Die Windpark Elkenroth Beteiligungs GmbH aus Bremen hat ihren Jahresabschluss für 2025 vorgelegt. Die kleine Beteiligungsgesellschaft hat ihre Finanzanlagen deutlich ausgebaut und verfügt inzwischen über eine sehr hohe Eigenkapitalquote. Auf der Ertragsseite zeigt sich allerdings ein anderes Bild: 2025 weist die Gewinn- und Verlustrechnung keinerlei Erträge aus.
Stattdessen entstanden sonstige betriebliche Aufwendungen von 4.020,53 Euro. Diese führten in voller Höhe zu einem Jahresfehlbetrag von ebenfalls 4.020,53 Euro.
Damit stellt sich für die weitere Entwicklung vor allem eine Frage: Wann beginnt die inzwischen auf 13.000 Euro angewachsene Beteiligungsposition, Erträge für die Gesellschaft zu liefern?
Die Bilanzsumme der Windpark Elkenroth Beteiligungs GmbH stieg zum 31. Dezember 2025 von 10.507,86 Euro auf 19.417,88 Euro. Das entspricht einem Zuwachs um 8.910,02 Euro beziehungsweise rund 84,8 Prozent.
Ein Teil dieses Wachstums entfällt unmittelbar auf den Ausbau der Finanzanlagen.
Ende 2024 standen lediglich 5.000 Euro in der Bilanz. Ende 2025 waren es bereits 13.000 Euro.
Damit wurden die Finanzanlagen innerhalb eines Jahres um 8.000 Euro beziehungsweise 160 Prozent erhöht.
Die Bilanz weist diese Position ausdrücklich als „Anteile an verbundenen Unternehmen“ aus.
Das ist für die Einordnung entscheidend. Die Windpark Elkenroth Beteiligungs GmbH ist keine klassische operative Windparkgesellschaft, die Windenergieanlagen im Sachanlagevermögen führt.
Vielmehr besteht ihr Anlagevermögen vollständig aus Unternehmensbeteiligungen.
Öffentlich zugängliche Registerinformationen beschreiben den Unternehmensgegenstand entsprechend als Erwerb, Halten und Verwalten von Beteiligungen an Windparkgesellschaften.
Die zweite Vermögensposition ist das Bank- und Kassenguthaben.
Dieses erhöhte sich von 5.507,86 Euro auf 6.417,88 Euro. Das entspricht einem Plus von 910,02 Euro beziehungsweise rund 16,5 Prozent.
Damit besteht das gesamte ausgewiesene Vermögen Ende 2025 aus lediglich zwei Positionen: 13.000 Euro Finanzanlagen und 6.417,88 Euro liquiden Mitteln.
Forderungen, Sachanlagen oder sonstige größere Vermögenspositionen werden nicht ausgewiesen.
Interessanter wird der Abschluss auf der Passivseite.
Das gezeichnete Kapital beträgt unverändert 25.000 Euro.
Ende 2024 waren davon allerdings lediglich 12.500 Euro eingefordert. Weitere 12.500 Euro wurden als nicht eingeforderte ausstehende Einlagen vom gezeichneten Kapital abgesetzt.
2025 ist diese Position verschwunden.
Das vollständige Stammkapital von 25.000 Euro wird nun als eingefordertes Kapital ausgewiesen.
Diese Veränderung ist wesentlich für das Verständnis des gestiegenen Eigenkapitals.
Das Eigenkapital erhöhte sich nämlich von 9.565,36 Euro auf 18.044,83 Euro. Das ist ein Anstieg um 8.479,47 Euro beziehungsweise rund 88,6 Prozent.
Dieser Zuwachs ist aber keineswegs auf einen Gewinn zurückzuführen.
Ganz im Gegenteil.
Die Gesellschaft hat 2025 einen Jahresverlust erwirtschaftet. Der entscheidende Faktor für die höhere Eigenkapitalposition ist vielmehr die vollständige Einforderung des Stammkapitals.
Genau deshalb sollte man bei solchen Bilanzen zwischen Kapitalzuführung und Ertragskraft unterscheiden.
Die Ertragslage selbst fällt bislang schwach aus.
Die Gesellschaft weist für 2025 einen Jahresfehlbetrag von 4.020,53 Euro aus.
Hinzu kommt ein Verlustvortrag von 2.934,64 Euro.
Damit summieren sich Verlustvortrag und aktueller Jahresfehlbetrag zum 31. Dezember 2025 auf insgesamt 6.955,17 Euro.
