Dark Mode Light Mode

„Rocky Horror“-Ikone Tim Curry ist tot – Abschied von einem Meister der exzentrischen Rollen

RobVanDerMeijden (CC0), Pixabay

Die Film- und Theaterwelt trauert um einen ihrer markantesten Charakterdarsteller: Tim Curry ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Seine langjährige Managerin und Freundin Marcia Hurwitz bestätigte, dass der britische Schauspieler in seinem Haus in Los Angeles friedlich gestorben sei. Eine konkrete Todesursache wurde zunächst nicht genannt. Seit einem schweren Schlaganfall im Jahr 2012 war Curry gesundheitlich stark eingeschränkt und auf einen Rollstuhl angewiesen.

Für viele bleibt sein Name für immer mit einer Figur verbunden: Dr. Frank-N-Furter aus „The Rocky Horror Picture Show“. Curry hatte den extravaganten Wissenschaftler zunächst 1973 auf der Londoner Bühne gespielt und übernahm die Rolle anschließend auch in der Verfilmung von 1975. Was zunächst kein großer Kinoerfolg war, entwickelte sich durch Mitternachtsvorführungen zu einem weltweiten Kultphänomen. Mehr als ein halbes Jahrhundert später gehört der Film zu den außergewöhnlichsten Dauerbrennern der Kinogeschichte.

Doch Curry auf Frank-N-Furter zu reduzieren, würde seiner Karriere kaum gerecht. Er spielte Pennywise in der TV-Verfilmung von Stephen Kings „It“ aus dem Jahr 1990, den ebenso höflichen wie verdächtigen Butler Wadsworth in „Clue“, den Hotelangestellten Mr. Hector in „Home Alone 2“ und den dämonischen Darkness in Ridley Scotts „Legend“. Hinzu kamen „Annie“, „The Hunt for Red October“, „The Three Musketeers“, „Muppet Treasure Island“, „Charlie’s Angels“ und zahlreiche weitere Produktionen.

Besonders bemerkenswert war seine Fähigkeit, bedrohliche Figuren gleichzeitig komisch, überzeichnet und faszinierend erscheinen zu lassen. Das verschaffte Curry einen Platz in der Popkultur, der weit über klassische Hauptrollen hinausging.

Auch am Broadway ein Star

Seine Karriere begann Curry auf der Bühne. Bereits 1968 stand er in der Londoner Produktion des Musicals „Hair“. Später spielte er unter anderem Mozart in „Amadeus“ und König Arthur in „Monty Python’s Spamalot“. Insgesamt wurde er dreimal für einen Tony Award nominiert.

Daneben verfügte Curry über eine unverwechselbare Stimme, die ihm eine zweite große Karriere als Sprecher eröffnete. Für seine Arbeit als Captain Hook in der Zeichentrickserie „Peter Pan and the Pirates“ erhielt er 1991 einen Daytime Emmy. Es folgten zahlreiche Synchronrollen in Animationsfilmen, Fernsehproduktionen und Videospielen.

Der Schlaganfall von 2012 bedeutete einen tiefen Einschnitt. Curry blieb jedoch künstlerisch aktiv. 2016 trat er bei der Neuverfilmung von „The Rocky Horror Picture Show“ als Erzähler auf. 2024 war er im Horrorfilm „Stream“ noch einmal auf der Kinoleinwand zu sehen. Im Oktober 2025 veröffentlichte er schließlich seine Memoiren „Vagabond“.

Damit endet eine Karriere, die sich über mehr als fünf Jahrzehnte erstreckte. Tim Curry gehörte zu jenen Schauspielern, bei denen oft schon Stimme, Blick und Lachen genügten, um eine Szene an sich zu reißen. Frank-N-Furter machte ihn berühmt – doch Pennywise, Wadsworth, Darkness und seine zahlreichen Bühnen- und Sprecherrollen machten deutlich, wie vielseitig er tatsächlich war.

Und vermutlich wird noch sehr lange irgendwo auf der Welt ein Kino voller verkleideter Fans stehen, tanzen und den „Time Warp“ feiern. Tim Curry ist gestorben – seine wohl berühmteste Figur aber dürfte noch Generationen weiterleben.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

KKG-Immobilien Holding UG: Insolvenzantrag mangels Masse abgewiesen

Next Post

PROKON Windpark Dennin: Umsatz steigt – doch negatives Eigenkapital und hohe Schulden bleiben Warnsignale