Die Windpark Milte Beteiligungs GmbH hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem deutlich höheren Verlust abgeschlossen. Der Jahresfehlbetrag stieg von rund 7.200 Euro im Vorjahr auf 17.243,52 Euro. Damit hat sich der Verlust innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.
Gleichzeitig verringerte sich das Eigenkapital der Bremer Gesellschaft von 11.359,43 Euro auf nur noch 7.115,91 Euro. Dass der Rückgang nicht noch stärker ausfiel, liegt an einer im Jahresabschluss erstmals ausgewiesenen Kapitalrücklage von 13.000 Euro.
Die Zahlen zeigen damit eine ungewöhnliche Kombination: Die Gesellschaft erhielt zusätzliches Eigenkapital, konnte damit aber den deutlich gestiegenen Jahresverlust lediglich teilweise auffangen.
Jahresfehlbetrag steigt um fast 140 Prozent
Die auffälligste Veränderung findet sich beim Jahresergebnis.
2024 hatte die Windpark Milte Beteiligungs GmbH noch einen Jahresfehlbetrag von 7.228,26 Euro ausgewiesen. Ein Jahr später waren es 17.243,52 Euro.
Der Verlust erhöhte sich damit um 10.015,26 Euro beziehungsweise rund 139 Prozent.
Über die konkreten Ursachen lässt sich aus dem veröffentlichten Jahresabschluss allerdings nur wenig ableiten. Angaben zu Umsätzen, sonstigen Erträgen oder einzelnen Aufwandspositionen enthält das vorgelegte Zahlenwerk nicht.
Deshalb wäre es nicht belastbar, den höheren Verlust beispielsweise bestimmten Kosten, Zinsaufwendungen oder Entwicklungen des Windparks zuzuschreiben.
Verlustvortrag wächst auf 13.641 Euro
Neben dem aktuellen Jahresfehlbetrag belastet ein Verlustvortrag aus den vergangenen Geschäftsjahren das Eigenkapital.
Dieser belief sich Ende 2025 auf 13.640,57 Euro. Im Vorjahresabschluss waren noch 6.412,31 Euro ausgewiesen worden.
Der Anstieg entspricht exakt dem Jahresfehlbetrag des Jahres 2024 von 7.228,26 Euro. Der damalige Verlust wurde damit in das neue Geschäftsjahr vorgetragen.
Zusammen erreichen der Verlustvortrag und der neue Jahresfehlbetrag Ende 2025 rund 30.884 Euro.
Dem stehen das gezeichnete Kapital von 25.000 Euro sowie die Kapitalrücklage von 13.000 Euro gegenüber.
13.000 Euro zusätzlich in die Kapitalrücklage
Besonders interessant ist die Veränderung der Kapitalstruktur.
Während Ende 2024 keine Kapitalrücklage ausgewiesen war, stehen dort Ende 2025 13.000 Euro.
Das gezeichnete Kapital blieb unverändert bei 25.000 Euro.
Die zusätzliche Kapitalrücklage hat damit einen erheblichen Teil der aufgelaufenen Verluste bilanziell aufgefangen. Ohne diese 13.000 Euro wäre das ausgewiesene Eigenkapital bei ansonsten unveränderten Zahlen rechnerisch negativ gewesen.
Trotz der Kapitalzuführung verringerte sich das Eigenkapital von 11.359,43 Euro auf 7.115,91 Euro. Das entspricht einem Rückgang von 4.243,52 Euro beziehungsweise rund 37 Prozent.
Dieser Rückgang ergibt sich rechnerisch aus dem Jahresfehlbetrag von 17.243,52 Euro abzüglich der neu hinzugekommenen Kapitalrücklage von 13.000 Euro.
Eigenkapitalquote bleibt rechnerisch hoch
Auf den ersten Blick erscheint die Eigenkapitalquote dennoch komfortabel.
Bei einer Bilanzsumme von lediglich 8.528,96 Euro und einem Eigenkapital von 7.115,91 Euro ergibt sich zum Jahresende 2025 eine rechnerische Eigenkapitalquote von rund 83,4 Prozent.
Ende 2024 hatte sie allerdings noch bei rund 89 Prozent gelegen.
Die hohe Quote sollte bei dieser Gesellschaft nicht isoliert betrachtet werden. Die gesamte Bilanz ist ausgesprochen klein, während gleichzeitig erhebliche aufgelaufene Verluste vorhanden sind.
