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Windpark Wiemerstedt II: Gewinn steigt um 37 Prozent – doch 6,5 Millionen Euro Schulden bleiben und fast alles ist kurzfristig fällig

Mohamed_hassan (CC0), Pixabay

Der Jahresabschluss 2025 der Windpark Wiemerstedt II GmbH & Co. KG aus Stuttgart zeigt ein Unternehmen, das operativ Fortschritte macht, gleichzeitig aber weiterhin eine ausgesprochen hohe Fremdfinanzierung trägt. Die Umsätze steigen kräftig, der Jahresüberschuss verbessert sich auf 319.000 Euro und das Eigenkapital wächst deutlich. Auf der anderen Seite stehen 6,49 Millionen Euro Verbindlichkeiten, die nach den Angaben im Abschluss nahezu vollständig eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr haben.

Hinzu kommt eine auffällige neue Bilanzposition: 2,015 Millionen Euro passive Rechnungsabgrenzung, nachdem dort im Vorjahr noch null Euro standen. Diese Position erklärt einen erheblichen Teil des Bilanzwachstums und sollte bei der Bewertung nicht mit klassischen Finanzschulden gleichgesetzt werden.

Damit erzählt der Abschluss 2025 zwei Geschichten gleichzeitig: Der Windpark verdient mehr Geld – seine Bilanz bleibt aber stark von kurzfristigen Verpflichtungen und einer ungewöhnlich großen Rechnungsabgrenzung geprägt.

Die Windpark Wiemerstedt II GmbH & Co. KG hat ihren Sitz in Stuttgart und ist unter HRA 73998 beim Amtsgericht Stuttgart eingetragen. Im Geschäftsjahr bestanden unter anderem Geschäftsbeziehungen innerhalb des EnBW-Umfelds. Die EnBW Erneuerbare Operation & Service GmbH übernimmt auf Grundlage eines Service- und Managementvertrags Instandhaltungs- und Betriebsführungsleistungen. Darüber hinaus besteht mit der EnBW AG ein Direktvermarktungsvertrag für den nach EEG erzeugten Strom.

Umsatz springt um fast 29 Prozent nach oben

Die wichtigste positive Entwicklung findet sich in der Gewinn- und Verlustrechnung.

Die Umsatzerlöse steigen von 653.500 Euro auf 841.300 Euro.

Das ist ein Zuwachs von 187.800 Euro beziehungsweise rund 28,7 Prozent.

Für einen Windpark ist diese Entwicklung wesentlich aussagekräftiger als ein bloßer Anstieg der Bilanzsumme. Schließlich zeigen die Umsatzerlöse zumindest, dass 2025 deutlich höhere Erlöse aus der Geschäftstätigkeit ausgewiesen wurden.

Was sich aus dem verkürzten Abschluss allerdings nicht erkennen lässt, ist die genaue Ursache.

Aus den Zahlen allein lässt sich beispielsweise nicht feststellen, ob 2025 mehr Strom produziert wurde, bessere Windverhältnisse herrschten, höhere Vergütungen erzielt wurden oder andere Faktoren den Umsatzanstieg verursachten.

Eine Gleichsetzung von Umsatzplus und höherer Stromproduktion wäre deshalb nicht gerechtfertigt.

Fest steht lediglich: Der ausgewiesene Umsatz ist um fast 29 Prozent gestiegen.

Jahresgewinn wächst auf 319.000 Euro

Noch wichtiger ist die Entwicklung unter dem Strich.

2024 erzielte die Gesellschaft einen Jahresüberschuss von 232.400 Euro.

2025 sind es:

319.000 Euro.

Der Gewinn steigt damit um 86.600 Euro beziehungsweise rund 37,3 Prozent.

Das ist eine klare Verbesserung.

Gemessen an den Umsatzerlösen entspricht der Jahresüberschuss 2025 rund 37,9 Prozent des Umsatzes. Allerdings sollte diese Relation nicht als klassische operative Umsatzmarge interpretiert werden, weil die verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung mehrere Ergebnisbestandteile zusammenfasst und beispielsweise keine separate Abschreibungs-, Zins- oder detaillierte Betriebsergebnisstruktur erkennen lässt.

Trotzdem bleibt die zentrale Aussage bestehen: Wiemerstedt II hat 2025 mehr verdient als im Vorjahr.

