Der Eintritt in den Ruhestand verändert für viele Menschen nicht nur den Alltag, sondern auch die finanzielle Situation.
Das regelmäßige Arbeitseinkommen fällt weg und wird durch gesetzliche Rente, Betriebsrente, private Altersvorsorge oder andere Einkünfte ersetzt. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie vorhandenes Vermögen in den kommenden Jahren eingesetzt und angelegt werden soll.
Genau hier setzt eine Informationsveranstaltung an, auf die die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am 21. September aufmerksam macht.
Webinar am 24. September um 14 Uhr
Der digitale Stammtisch findet am Donnerstag, 24. September 2026, um 14 Uhr statt.
Als Experten sind die BaFin-Verbraucherschützer Jörg Janotte und Thomas Müller angekündigt.
Im Mittelpunkt stehen zwei miteinander verbundene Themen: Finanzplanung und Geldanlage im Ruhestand.
Die Experten wollen erläutern, wie ältere Menschen mit ihrer veränderten finanziellen Situation umgehen können und welche Besonderheiten bei Geldanlagen im Ruhestand zu beachten sind.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Schutz vor Betrug.
Warum sich die Finanzplanung im Ruhestand verändert
Mit dem Ruhestand können sich die Anforderungen an eine Geldanlage verschieben.
Während während des Berufslebens häufig der langfristige Vermögensaufbau im Vordergrund steht, können später andere Fragen wichtiger werden: Wie viel Geld muss jederzeit verfügbar bleiben? Welche regelmäßigen Einnahmen stehen zur Verfügung? Welche größeren Ausgaben sind absehbar? Und welcher Teil des Vermögens kann überhaupt längerfristig angelegt werden?
Dabei gibt es keine allgemeingültige Lösung für alle Ruheständler.
Die geeignete Aufteilung hängt unter anderem von den persönlichen Einnahmen, Ausgaben, Rücklagen und finanziellen Verpflichtungen ab.
Gerade deshalb kann der Renteneintritt ein sinnvoller Zeitpunkt sein, die eigene Finanzstruktur neu zu überprüfen.
Rendite ist nicht das einzige Kriterium
Bei einer Geldanlage spielen grundsätzlich mehrere Faktoren zusammen.
Neben der möglichen Rendite sind insbesondere Risiko und Verfügbarkeit des Geldes wichtig.
Wer einen Teil seines Vermögens kurzfristig für Lebenshaltung, Reparaturen oder andere unerwartete Ausgaben benötigt, hat andere Anforderungen als jemand, der Kapital über viele Jahre unangetastet lassen kann.
Für Menschen im Ruhestand kann daher die Frage besonders wichtig sein, welcher Teil des Vermögens als kurzfristig verfügbare Reserve bestehen bleiben sollte.
Ebenso entscheidend ist es, die Risiken einer Anlage tatsächlich zu verstehen.
Hohe Renditeversprechen sollten nicht isoliert betrachtet werden. Höhere Renditechancen gehen grundsätzlich mit entsprechenden Risiken einher.
Vorsicht vor angeblich sicheren Traumrenditen
Der angekündigte Schwerpunkt zum Schutz vor Betrug ist besonders relevant.
Betrügerische oder unseriöse Finanzangebote können mit vermeintlich exklusiven Anlagechancen, außergewöhnlich hohen Renditen oder angeblich sicheren Gewinnen werben.
Dabei können Täter professionell gestaltete Internetseiten, gefälschte Dokumente oder die Namen tatsächlich existierender Finanzunternehmen verwenden.
Auch unerwartete Telefonanrufe oder E-Mails können Ausgangspunkt einer Kontaktaufnahme sein.
Besondere Vorsicht ist deshalb geboten, wenn Anleger zu einer schnellen Entscheidung oder Überweisung gedrängt werden.
Zeitdruck und das Versprechen hoher Gewinne bei angeblich geringem oder völlig fehlendem Risiko sind wichtige Warnsignale.
Nicht unter Zeitdruck investieren
Gerade bei größeren Geldbeträgen sollte eine Anlageentscheidung nicht aufgrund eines überraschenden Telefonats getroffen werden.
Wer ein Angebot erhält, sollte zunächst prüfen, mit wem er es tatsächlich zu tun hat.
Dazu gehört auch, Kontaktdaten nicht ausschließlich aus einer unverlangt zugesandten E-Mail oder von einer möglicherweise manipulierten Internetseite zu übernehmen.
Bei Finanzgeschäften ist zudem relevant, ob ein Anbieter für seine Tätigkeit eine erforderliche Erlaubnis besitzt.
Eine behördliche Beaufsichtigung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine konkrete Geldanlage sicher oder wirtschaftlich sinnvoll ist. Auch regulierte Finanzprodukte können Verluste verursachen.
Anlagebetrug kann für Ruheständler besonders schwerwiegend sein
Ein größerer finanzieller Verlust kann im Ruhestand andere Konsequenzen haben als in einer frühen Phase des Berufslebens.
Für den erneuten Aufbau verlorenen Vermögens steht möglicherweise weniger Zeit zur Verfügung.
Das macht eine realistische Einschätzung der eigenen Risikotragfähigkeit besonders wichtig.
Wer beispielsweise einen erheblichen Teil seiner Altersvorsorge in eine einzige Anlage steckt, konzentriert zugleich sein Risiko.
Die Grundidee der Risikostreuung bleibt deshalb auch im Ruhestand relevant: Vermögen nicht unnötig von der Entwicklung einer einzigen Anlage abhängig zu machen.
Digitaler Stammtisch soll Hürden abbauen
Die Veranstaltung gehört zum Angebot des Digital-Kompass.
Das Projekt richtet sich insbesondere auch an Menschen mit Sinnes- und Mobilitätsbeeinträchtigungen und soll dabei helfen, digitale Medien und Geräte sicher und selbstbestimmt zu nutzen.
Projektpartner sind die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen (BAGSO) und Deutschland sicher im Netz (DsiN). Das Projekt wird nach den veröffentlichten Angaben vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert.
Die BaFin arbeitet ihrerseits mit der BAGSO zusammen.
Unter dem Titel „Finanzen.Information.Tipps.“ stellen beide Organisationen Informationen zu Finanzthemen für ältere Menschen bereit. Die Informationen sollen bedarfsgerecht und ohne kommerzielle Interessen vermittelt werden.
Teilnahme per Videokonferenz
Das Webinar am 24. September wird über Zoom angeboten.
Für die Teilnahme wurden folgende Einwahldaten veröffentlicht:
Meeting-ID: 823 3999 7365
Kenncode: 281124
Damit können Interessierte an der Veranstaltung teilnehmen, ohne einen Veranstaltungsort aufsuchen zu müssen.
Weitere Informationen stellt der Digital-Kompass auf seiner Veranstaltungsseite bereit.
Warum das Thema über das Webinar hinaus wichtig ist
Die Veranstaltung greift letztlich eine Frage auf, die viele Menschen spätestens beim Renteneintritt beschäftigt: Wie lässt sich vorhandenes Vermögen so organisieren, dass es zur neuen Lebensphase passt?
Dabei geht es nicht ausschließlich darum, möglichst hohe Erträge zu erzielen.
Ebenso wichtig sind ausreichende Liquiditätsreserven, ein angemessenes Verhältnis zwischen Chancen und Risiken sowie der Schutz vor finanziellen Fehlentscheidungen und Betrugsversuchen.