Dark Mode Light Mode

Neue Fake-Seiten

ArturSkoniecki (CC0), Pixabay

Bei unserer Recherche ließen sich sieben konkret benannte Domains finden, die innerhalb dieses Zeitraums neu registriert oder erstmals aktuell als betrügerisch gemeldet wurden. Eine vollständige Liste kann es nicht geben: Viele Fake-Seiten bleiben nur wenige Tage online, wechseln ihre Adresse oder werden von Behörden und Suchmaschinen erst mit Verzögerung erfasst.

Aktuell gemeldete Domains

Verdächtige Domain – nicht aufrufen Masche Zeitliche Einordnung Gefahr
dresdnerhuette.de Kopie eines echten Beherbergungsbetriebs Registriert am 10.09.2026 Abgreifen von Namen, Reisedaten, E-Mail-Adresse und Telefonnummer
landhotel-wachau.de Gefälschter Hotelauftritt Registriert am 10.09.2026 Datendiebstahl und mögliche spätere Zahlungsaufforderungen
hotel-seetal.de Kopie einer echten Hotelwebsite Registriert am 10.09.2026 Falsche Buchungsanfragen, Kontakt- und Zahlungsbetrug
salzburgerhof-dienten.com Gefälschte Hotelseite Bereits am 11.08.2026 registriert, aber im Untersuchungszeitraum neu gemeldet Datensammlung und möglicher Anzahlungsbetrug
babymio-tirol.com Kopie eines Familienhotels Am 11.08.2026 registriert, inzwischen offenbar abgeschaltet Abgreifen von Kontaktdaten; spätere Betrugsanrufe möglich
school-battles.com Angebliche Abstimmung für einen Tanzwettbewerb Registriert am 14.09.2026 Übernahme von WhatsApp-Konten
id-austria.info beziehungsweise Unterseite /erneuerung Gefälschtes ID-Austria-Portal Am 10.09.2026 aktuell gemeldet Diebstahl von Personen-, Bank- und Kartendaten

Die Hotelseiten übernehmen teilweise Bilder, Texte, Kontaktdaten und sogar das Impressum realer Betriebe. Dadurch wirken sie überzeugender als klassische Fakeshops. Zunächst wird häufig noch keine Zahlung verlangt. Stattdessen sammeln die Betreiber Buchungs- und Kontaktdaten, um Betroffene später gezielt anzurufen oder ihnen eine gefälschte Zahlungsaufforderung zu schicken. Das geht aus der aktuellen Warnung von Watchlist Internet zu Hotelkopien hervor.

Besonders gefährlich: Übernahme von WhatsApp-Konten

Die Seite school-battles.com präsentiert einen angeblichen Tanzwettbewerb. Der Link wird häufig über ein bereits gekapertes WhatsApp-Konto von einem vermeintlichen Freund verschickt. Für die Abstimmung sollen Nutzer ihre Telefonnummer eingeben und anschließend einen Code übermitteln oder einen QR-Code scannen.

Tatsächlich wird damit ein fremdes Gerät mit dem WhatsApp-Konto verbunden. Danach schreiben die Täter die gespeicherten Kontakte an und bitten beispielsweise um 670 Euro für eine angebliche Zahnarztrechnung. Die Einzelheiten beschreibt die Warnung zur Tanz-Voting-Masche.

Gefälschtes Behördenportal

Über SMS-Nachrichten wird außerdem behauptet, die österreichische ID Austria müsse verlängert oder erneuert werden. Der Link führt auf id-austria.info/erneuerung. Dort werden persönliche Angaben und Bankdaten verlangt. Anschließend können sich Betrüger telefonisch als Bankmitarbeiter ausgeben und eine angebliche Sicherheitsüberweisung fordern.

Diese Masche richtet sich vor allem an Menschen in Österreich, kann aber ebenso deutsche Verbraucher mit österreichischen Kontakten oder Konten erreichen. Näheres enthält die Warnung zum ID-Austria-Phishing.

Weitere derzeit aktive Fake-Auftritte

In den vergangenen Tagen wurden außerdem Phishing-Seiten gemeldet, die sich als folgende Unternehmen oder Behörden ausgeben:

  • FinanzOnline beziehungsweise das österreichische Finanzministerium
  • Österreichische Gesundheitskasse
  • Spotify
  • American Express

Bei diesen Kampagnen wechseln die Internetadressen sehr schnell. Eine einzelne Domain zu veröffentlichen wäre daher wenig hilfreich und könnte schon nach wenigen Stunden veraltet sein.

So erkennen Verbraucher solche Seiten

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn eine Seite:

  • erst vor wenigen Tagen registriert wurde,
  • über eine SMS oder WhatsApp-Nachricht erreicht wird,
  • einen Bestätigungscode oder das Scannen eines QR-Codes verlangt,
  • mit einer Kontosperrung oder ablaufenden Identifikation droht,
  • ausschließlich Überweisung, Kryptowährung oder Vorkasse akzeptiert,
  • außergewöhnlich niedrige Preise oder freie Hotelzimmer trotz ausgebuchter Konkurrenz anbietet,
  • zwar ein vollständiges Impressum besitzt, dessen Angaben aber offenbar von einer anderen Seite kopiert wurden.

Ein Impressum allein ist kein Echtheitsbeweis. Bei Hotels sollte die Telefonnummer über eine unabhängige Quelle gesucht und die Buchung telefonisch bestätigt werden. Bei Onlineshops hilft der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale.

Wer bereits Zugangsdaten, Kartendaten oder einen WhatsApp-Code eingegeben hat, sollte unverzüglich Bank beziehungsweise Kartenanbieter verständigen, unbekannte verknüpfte WhatsApp-Geräte entfernen, Passwörter ändern und seine Kontakte warnen. Bereits geleistete Zahlungen sollten außerdem bei der Polizei angezeigt werden.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

HIV-Krise auf den Fidschi-Inseln: Regierung ruft nationalen Notstand aus

Next Post

Verbraucherwarnungen der vergangenen 14 Tage in Deutschland, Österreich und der Schweiz