Bilanzgewinn mehr als verdreifacht

Noch deutlicher wächst der Bilanzgewinn.

Aus dem Vorjahr wurden 137.500 Euro Gewinn vorgetragen. Zusammen mit dem Jahresüberschuss 2025 von 319.000 Euro ergibt sich zum Jahresende ein Bilanzgewinn von:

456.500 Euro.

Im Vorjahr waren es lediglich 137.500 Euro.

Der Bilanzgewinn steigt damit um 319.000 Euro beziehungsweise rund 232 Prozent und hat sich damit mehr als verdreifacht.

Interessant ist dabei die Entwicklung über zwei Jahre.

2024 hatte die Gesellschaft noch einen Verlustvortrag von 95.900 Euro übernommen. Trotz dieses negativen Ausgangswerts führte der damalige Jahresüberschuss von 232.400 Euro zu einem Bilanzgewinn von 137.500 Euro.

2025 setzt sich diese Verbesserung fort.

Der Windpark hat damit seine frühere negative Ergebnisposition nicht nur aufgeholt, sondern inzwischen ein deutlich positives Gewinnpolster aufgebaut.

Eigenkapital steigt um 134 Prozent

Diese Entwicklung schlägt sich unmittelbar in der Bilanz nieder.

Das Eigenkapital steigt von 238.500 Euro auf 557.500 Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von exakt 319.000 Euro beziehungsweise rund 133,8 Prozent.

Auffällig ist, dass der Eigenkapitalanstieg genau dem ausgewiesenen Jahresüberschuss von 319.000 Euro entspricht.

Das spricht rechnerisch dafür, dass der Jahresüberschuss vollständig im Eigenkapital verblieben ist. Über die gesellschaftsrechtliche Ergebnisverwendung sollte jedoch nur das gesagt werden, was der Abschluss ausdrücklich hergibt.

Unstrittig ist dagegen: Das Eigenkapital hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Das klingt zunächst ausgesprochen positiv.

Doch im Verhältnis zur Bilanzsumme relativiert sich das Bild erheblich.

Eigenkapitalquote bleibt bei nur 5,8 Prozent

Die Bilanzsumme beträgt zum 31. Dezember 2025 9,615 Millionen Euro.

Davon entfallen lediglich 557.500 Euro auf Eigenkapital.

Die Eigenkapitalquote beträgt damit rund:

5,8 Prozent.

2024 lag sie bei nur etwa 3,0 Prozent.

Damit hat sich die Eigenkapitalquote zwar nahezu verdoppelt. Sie bleibt absolut betrachtet jedoch niedrig.

Anders ausgedrückt: Rund 94 Prozent der Bilanzsumme werden weiterhin durch andere Passivpositionen als Eigenkapital finanziert beziehungsweise gedeckt.

Das ist nicht automatisch problematisch. Gerade Windparkprojekte werden häufig mit erheblichem Fremdkapitaleinsatz finanziert.

Dennoch bedeutet eine geringe Eigenkapitalquote grundsätzlich einen begrenzteren bilanziellen Risikopuffer.

Umso wichtiger ist deshalb, wie sich die Schulden entwickeln.

Und hier gibt es zunächst eine gute Nachricht.

Verbindlichkeiten sinken um fast 900.000 Euro

Die Verbindlichkeiten gehen deutlich zurück.

Ende 2024 betrugen sie:

7,372 Millionen Euro.

Ende 2025 sind es:

6,487 Millionen Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 885.300 Euro beziehungsweise 12,0 Prozent.

Damit wurde innerhalb eines Jahres ein erheblicher Teil der bilanziellen Verbindlichkeiten abgebaut.

Der Verschuldungsabbau fällt sogar deutlich größer aus als der erwirtschaftete Jahresüberschuss.

Das ist grundsätzlich positiv.

Allerdings gibt es einen Punkt, der Anleger und Gläubiger genauer hinsehen lassen sollte.

Praktisch sämtliche Schulden sind kurzfristig ausgewiesen

Nach dem Jahresabschluss haben Verbindlichkeiten von 6,487 Millionen Euro eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr.

Bei insgesamt 6,4871 Millionen Euro Verbindlichkeiten bedeutet das:

Nahezu 100 Prozent der ausgewiesenen Verbindlichkeiten sind kurzfristig.

2024 war die Situation ähnlich: Damals waren die gesamten 7,3724 Millionen Euro Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres fällig.

