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Goldglanz fürs Jubiläum: Trump landet auf dem Dollar – und 25 Dollar kosten plötzlich 61

MIH83 (CC0), Pixabay

Zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten gönnt sich Amerika eine außergewöhnliche Jubiläumsmünze – und Donald Trump bekommt darauf einen Platz, den amtierende US-Präsidenten normalerweise nicht bekommen: sein eigenes Porträt auf einem offiziellen Ein-Dollar-Stück. Seit dem 2. September verkauft die US-Prägeanstalt die Sonderausgabe. Die Münze ist gesetzliches Zahlungsmittel und besitzt einen Nennwert von einem Dollar.

Auffällig ist allerdings nicht nur das Motiv, sondern auch der Preis. Eine Rolle mit 25 Ein-Dollar-Münzen kostet 61 Dollar. Wer gleich einen Beutel mit 100 Stück bestellt, muss 154,50 Dollar bezahlen. Der Sammler zahlt also erheblich mehr als den aufgeprägten Nennwert.

Bei der 25er-Rolle sind das 2,44 Dollar pro Ein-Dollar-Münze – ein Aufschlag von 144 Prozent gegenüber dem Nennwert. Beim 100er-Beutel sinkt der Stückpreis immerhin auf 1,545 Dollar. Für 100 Dollar Nennwert werden damit 54,50 Dollar zusätzlich fällig.

Goldener Trump – aber kein Gold

Wer bei einem „goldenen Trump-Dollar“ allerdings bereits an eine kleine Goldanlage denkt, sollte seine Erwartungen deutlich herunterschrauben.

Die Münze besitzt zwar eine goldfarbene Oberfläche, besteht aber nicht aus Gold. Berichten zufolge handelt es sich um eine Metalllegierung unter anderem aus Kupfer, Zink, Mangan und Nickel.

Der eigentliche Wert liegt daher nicht im Edelmetall, sondern im Sammlercharakter und in der historischen Besonderheit der Ausgabe.

Auf einer Seite ist Trumps Porträt zu sehen. Darüber steht „LIBERTY“, darunter erinnern die Jahreszahlen 1776–2026 an das 250-jährige Bestehen der Vereinigten Staaten. Die andere Seite zeigt das Große Siegel der Vereinigten Staaten mit dem amerikanischen Weißkopfseeadler.

Ausgerechnet ein amtierender Präsident

Politisch brisant wird die Münze vor allem wegen der Person darauf.

Dass ein amtierender Präsident auf amerikanischem Geld erscheint, widerspricht einer langen Tradition, lebende Staatsoberhäupter gerade nicht auf diese Weise zu verewigen. Kritiker sehen in der Trump-Münze deshalb ein weiteres Zeichen dafür, wie stark der Präsident seine eigene Person mit staatlichen Institutionen und Symbolen verbindet.

Die Rechtslage ist dabei komplizierter, als es die einfache Behauptung „lebende Präsidenten sind verboten“ vermuten lässt. Es existieren verschiedene gesetzliche Vorgaben für Münzen und Banknoten sowie besondere Ermächtigungen für Jubiläumsausgaben. Auch die historische Behauptung, noch nie zuvor habe ein lebender US-Präsident auf einer amerikanischen Münze gestanden, stimmt so nicht: Calvin Coolidge erschien bereits 1926 während seiner Amtszeit auf einer Gedenkmünze zum 150. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit. Auf diesen Präzedenzfall verweist auch die heutige US-Regierung.

Gerade deshalb ist die aktuelle Debatte juristisch keineswegs vollständig erledigt. Kritiker haben unter anderem auf gesetzliche Beschränkungen hingewiesen. Ein Versuch, die Ausgabe gerichtlich zu stoppen, scheiterte zwar – das Gericht entschied dabei aber nicht abschließend darüber, ob die Münze materiell rechtmäßig ist.

Aus einem Dollar werden 2,44 Dollar

Ökonomisch besitzt die ganze Angelegenheit einen gewissen Unterhaltungswert.

Ein Dollar bleibt ein Dollar – jedenfalls wenn man damit bezahlt.

Wer ihn allerdings direkt als Trump-Sammlerstück bei der Prägeanstalt erwerben möchte, zahlt in der kleinen Rolle rechnerisch 2,44 Dollar dafür.

Natürlich ist das bei Sammlermünzen nichts grundsätzlich Ungewöhnliches. Herstellung, Verpackung, Vertrieb und Sammleraufschläge führen regelmäßig dazu, dass solche Ausgaben oberhalb ihres Nennwertes verkauft werden. Und niemand wird gezwungen, 61 Dollar für 25 Dollar Nennwert auszugeben.

Dennoch passt die Konstruktion bemerkenswert gut zu einer Präsidentschaft, bei der die Person Donald Trump regelmäßig selbst Teil der politischen Inszenierung ist: Man bekommt einen Dollar – aber eben einen Dollar mit Trump darauf. Und der kostet entsprechend mehr.

Einige Stücke könnten besonders begehrt werden

Die US Mint hat dem Verkauf zusätzlich einen kleinen Schatzsucheffekt verpasst.

Unter den Rollen und Beuteln sollen sich zufällig besondere Münzen befinden, die am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, geprägt wurden und entsprechend gekennzeichnet sind.

Damit dürfte für Sammler ein zusätzlicher Anreiz entstehen. Wer eine Rolle kauft, erhält nicht nur 25 Trump-Dollar, sondern möglicherweise eines der speziell markierten Stücke.

Ob diese Münzen später tatsächlich deutlich höhere Sammlerpreise erzielen, ist allerdings völlig offen. Eine staatliche Ausgabe und eine begrenzte oder besondere Prägung garantieren noch keine langfristige Wertsteigerung.

Zwischen Jubiläumsmünze und Personenkult

Und damit wird aus einer scheinbar harmlosen Sammlermünze plötzlich eine ziemlich amerikanische politische Debatte.

Für Anhänger Trumps dürfte das Stück ein begehrtes Erinnerungsobjekt sein: der amtierende Präsident auf einem offiziellen Dollar zum 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten.

Für seine Kritiker ist genau das der problematische Punkt. Sie sehen darin weniger eine Würdigung des Landes als eine weitere Personalisierung staatlicher Symbole.

Die Münze lässt sich deshalb auf zwei völlig unterschiedliche Arten betrachten: als außergewöhnliches Sammlerstück zu einem historischen Jubiläum – oder als Ausdruck einer politischen Kultur, in der sich ein amtierender Präsident bereits zu Lebzeiten auf staatlichem Geld verewigen lässt.

Eines kann man dem neuen Trump-Dollar jedenfalls kaum vorwerfen: unauffällig zu sein.

250 Jahre Vereinigte Staaten, ein goldfarben glänzender Dollar, Donald Trump auf der Vorderseite – und ein Verkaufspreis von 61 Dollar für 25 Dollar Nennwert.

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