Der Textildiscounter KiK verkleinert sein Filialnetz in Deutschland deutlich. Rund 150 Geschäfte sollen im Laufe des Jahres 2026 geschlossen werden. Eine vollständige Liste aller betroffenen Standorte hat das Unternehmen bislang nicht veröffentlicht. Mehr als 60 Schließungen sind nach dem vorliegenden Bericht bereits bekannt oder angekündigt.
KiK will unrentable Standorte aufgeben
Hinter den Schließungen steckt nach Angaben des Unternehmens eine Überprüfung des gesamten Filialnetzes. KiK-Finanzchef Christian Kümmel erklärte bereits im Frühjahr, das Unternehmen wolle sein Filialportfolio stärker auf Wirtschaftlichkeit ausrichten.
Teilweise befinden sich KiK-Geschäfte weniger als einen Kilometer voneinander entfernt. Das Unternehmen räumt deshalb ein, in der Vergangenheit zu dicht expandiert zu haben.
Gleichzeitig sollen rund 15 neue Geschäfte eröffnet werden. Insgesamt würde die Zahl der deutschen KiK-Filialen damit um etwa 135 auf rund 2.200 Geschäfte sinken.
Konkurrenz durch Billiganbieter und Onlinehandel
Der gesamte Bekleidungshandel steht unter erheblichem Druck. Viele Verbraucher achten stärker auf ihre Ausgaben. Gleichzeitig konkurriert KiK mit anderen günstigen Handelsketten und mit großen Onlineanbietern.
Nach Angaben des Branchenverbandes BTE schrieb 2025 etwa jeder zweite befragte stationäre Bekleidungshändler operativ rote Zahlen.
Filialschließungen können auch Folgen für Innenstädte und kleinere Einkaufszentren haben. Bleiben Geschäfte dauerhaft leer, kann dadurch die Zahl der Besucher sinken. Das kann wiederum benachbarte Händler treffen.
Was passiert mit den Mitarbeitern?
KiK beschäftigt in Deutschland rund 19.000 Menschen. Nach bisherigen Angaben des Unternehmens sind wegen der Filialschließungen keine betriebsbedingten Kündigungen geplant.
Beschäftigte sollen möglichst in anderen KiK-Filialen weiterarbeiten können. Für einzelne Mitarbeiter könnte dies allerdings einen Wechsel des Arbeitsplatzes und möglicherweise einen längeren Arbeitsweg bedeuten.
Welche rund 150 KiK-Filialen tatsächlich geschlossen werden, ist derzeit noch nicht vollständig bekannt. Eine komplette offizielle Standortliste liegt nach dem vorliegenden Bericht bislang nicht vor.