Das ist bilanziell eine auffällige Struktur.

Denn dem stehen lediglich 364.500 Euro Umlaufvermögen gegenüber.

Rein rechnerisch deckt das gesamte Umlaufvermögen damit nur rund 5,6 Prozent der kurzfristigen Verbindlichkeiten.

Oder anders betrachtet: Die kurzfristigen Verbindlichkeiten sind knapp 18-mal so hoch wie das Umlaufvermögen.

Das sieht auf den ersten Blick ausgesprochen angespannt aus.

Aber auch hier ist Vorsicht bei der Interpretation erforderlich.

Kurzfristige Verbindlichkeit bedeutet nicht automatisch akute Zahlungskrise

Aus dieser Relation allein darf nicht auf Zahlungsunfähigkeit geschlossen werden.

Dafür fehlen entscheidende Informationen.

Die vorgelegte Bilanz schlüsselt das Umlaufvermögen nicht weiter auf und enthält keine Kapitalflussrechnung. Vor allem ist nicht ersichtlich, welche Arten von Verbindlichkeiten hinter den 6,487 Millionen Euro stehen, ob beispielsweise Finanzierungen regelmäßig prolongiert werden, welche Zahlungspläne bestehen und welche laufenden Cashflows der Windpark erwirtschaftet.

Eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr ist zunächst eine bilanzielle Fälligkeitsangabe.

Ob daraus tatsächlich eine problematische Liquiditätssituation entsteht, lässt sich ohne zusätzliche Informationen nicht beurteilen.

Trotzdem ist die Größenordnung ein Punkt, den ein Gläubiger oder Investor nicht ignorieren sollte.

364.500 Euro Umlaufvermögen gegenüber 6,487 Millionen Euro kurzfristigen Verbindlichkeiten sind eine erhebliche Diskrepanz.

Und dann tauchen plötzlich 2,015 Millionen Euro auf

Die auffälligste Veränderung des gesamten Abschlusses findet sich allerdings an anderer Stelle.

2024 betrug der passive Rechnungsabgrenzungsposten:

0 Euro.

2025 beträgt er plötzlich:

2,015 Millionen Euro.

Das ist gewaltig.

Der Posten entspricht rund 21 Prozent der gesamten Bilanzsumme.

Gerade deshalb wäre eine Erläuterung seiner wirtschaftlichen Ursache interessant.

Ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten ist jedoch keine klassische Bankverbindlichkeit. Er dient grundsätzlich dazu, Einnahmen, die bereits vor dem Bilanzstichtag vereinnahmt wurden, wirtschaftlich späteren Perioden zuzuordnen.

Deshalb wäre es falsch, die 2,015 Millionen Euro einfach auf die 6,487 Millionen Euro Verbindlichkeiten aufzuschlagen und daraus „8,5 Millionen Euro Schulden“ zu machen.

Genauso wenig sollte die Position ignoriert werden.

Sie zeigt, dass ein erheblicher Betrag bilanziell zukünftigen Perioden zugeordnet wird.

Wofür genau die 2,015 Millionen Euro stehen, geht aus den vorgelegten Angaben jedoch nicht hervor.

Das ist eine der wichtigsten offenen Fragen des Abschlusses.

Bilanz wächst um 1,55 Millionen Euro

Die neue Rechnungsabgrenzung erklärt zugleich, warum die Bilanzsumme trotz sinkender Verbindlichkeiten deutlich wächst.

Die Bilanzsumme steigt von 8,065 Millionen Euro auf 9,615 Millionen Euro.

Das entspricht einem Zuwachs von rund 1,550 Millionen Euro beziehungsweise 19,2 Prozent.

Auf der Aktivseite findet sich der größte Zuwachs beim Anlagevermögen.

Dieses steigt von 7,7637 Millionen Euro auf:

9,2503 Millionen Euro.

Das ist ein Plus von 1,4866 Millionen Euro beziehungsweise rund 19,1 Prozent.

Damit befinden sich rund 96,2 Prozent des gesamten Vermögens im Anlagevermögen.

Das ist für eine Windparkgesellschaft grundsätzlich nicht überraschend. Windenergieanlagen und die dazugehörige Infrastruktur sind kapitalintensiv.

Bemerkenswert ist vielmehr, dass das Anlagevermögen trotz der normalerweise anfallenden Abschreibungen deutlich wächst.

