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FC Bayern: Mia san weiter! Erst Schock, dann Kane – Bayern räumt Osnabrück mit 4:1 aus dem Pokalweg

Alexas_Fotos (CC0), Pixabay

Also gut, liebe Bayern-Fans: Einmal kurz Puls auf 180, danach durfte der Abend dann doch noch einigermaßen standesgemäß verlaufen. Der FC Bayern steht in der zweiten Runde des DFB-Pokals. 4:1 beim VfL Osnabrück – Pflicht erfüllt, Pokaltraum lebt, Berlin darf weiterhin vorsichtig im Kalender markiert bleiben.

Dabei begann der Abend an der Bremer Brücke ungefähr so, wie man sich als Bayern-Anhänger eine Pokalpartie bei einem Außenseiter ausdrücklich nicht bestellt.

Fünfte Minute. Robin Meißner bekommt den Ball – und statt sich höflich an die Rollenverteilung zwischen Zweitliga-Aufsteiger und Rekordpokalsieger zu halten, haut er das Ding aus knapp 30 Metern über Jonas Urbig hinweg ins Tor.

1:0 Osnabrück.

Natürlich.

DFB-Pokal.

Auswärts.

Volles Stadion.

Und plötzlich beginnt im Kopf des Bayern-Fans dieses alte Pokalkino: Bitte nicht so ein Abend. Nicht heute. Nicht wieder irgendeine dieser Geschichten, die anschließend 20 Jahre lang in jedem Pokal-Rückblick gezeigt werden.

Zumal Osnabrück mit Bayern durchaus eine kleine historische Rechnung verbindet: 1978 gewann der VfL tatsächlich einmal 5:4 in München.

Vielen Dank für diese Erinnerung. Brauchte wirklich niemand.

Doch diesmal dauerte die Phase der Münchner Existenzangst glücklicherweise nur 13 Minuten.

Harry Kane beendet die Pokalromantik

In der 18. Minute kam Harry Kane.

Joshua Kimmich chippt den Ball in den Strafraum, Osnabrück bekommt ihn nicht richtig weg, Kane nimmt ihn direkt – 1:1.

So kennt man unseren Engländer.

Während andere noch überlegen, ob das jetzt eine schwierige Pokalnacht werden könnte, erledigt Kane lieber die einfachere Variante: Ball nehmen, Tor machen, Diskussion beenden.

Und sechs Minuten später war die Welt endgültig wieder weiß-rot.

Tom Bischof eroberte den Ball, Michael Olise schickte Luis Díaz, dessen Versuch zunächst noch abgewehrt wurde – doch Bischof war wieder da und schob zum 2:1 ein.

Von 0:1 auf 2:1 innerhalb von sechs Minuten.

So darf man auf einen Pokalschreck reagieren.

Nicht hektisch werden, nicht anfangen, aus 35 Metern irgendwelche Verzweiflungsschüsse Richtung Niedersachsen zu schicken. Einfach weiterspielen, Druck erhöhen und irgendwann dafür sorgen, dass der Außenseiter sich daran erinnert, warum Bayern als Favorit angereist ist.

Schön war nicht alles – aber wir sind ja nicht beim Eiskunstlauf

Wer allerdings nach dem 2:1 ein Münchner Schützenfest erwartete, musste sich gedulden.

Osnabrück verteidigte kompakt und leidenschaftlich. Bayern kontrollierte zwar zunehmend die Partie, machte aber lange nicht den berühmten Deckel drauf.

Und als Bayern-Fan kennt man natürlich das Problem.

Solange es nur 2:1 steht, kann der Gegner 70 Minuten lang praktisch keinen Ball aufs Tor bringen – und trotzdem sitzt man da und denkt:

Jetzt bitte einfach das 3:1. Nur das 3:1. Danach können wir alle wieder normale Menschen sein.

Michael Olise hatte schließlich Erbarmen.

In der 73. Minute setzte sich der Franzose durch und lupfte den Ball zum 3:1 ins Netz. Vorbereitet wurde der Treffer vom eingewechselten Lennart Karl.

Endlich.

Fernseher wieder ungefährlich.

Blutdruck runter.

Zweite Runde in Sicht.

Und Kane? Macht Kane-Sachen

Aber einer hatte noch nicht genug.

