass die Anbieter nicht allein über niedrigere Zimmerpreise konkurrieren.

Sie versuchen vielmehr, komplette Aufenthaltspakete attraktiver erscheinen zu lassen.

Wynn, Fontainebleau und Sahara machen ebenfalls mit

Auch Hotels aus höheren Preissegmenten beteiligen sich.

Wynn und Encore bieten laut Bericht bis zu 30 Prozent Rabatt auf Resortzimmer beziehungsweise 20 Prozent auf Tower Suites. Zusätzlich gehört ein Buffetangebot für zwei Personen zum Paket.

Das Fontainebleau reduziert Zimmerpreise um bis zu 20 Prozent und kombiniert dies mit einem täglichen Resortguthaben von 50 Dollar sowie kostenlosem Parken.

Das Sahara wiederum wirbt mit bis zu 60 Prozent Preisnachlass und einem kostenlosen Late-Checkout bis mittags.

Auch Shows werden deutlich billiger

Las Vegas verkauft allerdings nicht nur Betten.

Entertainment ist ein wesentlicher Bestandteil des Geschäftsmodells der Stadt.

Auch deshalb umfasst die Rabattaktion zahlreiche Shows.

Für ausgewählte Termine werden Tickets für 50 Dollar angeboten. Dazu gehören Auftritte beziehungsweise Shows unter anderem von Josh Groban, Tim McGraw, Thomas Rhett, Yandel und Bailey Zimmerman.

Andere Produktionen werden prozentual reduziert.

Für „Absinthe“ im Caesars Palace werden 30 Dollar Rabatt genannt. Bei „Atomic Saloon Show“ im Venetian Resort sind bis zu 50 Prozent möglich.

Tickets für verschiedene Cirque-du-Soleil-Produktionen – darunter „O“, „Michael Jackson ONE“, „KÀ“ und „Mystère“ – werden mit Preisnachlässen zwischen zehn und 30 Prozent angeboten.

Selbst der Grand-Canyon-Flug wird rabattiert

Auch typische touristische Aktivitäten sind Bestandteil der Kampagne.

Das Mob Museum reduziert den Eintritt laut Bericht um 20 Prozent.

Für Helikopterflüge über den Grand Canyon beziehungsweise den Las Vegas Strip werden Rabatte von bis zu 50 Dollar angeboten.

Maverick Helicopters gewährt demnach 25 Prozent Preisnachlass.

Auch für den Eiffelturm-Nachbau am Paris Las Vegas werden Tickets um bis zu 25 Prozent reduziert.

Selbst Hochzeiten sind Teil der Aktion.

Die Little White Wedding Chapel bietet bei bestimmten Hochzeitspaketen einen kostenlosen Drei-Rosen-Strauß, während andere Hochzeitsanbieter Preisnachlässe beziehungsweise kostenlose Upgrades versprechen.

Warum verschenkt Las Vegas plötzlich Rabatte?

Die entscheidende Geschichte steckt hinter den Angeboten.

Las Vegas versucht, seine Besucherzahlen wieder zu stabilisieren.

2025 kamen nach Angaben der Tourismusorganisation rund 3,1 Millionen Menschen weniger als im Vorjahr.

Der Rückgang um 7,5 Prozent war außerhalb der Corona-Jahre außergewöhnlich stark.

Für eine Stadt, deren Wirtschaft stark von Hotels, Casinos, Gastronomie, Shows, Kongressen und anderen touristischen Angeboten abhängt, sind solche Veränderungen erheblich.

Ein fehlender Tourist bedeutet schließlich nicht nur ein nicht gebuchtes Hotelzimmer.

Möglicherweise fehlen gleichzeitig Restaurantumsätze, Glücksspielerlöse, Eintrittsgelder, Taxifahrten, Einkäufe und Showbesuche.

2026 zeichnet sich eine leichte Stabilisierung ab

Die jüngsten Zahlen sehen allerdings etwas besser aus.

Bis einschließlich Juli lag die Besucherzahl 2026 nach den im Bericht wiedergegebenen LVCVA-Daten 0,5 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Besonders der Juli entwickelte sich positiv.

Die Besucherzahl lag dort 2,7 Prozent über dem Juli 2025.

Es war dem Bericht zufolge der bislang stärkste monatliche Zuwachs des Jahres.

In anderen Monaten waren dagegen noch Rückgänge von bis zu 2,2 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahresmonat registriert worden.

Von einem neuen Tourismusboom kann auf Basis dieser Zahlen deshalb noch keine Rede sein.

Nach dem starken Rückgang 2025 würde selbst eine leichte Steigerung gegenüber dem schwachen Vorjahr das frühere Besucherniveau nicht automatisch wiederherstellen.

Hotels experimentieren bereits länger mit Pauschalangeboten

Die aktuelle Fünf-Tage-Aktion kommt auch nicht völlig überraschend.