Das spricht für Zugänge oder andere bilanzielle Veränderungen im Anlagevermögen. Welche Investitionen dahinterstehen, lässt sich aus der stark verkürzten Bilanz allerdings nicht konkret bestimmen.

Investitionen könnten hinter dem Wachstum stehen – der Abschluss verrät aber nicht genug

Der Name „Windpark Wiemerstedt II“ legt bereits einen Projektcharakter nahe, doch für eine seriöse Analyse zählt allein der Abschluss.

Und dieser zeigt lediglich:

Anlagevermögen plus 1,487 Millionen Euro.

Ohne Anlagenspiegel lässt sich nicht sauber auseinanderrechnen, welche neuen Vermögensgegenstände hinzugekommen sind, wie hoch die Abschreibungen waren und ob möglicherweise Anlagen im Bau oder andere Sachanlagen eine Rolle spielen.

Deshalb wäre die Behauptung, der Windpark habe 2025 exakt 1,487 Millionen Euro investiert, zu weitgehend.

Der tatsächliche Investitionsbetrag kann aufgrund von Abschreibungen höher liegen als der reine Nettoanstieg des Anlagevermögens.

Fest steht lediglich, dass die langfristige Vermögensbasis erheblich gewachsen ist.

Gleichzeitig entstehen erstmals Forderungen gegen Gesellschafter

Eine weitere interessante Position findet sich in den ergänzenden Angaben.

Zum Jahresende bestehen Forderungen gegenüber Gesellschaftern von 115.800 Euro.

2024 waren es noch null Euro.

Damit entstehen innerhalb eines Jahres neue Gesellschafterforderungen in sechsstelliger Höhe.

Gemessen an der Bilanzsumme entsprechen sie rund 1,2 Prozent.

Gemessen am Umlaufvermögen sind sie wesentlich bedeutender: 115.800 Euro entsprechen knapp 31,8 Prozent des gesamten Umlaufvermögens.

Fast ein Drittel des kurzfristigen Vermögens entfällt damit rechnerisch auf Forderungen gegenüber Gesellschaftern.

Auch hier fehlt jedoch eine entscheidende Information: Aus den vorgelegten Angaben geht nicht hervor, warum diese Forderungen entstanden sind, wann sie fällig werden und ob beziehungsweise wie sie verzinst werden.

Die Position ist deshalb nicht automatisch negativ zu bewerten.

Aus Investorensicht wäre aber eine genauere Erläuterung wünschenswert.

Das operative Bild ist besser als 2024

Die Gewinn- und Verlustrechnung liefert gleichzeitig mehrere positive Signale.

Die Umsätze steigen um knapp 29 Prozent.

Der Jahresüberschuss steigt um gut 37 Prozent.

Und der Bilanzgewinn wächst auf 456.500 Euro.

Besonders interessant ist zudem die Veränderung der sonstigen Erträge und Materialaufwendungen.

Die sonstigen Erträge sinken drastisch von 1,0534 Millionen Euro auf 267.500 Euro – ein Minus von rund 74,6 Prozent.

Trotzdem verbessert sich der Jahresüberschuss.

Das liegt vor allem daran, dass gleichzeitig der Materialaufwand massiv zurückgeht.

Materialaufwand fällt um 64 Prozent

2024 betrug der Materialaufwand noch:

1,0664 Millionen Euro.

2025 sind es nur noch:

382.700 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um 683.700 Euro beziehungsweise rund 64,1 Prozent.

Damit verändert sich die Ergebnisstruktur erheblich.

2024 standen ungewöhnlich hohe sonstige Erträge einem ebenfalls sehr hohen Materialaufwand gegenüber.

2025 fallen beide Positionen deutlich niedriger aus.

Was genau hinter diesen starken Schwankungen steckt, lässt sich aus der verkürzten Gewinn- und Verlustrechnung nicht erkennen.

Gerade diese Entwicklung wäre erklärungsbedürftig.

Es wäre beispielsweise möglich, dass 2024 außergewöhnliche Geschäftsvorfälle oder Abrechnungen enthalten waren. Das wäre jedoch lediglich eine Vermutung und darf ohne weitere Angaben nicht als Tatsache dargestellt werden.

Die Zahlen zeigen lediglich, dass 2025 wesentlich stärker vom eigentlichen Umsatz und deutlich weniger von sonstigen Erträgen geprägt ist als 2024.