Gemessen am Stammkapital von 25.000 Euro entspricht dies rund 27,8 Prozent.
Anders ausgedrückt: Gut ein Viertel des vollständig eingeforderten Stammkapitals wird bilanziell bereits durch die aufgelaufenen Verluste aufgezehrt.
Das ist eine Kennzahl, die in den kommenden Jahren beobachtet werden sollte.
Von einer bilanziellen Krise kann aufgrund dieser Zahl allein allerdings keine Rede sein.
Denn das Eigenkapital ist weiterhin deutlich positiv und beträgt 18.044,83 Euro.
Bei einer Bilanzsumme von 19.417,88 Euro ergibt sich daraus eine außergewöhnlich hohe rechnerische Eigenkapitalquote von rund 92,9 Prozent.
Verbindlichkeiten werden zum Jahresende überhaupt nicht ausgewiesen.
Die einzige weitere Position auf der Passivseite sind sonstige Rückstellungen von 1.373,05 Euro.
Im Vorjahr hatten diese bei 942,50 Euro gelegen.
Damit wird die Gesellschaft bilanziell praktisch vollständig aus Eigenkapital finanziert.
Eine hohe Fremdfinanzierung oder kurzfristige Schuldenbelastung ist aus diesem Jahresabschluss nicht ersichtlich.
Das eigentliche Thema liegt vielmehr auf der Ertragsseite.
Und hier liefert die Gewinn- und Verlustrechnung 2025 eine ungewöhnlich klare Antwort.
Sie enthält lediglich 4.020,53 Euro sonstige betriebliche Aufwendungen.
Umsatzerlöse werden nicht ausgewiesen. Beteiligungserträge werden ebenfalls nicht ausgewiesen. Auch andere Ertragspositionen erscheinen in der vorgelegten Gewinn- und Verlustrechnung nicht.
Nach Steuern verbleibt deshalb ein Ergebnis von minus 4.020,53 Euro.
Der Jahresfehlbetrag entspricht exakt diesem Betrag.
Das bedeutet: Die Gesellschaft weist für 2025 in der veröffentlichten GuV keine Erträge aus, die ihre laufenden sonstigen betrieblichen Aufwendungen kompensieren könnten.
Das muss bei einer jungen Beteiligungsgesellschaft nicht zwingend ungewöhnlich sein.
Beteiligungserträge können davon abhängen, wann die zugrunde liegenden Projekte fertiggestellt werden, wann die betreffenden Gesellschaften Gewinne erwirtschaften und wann Ausschüttungen erfolgen.
Aus dem Jahresabschluss lässt sich allerdings nicht erkennen, in welcher Entwicklungsphase sich die Beteiligung befindet.
Deshalb wäre es auch falsch, aus den fehlenden Erträgen des Jahres 2025 bereits auf die langfristige Wirtschaftlichkeit des Beteiligungsmodells zu schließen.
Interessant ist dennoch der Vergleich mit dem Vorjahr.
2024 hatte die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag von 2.934,64 Euro ausgewiesen. 2025 sind es 4.020,53 Euro.
Rein rechnerisch liegt der Verlust damit um 1.085,89 Euro höher.
Ein einfacher prozentualer Vergleich wäre allerdings irreführend.
Denn die Gesellschaft weist ausdrücklich darauf hin, dass 2024 lediglich ein Rumpfgeschäftsjahr vom 18. April bis zum 31. Dezember war.
2025 umfasst dagegen zwölf Monate.
Damit sind die beiden Zahlen zeitlich nicht unmittelbar vergleichbar.
Für eine seriöse Beurteilung der Kostenentwicklung wird deshalb vor allem der Jahresabschluss 2026 interessant. Erst dann lassen sich zwei vollständige Zwölfmonatsperioden miteinander vergleichen.
Dennoch zeigt sich bereits jetzt eine klare Struktur.
Die Windpark Elkenroth Beteiligungs GmbH verfügt über eine vergleichsweise einfache Bilanz: 13.000 Euro Beteiligungen, gut 6.400 Euro Bankguthaben, rund 18.000 Euro Eigenkapital und keine ausgewiesenen Verbindlichkeiten.
Das finanzielle Risiko aus Fremdkapital erscheint auf Ebene dieser Gesellschaft damit zum Bilanzstichtag äußerst begrenzt.
Die wirtschaftliche Schlüsselfrage ist eine andere: Was steckt hinter den 13.000 Euro Finanzanlagen?
