Wer am Freitag, 28. August 2026, früh aufsteht, kann am Himmel über Norddeutschland ein besonderes Schauspiel erleben. Eine partielle Mondfinsternis lässt einen großen Teil des Vollmondes im Erdschatten verschwinden. In Hamburg sollen zeitweise rund 94 Prozent der Mondscheibe verdeckt sein, in Schleswig-Holstein werden bis zu 93,5 Prozent erwartet. Damit fehlt nicht viel zu einer totalen Mondfinsternis.
Das Naturschauspiel beginnt allerdings zu einer Zeit, zu der die meisten Menschen noch schlafen. Gegen 3.23 Uhr tritt der Mond zunächst in den Halbschatten der Erde ein. Deutlich interessanter wird es ab etwa 4.33 Uhr, wenn der Kernschatten die Mondoberfläche erreicht. Anschließend wird ein immer größerer Teil der Mondscheibe verdunkelt.
Seinen Höhepunkt erreicht das Ereignis im Norden gegen 6.12 bis 6.13 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt steht der Mond allerdings bereits sehr tief am westlichen beziehungsweise westsüdwestlichen Horizont. In Hannover beispielsweise befindet er sich beim Maximum nur noch ungefähr zwei Grad über dem Horizont und geht wenig später unter.
Freie Sicht nach Westen ist entscheidend
Wer die Finsternis beobachten möchte, sollte deshalb einen Standort mit möglichst freier Sicht nach Westen suchen. Häuser, Bäume oder Hügel können den tief stehenden Mond kurz vor dem Maximum schnell verdecken.
In Hamburg beginnt die deutlich sichtbare Verdunkelung gegen 4.33 Uhr. Um etwa 6.12 Uhr wird das Maximum erreicht, ehe der Mond gegen 6.29 Uhr untergeht. Ähnliche Zeiten gelten für Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Besonders reizvoll dürfte die Finsternis dadurch werden, dass der Mond während der stärkeren Verdunkelung rötlich erscheinen kann. Ursache dafür ist Sonnenlicht, das durch die Erdatmosphäre gefiltert und teilweise in den Erdschatten gelenkt wird. Da es sich diesmal jedoch nicht um eine vollständige Mondfinsternis handelt, entsteht kein vollständig verdunkelter klassischer „Blutmond“.
Warum gibt es nicht jeden Monat eine Mondfinsternis?
Eine Mondfinsternis entsteht, wenn Sonne, Erde und Mond nahezu auf einer Linie stehen und die Erde ihren Schatten auf den Vollmond wirft. Obwohl jeden Monat Vollmond ist, gibt es nicht jedes Mal eine Finsternis. Die Umlaufbahn des Mondes ist gegenüber der Erdbahn leicht geneigt. Meist zieht der Mond deshalb oberhalb oder unterhalb des Erdschattens vorbei.
Dass die Mondfinsternis nur wenige Wochen nach einer Sonnenfinsternis stattfindet, ist ebenfalls kein Zufall. Beide Ereignisse hängen mit einer ähnlichen Stellung von Sonne, Erde und Mond zusammen.
Kein Teleskop notwendig
Anders als bei einer Sonnenfinsternis ist für die Beobachtung keine spezielle Schutzbrille erforderlich. Die Mondfinsternis kann mit bloßem Auge verfolgt werden. Ein Fernglas kann den Anblick zusätzlich eindrucksvoll machen.
Ob das Himmelsspektakel tatsächlich zu sehen sein wird, entscheidet am Ende allerdings das Wetter. Gerade weil das Maximum erst unmittelbar vor dem Monduntergang erreicht wird, können neben Wolken bereits leichter Dunst oder Nebel am Horizont die Beobachtung erschweren.