Sonstige Aufwendungen bleiben relativ stabil

Die sonstigen Aufwendungen gehen leicht zurück.

2024 lagen sie bei 378.500 Euro.

2025 sind es 362.000 Euro.

Das entspricht einem Rückgang um rund 4,4 Prozent.

Die Steuerbelastung steigt dagegen von 29.600 auf 45.100 Euro, also um rund 52,4 Prozent.

Unter dem Strich bleibt trotzdem ein Jahresüberschuss von 319.000 Euro.

Damit zeigt die Ergebnisrechnung eine insgesamt positive Entwicklung.

EnBW spielt bei Betrieb und Stromvermarktung eine zentrale Rolle

Interessant sind außerdem die Geschäftsbeziehungen innerhalb des Konzernumfelds.

Mit der EnBW Erneuerbare Operation & Service GmbH besteht ein Service- und Managementvertrag. Dieser umfasst nach den Angaben im Abschluss die Instandhaltung und Betriebsführung des Windparks.

Darüber werden außerdem verschiedene Funktionen wie Rechnungswesen und Steuern, Einkauf und Logistik, Informationsverarbeitung, Personalwesen, Recht und Gebäudemanagement abgerechnet.

Regelmäßige Leistungen werden auf Grundlage vertraglich vereinbarter Pauschalen berechnet; weitere Leistungen können über zusätzliche Vereinbarungen abgerechnet werden.

Daneben besteht mit der EnBW AG ein Direktvermarktungsvertrag für die Vermarktung der erzeugten Strommenge nach dem EEG.

Damit ist die Windparkgesellschaft sowohl beim Betrieb als auch bei der Vermarktung eng in Konzernstrukturen eingebunden.

Aus dem vorgelegten Abschluss geht allerdings nicht hervor, welche konkreten Beträge 2025 für diese einzelnen Leistungen gezahlt wurden.

Das eigentliche Risiko liegt weniger im Gewinn als in der Bilanzstruktur

Für einen Investor ergibt sich deshalb ein differenziertes Bild.

Die operative Entwicklung ist positiv.

841.300 Euro Umsatz und 319.000 Euro Jahresüberschuss sind gegenüber dem Vorjahr klare Verbesserungen.

Auch der Abbau der Verbindlichkeiten um rund 885.000 Euro ist erfreulich.

Gleichzeitig steigt das Eigenkapital auf 557.500 Euro.

Doch die Kapitalstruktur bleibt anspruchsvoll.

Einer Bilanzsumme von 9,615 Millionen Euro stehen lediglich 557.500 Euro Eigenkapital gegenüber. Die Eigenkapitalquote liegt damit trotz deutlicher Verbesserung bei nur 5,8 Prozent.

Noch auffälliger sind die 6,487 Millionen Euro kurzfristigen Verbindlichkeiten bei lediglich 364.500 Euro Umlaufvermögen.

Und zusätzlich erscheint erstmals ein passiver Rechnungsabgrenzungsposten von 2,015 Millionen Euro.

Gerade dessen Hintergrund wäre für eine vollständige Beurteilung wichtig.

2025 ist besser – aber nicht sorgenfrei

Unter dem Strich hat sich Windpark Wiemerstedt II 2025 wirtschaftlich verbessert.

Der Umsatz steigt um 28,7 Prozent.

Der Jahresüberschuss wächst um 37,3 Prozent.

Der Bilanzgewinn erreicht 456.500 Euro.

Das Eigenkapital steigt um 133,8 Prozent.

Und die Verbindlichkeiten sinken um 12 Prozent.

Das sind substanzielle Fortschritte.

Dennoch bleibt die Bilanz stark fremdfinanziert. Die Eigenkapitalquote von 5,8 Prozent bietet weiterhin nur einen relativ schmalen bilanziellen Puffer. Gleichzeitig konzentrieren sich praktisch sämtliche ausgewiesenen Verbindlichkeiten auf Laufzeiten von höchstens einem Jahr.

Besonders erklärungsbedürftig ist zudem der neue Rechnungsabgrenzungsposten von 2,015 Millionen Euro.

Damit lautet das Fazit nicht, dass der Windpark vor einer finanziellen Krise steht – dafür liefern die vorliegenden Zahlen keine Grundlage.

Aber genauso wenig sollte man sich vom Gewinnanstieg allein blenden lassen.

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