Der Jahresabschluss bezeichnet diese als Anteile an verbundenen Unternehmen. Weitergehende Angaben zur konkreten Beteiligung, zu deren wirtschaftlicher Entwicklung oder zu deren Unternehmenswert liefert der hier vorliegende Abschluss jedoch nicht.
Der Buchwert von 13.000 Euro darf dabei nicht automatisch mit dem tatsächlichen wirtschaftlichen Wert der Beteiligung gleichgesetzt werden.
Die Gesellschaft erklärt im Anhang, dass Finanzanlagen grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet werden. Soweit erforderlich, werde ein am Bilanzstichtag niedrigerer beizulegender Wert angesetzt.
Dass 13.000 Euro bilanziert werden, bedeutet daher insbesondere nicht, dass sich daraus unmittelbar ein Marktwert von exakt 13.000 Euro ableiten ließe.
Bemerkenswert ist aber die Veränderung gegenüber 2024.
Die Beteiligungsposition wurde innerhalb eines Jahres von 5.000 auf 13.000 Euro erhöht. Das deutet bilanziell darauf hin, dass die Gesellschaft ihre Beteiligungsaktivität 2025 ausgebaut hat.
Welche konkrete Transaktion hinter dem Anstieg um 8.000 Euro steht, lässt sich aus den vorgelegten Angaben allerdings nicht sicher bestimmen.
Eine weitere Besonderheit ist die Konzernzugehörigkeit.
Nach dem Anhang wird die Windpark Elkenroth Beteiligungs GmbH in den Konzernabschluss der wpd GmbH mit Sitz in Bremen einbezogen.
Die Geschäftsführung lag 2025 bei Dr. Gernot Blanke und Björn Nullmeyer. Öffentliche Registerinformationen bestätigen die Gesellschaft unter HRB 40310 und nennen als Gegenstand das Halten und Verwalten von Beteiligungen an Windparkgesellschaften.
Für die Bewertung der Zahlen ist deshalb entscheidend, die Gesellschaft als Teil einer größeren Beteiligungsstruktur zu betrachten und ihre kleine Einzelbilanz nicht mit der Bilanz eines operativen Windparks zu verwechseln.
Der Abschluss enthält weder Windenergieanlagen im Sachanlagevermögen noch Stromumsätze.
Daraus kann allerdings nicht geschlossen werden, dass hinter der Beteiligung keine operativen Windenergieanlagen stehen. Diese wären gegebenenfalls auf Ebene einer anderen Gesellschaft bilanziert.
Der vorliegende Einzelabschluss beantwortet diese Frage nicht.
Unter dem Strich liefert das Geschäftsjahr 2025 damit ein zweigeteiltes Bild.
Auf der einen Seite steht eine bilanziell solide finanzierte Beteiligungsgesellschaft.
Das Stammkapital ist vollständig eingefordert. Das Eigenkapital beträgt rund 18.045 Euro. Die Eigenkapitalquote liegt bei knapp 93 Prozent. Verbindlichkeiten werden überhaupt nicht ausgewiesen. Gleichzeitig wurden die Finanzanlagen von 5.000 auf 13.000 Euro ausgebaut.
Auf der anderen Seite fehlt bislang die Ertragskomponente.
Die Gewinn- und Verlustrechnung weist für 2025 ausschließlich sonstige betriebliche Aufwendungen von 4.020,53 Euro aus. Damit entsteht erneut ein Jahresverlust.
Zusammen mit dem Verlustvortrag sind mittlerweile 6.955,17 Euro an Verlusten aufgelaufen.
Das ist noch kein Hinweis auf eine akute bilanzielle Schieflage. Es zeigt aber, dass die Beteiligung künftig Erträge liefern muss, wenn die Gesellschaft ihre laufenden Kosten aus eigener wirtschaftlicher Tätigkeit decken und einen weiteren Verzehr des Eigenkapitals vermeiden will.
Der entscheidende Punkt für die nächsten Jahresabschlüsse lautet deshalb nicht, ob die Gesellschaft hohe Schulden abbauen kann – denn solche weist sie derzeit gar nicht aus.
Die entscheidende Frage lautet vielmehr:
Wann werden aus den inzwischen 13.000 Euro Finanzanlagen tatsächlich Erträge?
2025 ist dieser Punkt jedenfalls noch nicht erreicht. Die Beteiligungsposition wurde ausgebaut, die Kapitalbasis ist solide und ausreichend Liquidität ist vorhanden – doch in der Gewinn- und Verlustrechnung steht bislang kein ausgewiesener Ertrag den laufenden Aufwendungen gegenüber.