Für das Geschäftsjahr 2025 meldet die Windpark Westersielzug Beteiligungs GmbH einen Jahresüberschuss von 194.048,10 Euro.
Das ist eine deutliche Kehrtwende. 2024 hatte die Gesellschaft noch einen Jahresfehlbetrag von 2.234,97 Euro ausgewiesen.
Die Ergebnisverbesserung beträgt damit gegenüber dem Vorjahr rechnerisch rund 196.283 Euro.
Was diesen Gewinnsprung ausgelöst hat, lässt sich aus dem veröffentlichten Jahresabschluss allerdings nicht erkennen. Eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung ist in den vorliegenden Angaben nicht enthalten.
Bankguthaben steigt um fast 595.000 Euro
Noch spektakulärer fällt die Veränderung bei der Liquidität aus.
Ende 2024 verfügte die Gesellschaft lediglich über 6.117 Euro an liquiden Mitteln. Zum 31. Dezember 2025 waren es 601.180 Euro.
Damit erhöhte sich der Bankbestand innerhalb eines Jahres um gut 595.000 Euro – auf fast das 100-Fache des Vorjahreswertes.
Das Umlaufvermögen insgesamt stieg entsprechend von 6.117 Euro auf 601.187 Euro.
Neben dem Bankguthaben werden lediglich sonstige Forderungen beziehungsweise Vermögensgegenstände von 6,73 Euro ausgewiesen.
Finanzanlagen verlieren knapp 400.000 Euro an Bilanzwert
Während der Kassenbestand massiv wächst, entwickelt sich das Anlagevermögen in die andere Richtung.
Die Finanzanlagen gingen von 2,78 Millionen Euro auf 2,381 Millionen Euro zurück.
Das entspricht einer Verringerung um rund 399.396 Euro beziehungsweise 14,4 Prozent.
Nach Angaben im Anhang bestehen die Finanzanlagen aus Anteilen an verbundenen Unternehmen. Diese werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bilanziert, wobei bei Bedarf ein niedrigerer beizulegender Wert angesetzt wird.
Aus den veröffentlichten Angaben geht jedoch nicht hervor, warum der Bilanzwert der Finanzanlagen gesunken ist.
Denkbar wären unterschiedliche bilanzielle Vorgänge. Ob beispielsweise Anteile veräußert, Kapital zurückgezahlt oder Wertansätze reduziert wurden, lässt sich aus der Bilanz allein nicht bestimmen.
Vermögensstruktur verändert sich deutlich
Interessant ist das Zusammenspiel beider Entwicklungen.
Einerseits sinken die Finanzanlagen um knapp 400.000 Euro. Andererseits wächst das Bankguthaben um rund 595.000 Euro.
Dadurch hat sich die Vermögensstruktur der Gesellschaft spürbar verändert.
Ende 2024 steckte praktisch das gesamte Vermögen in Finanzanlagen. Ende 2025 verfügt die Gesellschaft dagegen zusätzlich über ein erhebliches Liquiditätspolster von mehr als 600.000 Euro.
Trotz des Rückgangs der Finanzanlagen wächst die Bilanzsumme insgesamt.
Sie erhöht sich von 2,786 Millionen Euro auf 2,982 Millionen Euro – ein Plus von rund 196.000 Euro beziehungsweise sieben Prozent.
Eigenkapital steigt auf fast drei Millionen Euro
Der Jahresgewinn schlägt unmittelbar auf das Eigenkapital durch.
Dieses erhöhte sich von 2,784 Millionen Euro auf 2,979 Millionen Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 194.000 Euro beziehungsweise sieben Prozent.
Das gezeichnete Kapital beträgt weiterhin 25.000 Euro. Hinzu kommt eine unveränderte, sehr hohe Kapitalrücklage von 2,77 Millionen Euro.
Der Verlustvortrag beläuft sich auf 10.517,92 Euro. Mit dem neuen Jahresüberschuss von mehr als 194.000 Euro wird dieser rechnerisch deutlich überkompensiert.
Eigenkapitalquote von 99,9 Prozent
Bemerkenswert bleibt die Finanzierungsstruktur der Gesellschaft.
Verbindlichkeiten werden überhaupt nicht ausgewiesen.
Neben dem Eigenkapital von knapp 2,979 Millionen Euro stehen auf der Passivseite lediglich Rückstellungen von 3.261 Euro.
Damit ergibt sich zum Bilanzstichtag eine rechnerische Eigenkapitalquote von rund 99,9 Prozent.
Die Windpark Westersielzug Beteiligungs GmbH ist bilanziell damit praktisch vollständig eigenkapitalfinanziert.
Rückstellungen verdoppeln sich
Die Rückstellungen erhöhten sich zwar von 1.635 Euro auf 3.261 Euro und haben sich damit nahezu verdoppelt.
Angesichts einer Bilanzsumme von knapp drei Millionen Euro bleibt diese Position jedoch sehr klein.
Welche konkreten Verpflichtungen hinter den Rückstellungen stehen, wird im veröffentlichten Anhang nicht näher erläutert.
Teil des wpd-Konzerns
Die Windpark Westersielzug Beteiligungs GmbH mit Sitz in Bremen gehört zum Konzern der wpd GmbH und wird in deren Konzernabschluss einbezogen.
Geschäftsführer ist Dr. Gernot Blanke.
Der Jahresabschluss wurde am 13. Januar 2026 unterzeichnet und am 20. April 2026 festgestellt.
Vom kleinen Verlust zum sechsstelligen Gewinn
Die Zahlen für 2025 zeigen damit eine bemerkenswerte Wende.
Aus einem Jahresfehlbetrag von rund 2.235 Euro wird ein Gewinn von mehr als 194.000 Euro. Gleichzeitig steigt das Bankguthaben von gerade einmal 6.117 Euro auf über 601.000 Euro.
Auf der anderen Seite sinkt der bilanzielle Wert der Beteiligungen um knapp 400.000 Euro auf rund 2,38 Millionen Euro.
Besonders auffällig ist damit nicht nur der Gewinnsprung, sondern die Verschiebung innerhalb des Vermögens: weniger Finanzanlagen, dafür fast 600.000 Euro zusätzliche Liquidität.
Welche Vorgänge hinter diesen Veränderungen stehen und woher der sechsstellige Jahresgewinn konkret stammt, lässt der veröffentlichte Abschluss offen. Klar ist jedoch: Die Windpark Westersielzug Beteiligungs GmbH geht mit einem deutlich größeren Liquiditätspolster und nahezu vollständiger Eigenkapitalfinanzierung aus dem Geschäftsjahr 2025.