Dark Mode Light Mode

Windpark Lembruch mit höherem Verlust – Kapitalspritze stärkt dennoch das Eigenkapital

Shutterbug75 (CC0), Pixabay

Die zum wpd-Konzern gehörende Beteiligungsgesellschaft schloss das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresfehlbetrag von 4.292,87 Euro ab.

Im Vorjahr hatte das Minus lediglich 2.136,34 Euro betragen.

Damit erhöhte sich der Jahresverlust um rund 2.157 Euro beziehungsweise gut 101 Prozent. Die Gesellschaft schreibt somit weiterhin rote Zahlen – und der Fehlbetrag fällt 2025 deutlich höher aus.

Verlustvortrag steigt über 10.000 Euro

Die vergangenen Verluste hinterlassen inzwischen deutliche Spuren in der Bilanz.

Der Verlustvortrag erhöhte sich von 8.126,54 Euro auf 10.262,88 Euro. Zusammen mit dem aktuellen Jahresfehlbetrag ergibt sich damit eine Verlustposition von insgesamt rund 14.556 Euro.

Dem steht ein gezeichnetes Kapital von 25.000 Euro gegenüber.

Ohne weitere Veränderungen hätte der neue Verlust das Eigenkapital entsprechend weiter reduziert. Doch 2025 kam ein neuer Posten hinzu.

10.000 Euro fließen in die Kapitalrücklage

Erstmals weist die Bilanz eine Kapitalrücklage von 10.000 Euro aus. Im Vorjahr war eine solche Position noch nicht vorhanden.

Dadurch ergibt sich trotz des höheren Jahresverlustes ein bemerkenswertes Bild: Das Eigenkapital ist nicht gesunken, sondern deutlich gestiegen.

Zum Jahresende 2024 betrug es 14.737 Euro. Ende 2025 waren es 20.444 Euro.

Das entspricht einem Anstieg von rund 39 Prozent.

Die Kapitalzuführung hat damit den Jahresverlust nicht nur ausgeglichen, sondern das ausgewiesene Eigenkapital insgesamt gestärkt.

Finanzanlagen mehr als verdoppelt

Auch auf der Aktivseite hat sich die Struktur der kleinen Beteiligungsgesellschaft deutlich verändert.

Die Finanzanlagen erhöhten sich von 7.000 Euro auf 16.000 Euro. Das entspricht einem Zuwachs um 9.000 Euro beziehungsweise rund 129 Prozent.

Nach den Angaben im Jahresabschluss handelt es sich dabei um Anteile an verbundenen Unternehmen. Diese werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bilanziert, sofern kein niedrigerer beizulegender Wert angesetzt werden muss.

Damit steckt Ende 2025 der mit Abstand größte Teil des bilanzierten Vermögens der Gesellschaft in Beteiligungen.

Weniger Geld auf dem Bankkonto

Parallel zum Ausbau der Finanzanlagen gingen die liquiden Mittel zurück.

Ende 2024 verfügte die Gesellschaft noch über 9.171,62 Euro an Bankguthaben und sonstigen Zahlungsmitteln. Ein Jahr später waren es nur noch 5.887,30 Euro.

Das entspricht einem Rückgang von rund 36 Prozent.

Insgesamt ist die Bilanzsumme dennoch gestiegen: von 16.171,62 Euro auf 21.887,30 Euro.

Damit ist die Gesellschaft bilanziell zwar weiterhin sehr klein, ihre Vermögensstruktur hat sich 2025 aber deutlich in Richtung Finanzanlagen verschoben.

Keine Verbindlichkeiten ausgewiesen

Auffällig ist zugleich, was in der Bilanz fehlt: Verbindlichkeiten werden zum 31. Dezember 2025 überhaupt nicht ausgewiesen.

Auf der Passivseite stehen neben dem Eigenkapital lediglich Rückstellungen von 1.443,05 Euro. Diese lagen praktisch auf Vorjahresniveau.

Damit wird die Bilanz nahezu vollständig durch Eigenkapital finanziert.

Bei einem Eigenkapital von 20.444 Euro und einer Bilanzsumme von 21.887 Euro ergibt sich rechnerisch eine außergewöhnlich hohe Eigenkapitalquote von rund 93,4 Prozent.

Die wiederholten Verluste treffen damit auf eine Gesellschaft, die zum Bilanzstichtag keine ausgewiesenen Finanz- oder sonstigen Verbindlichkeiten hat.

Teil des wpd-Konzerns

Die Windpark Lembruch Beteiligungs GmbH mit Sitz in Bremen wird in den Konzernabschluss der wpd GmbH einbezogen.

Geführt wird die Gesellschaft von Dr. Gernot Blanke.

Der Jahresabschluss wurde am 13. Januar 2026 unterzeichnet und am 20. April 2026 festgestellt.

Verlust verdoppelt – trotzdem wächst das Eigenkapital

Die Bilanz für 2025 liefert damit auf den ersten Blick ein widersprüchliches Bild.

Operativ beziehungsweise ergebnisseitig hat sich die Situation verschlechtert: Der Jahresfehlbetrag hat sich von rund 2.100 Euro auf knapp 4.300 Euro mehr als verdoppelt. Gleichzeitig steigt der Verlustvortrag über die Marke von 10.000 Euro.

Auf der anderen Seite wurde die Kapitalbasis gestärkt. Eine neue Kapitalrücklage von 10.000 Euro lässt das Eigenkapital auf mehr als 20.000 Euro steigen. Gleichzeitig wurden die Finanzanlagen von 7.000 auf 16.000 Euro ausgebaut.

Die entscheidende Entwicklung des Jahres lautet deshalb: Die Gesellschaft verliert weiterhin Geld – wird aber zugleich mit zusätzlichem Kapital ausgestattet und baut ihre Beteiligungen aus.

Ob und wann daraus künftig positive Ergebnisse entstehen, lässt sich aus dem veröffentlichten Jahresabschluss nicht ablesen.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Waffenarsenal im Wald bei Speyer entdeckt – AK-47, Maschinenpistole und Tausende Schuss Munition sichergestellt

Next Post

RGJ Fitness KuDamm38 GmbH in vorläufiger Insolvenz – Berliner Fitnessstudio am Kurfürstendamm betroffen