Die Entwicklung des absoluten Eigenkapitals ist deshalb mindestens ebenso aussagekräftig wie die prozentuale Eigenkapitalquote.
Bankguthaben sinkt um ein Drittel
Auch auf der Aktivseite ist die Bilanz äußerst übersichtlich.
Das Umlaufvermögen besteht vollständig aus liquiden Mitteln. Ende 2025 verfügte die Gesellschaft über 8.527,96 Euro an Kassenbestand beziehungsweise Guthaben bei Kreditinstituten.
Ein Jahr zuvor waren es noch 12.768,43 Euro.
Damit gingen die liquiden Mittel um 4.240,47 Euro beziehungsweise rund 33,2 Prozent zurück.
Die gesamte Bilanzsumme verringerte sich entsprechend von 12.769,43 Euro auf 8.528,96 Euro – ebenfalls um rund ein Drittel.
Finanzanlage steht mit nur einem Euro in der Bilanz
Daneben weist die Gesellschaft lediglich eine Finanzanlage von einem Euro aus.
Nach den Angaben im Anhang werden Anteile an verbundenen Unternehmen grundsätzlich zu Anschaffungskosten angesetzt. Soweit erforderlich, wird ein niedrigerer beizulegender Wert berücksichtigt.
Aus dem Jahresabschluss allein lässt sich allerdings nicht erkennen, wann oder aus welchem Grund die betreffende Beteiligung auf einen Euro angesetzt wurde. Ebenso wenig lässt sich daraus unmittelbar auf den wirtschaftlichen Wert des zugrunde liegenden Windparkprojekts schließen.
Gerade dieser Punkt ist für die Einordnung entscheidend.
Bei der Windpark Milte Beteiligungs GmbH handelt es sich nach der Struktur der Bilanz nicht um eine Gesellschaft, in deren Jahresabschluss Windenergieanlagen im Millionenwert unmittelbar als Sachanlagen ausgewiesen werden. Die Gesellschaft hält vielmehr eine Finanzanlage.
Keine Bankverbindlichkeiten ausgewiesen
Die Passivseite ist ebenfalls ungewöhnlich schlank.
Neben dem Eigenkapital weist die Bilanz lediglich Rückstellungen von 1.413,05 Euro aus. Im Vorjahr waren es 1.410 Euro.
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, verbundenen Unternehmen, Gesellschaftern oder Lieferanten werden nicht ausgewiesen.
Die Gesellschaft trägt damit zumindest nach der vorgelegten Bilanz keine klassischen langfristigen Bankkredite, wie sie bei der direkten Finanzierung von Windenergieanlagen häufig vorkommen.
Auch deshalb dürfen die Zahlen nicht mit der Finanzierungssituation des eigentlichen Windparks gleichgesetzt werden.
Gesellschaft gehört zum wpd-Konzern
Die Windpark Milte Beteiligungs GmbH hat ihren Sitz in Bremen und wird beim Amtsgericht Bremen unter HRB 37389 HB geführt.
Nach Angaben im Anhang ist sie in den Konzernabschluss der wpd GmbH mit Sitz in Bremen einbezogen. Der Konzernabschluss der Muttergesellschaft wird im Unternehmensregister offengelegt.
Als Geschäftsführer der Windpark Milte Beteiligungs GmbH wird für das Geschäftsjahr 2025 Dr. Gernot Blanke genannt.
Die Gesellschaft erfüllt die Größenmerkmale einer kleinen Kapitalgesellschaft gemäß § 267 Handelsgesetzbuch.
Der Jahresabschluss wurde am 13. Januar 2026 unterzeichnet und am 20. April 2026 festgestellt.
Verluste zehren weiter am Kapital
Die Bilanz 2025 zeigt damit eine kleine Beteiligungsgesellschaft, deren Ergebnis sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verschlechtert hat.
Der Jahresfehlbetrag stieg von gut 7.200 Euro auf mehr als 17.200 Euro. Gleichzeitig sank das Bankguthaben um rund ein Drittel und das Eigenkapital ging auf gut 7.100 Euro zurück.
Besonders bemerkenswert ist die neu ausgewiesene Kapitalrücklage von 13.000 Euro. Sie verhinderte, dass der gestiegene Verlust das Eigenkapital noch wesentlich stärker belastete.
Für die weitere Entwicklung dürfte deshalb vor allem entscheidend sein, ob die Gesellschaft ihre laufenden Verluste reduzieren kann und ob künftig Erträge aus ihrer Beteiligung entstehen.