Bereits zuvor hatten verschiedene Casinobetreiber versucht, mit All-inclusive-ähnlichen Angeboten zusätzliche Gäste anzulocken.

Interessant ist dabei eine Aussage von MGM-Resorts-Chef Bill Hornbuckle.

Nach Angaben im Bericht erklärte er bei einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen Ende Juli, dass rund die Hälfte der Gäste, die entsprechende Pakete im Luxor und Excalibur gebucht hatten, erstmals in einem MGM-Haus übernachteten.

Hornbuckle bezeichnete diese Zahl als überraschend und zugleich vielversprechend.

Rabatte könnten damit nicht nur bestehende Las-Vegas-Fans zu einer weiteren Reise bewegen.

Sie könnten auch neue Kundengruppen erreichen.

Verbraucher sollten sich von „bis zu 60 Prozent“ nicht blenden lassen

Für Reisende können die Angebote durchaus attraktiv sein.

Bei Formulierungen wie „bis zu 60 Prozent Rabatt“ ist allerdings Vorsicht angebracht.

Das „bis zu“ bedeutet nicht, dass jedes Zimmer und jeder Reisetermin tatsächlich um 60 Prozent günstiger angeboten wird.

Entscheidend sind konkrete Reisezeit, Zimmerkategorie und Verfügbarkeit.

Verbraucher sollten deshalb den angebotenen Endpreis mit dem regulären Preis für exakt denselben Zeitraum und dieselbe Zimmerkategorie vergleichen.

Auch Stornierungsbedingungen gehören in den Vergleich.

Besonders wichtig sind mögliche Resort Fees, Steuern, Parkgebühren und Bedingungen für Restaurant- oder Resortguthaben.

Ein 100-Dollar-Guthaben ist nicht dasselbe wie 100 Dollar Rabatt

Auch die zahlreichen Guthaben sollten Verbraucher richtig einordnen.

Wer beispielsweise 100 Dollar Restaurantguthaben erhält, spart nur dann tatsächlich 100 Dollar, wenn er die entsprechenden Leistungen ohnehin in Anspruch genommen hätte und das Guthaben vollständig einsetzen kann.

Gleiches gilt für kostenlose Buffets, Parkplätze oder Resort Credits.

Für einen Reisenden, der das Hotel hauptsächlich zum Übernachten nutzt, kann ein niedrigerer reiner Zimmerpreis attraktiver sein als ein nominell höherwertiges Paket mit zahlreichen Zusatzleistungen.

Der tatsächliche Wert eines Angebots hängt deshalb stark vom individuellen Reiseverhalten ab.

Für deutsche Urlauber kommt noch der Flug hinzu

Für Reisende aus Deutschland ist außerdem der Gesamtpreis der Reise entscheidend.

Ein Hotelzimmer für 49 Dollar pro Nacht macht Las Vegas nicht automatisch zu einem günstigen Urlaubsziel.

Flüge, mögliche Gepäckkosten, Transfers, Verpflegung, Trinkgelder, Eintritte und weitere Nebenkosten müssen hinzugerechnet werden.

Auch Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar beeinflussen den tatsächlichen Preis.

Die spektakulären Hotelrabatte sollten deshalb immer im Zusammenhang mit den Gesamtkosten betrachtet werden.

Die Rabattaktion erzählt vor allem eine Geschichte über Las Vegas

Gerade deshalb ist der „5-Day Sale“ mehr als eine gewöhnliche Werbekampagne.

Wenn einige der bekanntesten Hotel- und Casinobetreiber der Welt gleichzeitig Zimmer, Restaurants und Unterhaltung rabattieren, zeigt das, wie wichtig zusätzliche Besucher für die Stadt derzeit sind.

2025 hat Las Vegas 7,5 Prozent seiner Besucher verloren.

2026 zeichnet sich bislang lediglich eine leichte Erholung ab.

Nun versucht die Tourismusbranche, mit 180 Sonderangeboten innerhalb von fünf Tagen zusätzliche Nachfrage zu erzeugen.

Für Verbraucher kann daraus tatsächlich die Gelegenheit zu einem günstigeren Las-Vegas-Aufenthalt entstehen.

Der entscheidende Maßstab sollte allerdings nicht der größte auf der Werbeseite angezeigte Rabatt sein.

Entscheidend ist, was Hotel, Gebühren, Flug und Nebenkosten am Ende zusammen kosten.

Und aus wirtschaftlicher Sicht wird noch eine andere Zahl wesentlich spannender sein: ob die Besucherzahlen von Las Vegas nach dem historischen Rückgang 2025 tatsächlich wieder dauerhaft steigen – oder ob immer neue Rabattaktionen nötig werden, um die Hotelzimmer der Glücksspielmetropole zu füllen.

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