In der 86. Minute wurde Aleksandar Pavlović gefoult, Bayern bekam Elfmeter – und natürlich schnappte sich Harry Kane den Ball.

4:1.

Doppelpack.

Feierabend.

Für Kane war es gleichzeitig ein besonderer Abend: Sein 150. Pflichtspiel für den FC Bayern, verbunden mit seinen Treffern Nummer 147 und 148 für München.

148 Tore in 150 Pflichtspielen.

Man kann über Harry Kane inzwischen komplizierte taktische Analysen schreiben. Man kann Laufwege untersuchen, Heatmaps betrachten und Expected Goals berechnen.

Oder man formuliert es aus Fansicht etwas einfacher:

Der Mann ist völlig absurd.

4:1 klingt gemütlicher, als der Abend angefangen hat

Am Ende steht ein Ergebnis, bei dem man am nächsten Morgen auf die Resultate schaut und denkt:

Ja gut, Bayern halt.

Osnabrück 1, Bayern 4.

Alles normal.

Wer allerdings die ersten Minuten gesehen hat, weiß, dass es zunächst etwas weniger entspannt war. Osnabrück ging früh in Führung und verteidigte mutig. Bayern brauchte einige Zeit, um die Partie vollständig unter Kontrolle zu bekommen.

Danach wurden die Kräfteverhältnisse allerdings immer deutlicher.

Der DFB verzeichnete den 4:1-Sieg mit einem Halbzeitstand von 2:1; Kane traf zweimal, Bischof und Olise jeweils einmal.

Also kein Galaabend für die Ewigkeit.

Aber ganz ehrlich: Im DFB-Pokal bekommt niemand Schönheitspunkte.

Da gibt es genau zwei Kategorien.

Weiter.

Oder raus.

Und wir sind weiter.

Und dann passiert auch noch Historisches

Fast nebenbei sorgten die Bayern dafür, dass eine bemerkenswerte Serie komplettiert wurde.

Alle anderen 17 Bundesligisten hatten ihre Erstrundenpartien bereits überstanden. Bayern war der letzte Erstligist, der noch fehlte.

Mit dem Sieg in Osnabrück sind damit tatsächlich alle 18 Bundesligisten in die zweite Runde eingezogen.

Das gab es zuletzt vor 18 Jahren. Laut DFB ist es in diesem Jahrtausend überhaupt erst das dritte Mal, dass sämtliche Bundesligisten ihre Auftakthürde überstehen.

Schön für die Bundesliga.

Für uns Bayern-Fans ist allerdings hauptsächlich wichtig:

Der FC Bayern gehört zu diesen 18.

Alles andere wäre schließlich ausgesprochen unangenehm gewesen.

Jetzt bitte ein angenehmes Los – wir wissen aber alle, wie das endet

Am Samstag wird die zweite Runde ausgelost. Die Ziehung ist für 17:45 Uhr im Rahmen der Sportschau angesetzt.

Und damit beginnt wieder dieses wunderbare Ritual des Bayern-Fans.

Man sitzt vor der Auslosung und denkt:

Ein Heimspiel wäre nett.

Vielleicht ein Gegner, bei dem man nicht schon drei Wochen vorher über „besondere Pokalatmosphäre“ sprechen muss.

Vielleicht einfach mal eine völlig unspektakuläre Partie.

Und irgendwo wartet wahrscheinlich schon wieder irgendein Verein mit einem Stadion für 16.000 Zuschauer, Flutlicht, Dauerregen und einem Mittelstürmer, der beruflich Versicherungen verkauft und ausgerechnet gegen Bayern das Tor seines Lebens schießen möchte.

Wir kennen das Spiel.

Aber darum kümmern wir uns am Samstag.

Heute zählt nur:

Osnabrück durfte fünf Minuten vom Pokalwunder träumen. Dann kamen Kane, Bischof und Olise – und der FC Bayern machte aus einem kurzen Schreck einen ziemlich deutlichen 4:1-Auswärtssieg.

Erste Runde erledigt.

Harry Kane trifft wieder doppelt.

Alle Bundesligisten weiter.

Und wir dürfen weiter von Berlin träumen.

Mia san weiter. Und im Pokal ist das erst einmal alles, was zählt.

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