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Betrüger greifen flatex-Kunden an: Gefälschte SMS sollen Zugangsdaten zum Depot stehlen

Peggy_Marco (CC0), Pixabay

Kriminelle haben es aktuell auf Kunden des Onlinebrokers flatex abgesehen. Mit gefälschten SMS versuchen sie, Anleger auf eine nachgebaute Internetseite zu locken und dort die Zugangsdaten für deren Konto abzugreifen. Die Betrugsmasche ist besonders gefährlich, weil die gefälschte Seite dem tatsächlichen Internetauftritt des Brokers optisch nachempfunden wurde.

Die Betrüger behaupten in den SMS, dass die für Überweisungen benötigte iTAN-Card innerhalb der nächsten 30 Tage ablaufe. Um kostenlos eine neue Karte zu bestellen, sollen die Empfänger einen mitgeschickten Internetlink aufrufen.

Genau das sollten Betroffene keinesfalls tun.

Gefälschte flatex-Seite verlangt Benutzername und Passwort

Der in der SMS enthaltene Link führt nicht zum tatsächlichen Internetangebot von flatex, sondern zu einer Phishing-Seite. Als Adresse wird in den derzeit verbreiteten Nachrichten itancard-flatex.at verwendet.

Dort erwartet die Opfer eine nachgebaute Anmeldeseite. Wer davon ausgeht, sich tatsächlich bei seinem Depot anzumelden, gibt Benutzername und Passwort direkt an die Betrüger weiter.

Damit können die Täter sensible Zugangsdaten erhalten, die im schlimmsten Fall für weitere Angriffe auf das Depot beziehungsweise das Kundenkonto verwendet werden können.

Betrüger setzen ihre Opfer mit einer Frist unter Druck

Wie bei vielen Phishing-Angriffen wird auch bei dieser Masche versucht, Handlungsdruck zu erzeugen. Diesmal geschieht das vergleichsweise unauffällig.

Den Empfängern wird nicht mit einer sofortigen Kontosperrung gedroht. Stattdessen heißt es, die iTAN-Card werde innerhalb der nächsten 30 Tage ungültig.

Die Botschaft dahinter ist trotzdem eindeutig: Wer nicht rechtzeitig reagiert, könnte vermeintlich Schwierigkeiten mit seinem Konto oder bei Überweisungen bekommen.

Solche zeitlichen Fristen sind ein typisches Mittel von Phishing-Betrügern. Die Empfänger sollen handeln, bevor sie die Nachricht und insbesondere die Internetadresse genauer überprüfen.

Fake-Portal verrät sich durch auffällige Funktionen

Auf den ersten Blick kann die gefälschte Internetseite durchaus glaubwürdig erscheinen. Bei genauerem Hinsehen gibt es jedoch deutliche Auffälligkeiten.

So erweckt die Seite den Eindruck, verschiedene Funktionen anzubieten. Tatsächlich funktioniert nach den vorliegenden Informationen jedoch praktisch nur der Button zur Anmeldung.

Das eingeblendete Anmeldefenster lässt sich trotz eines sichtbaren „X“ nicht schließen. Auch vermeintliche Schaltflächen wie „Jetzt informieren“ oder „Depot eröffnen“ funktionieren nicht.

Der Grund dafür liegt nahe: Die Seite wurde nicht als echtes Kundenportal erstellt. Ihr wesentlicher Zweck besteht darin, Besucher zur Eingabe ihrer Zugangsdaten zu bewegen.

Selbst ein fehlgeschlagener Login gehört zur Betrugsmasche

Die Täter haben ihre Phishing-Seite sogar auf den Fall vorbereitet, dass die vermeintliche Anmeldung nicht funktioniert.

Nach einem angeblich fehlgeschlagenen Login erscheint eine weitere Seite. Dort werden die Nutzer aufgefordert, ihre Eingaben zu überprüfen und darauf zu achten, ob sie sich beim österreichischen oder deutschen flatex-Zugang anmelden möchten.

Neben sprachlichen Fehlern fällt auch hier auf, dass zahlreiche vermeintliche Funktionen nicht funktionieren. Links zum Impressum oder zum Datenschutz führen ebenso wenig weiter wie die Möglichkeit, ein neues Depot zu eröffnen.

Damit bleibt den Besuchern praktisch nur eine Handlung: erneut ihre Zugangsdaten einzugeben.

Zugangsdaten bereits eingegeben? Jetzt zählt jede Minute

Wer auf die SMS hereingefallen ist und Benutzername sowie Passwort auf der gefälschten Seite eingegeben hat, sollte schnell reagieren.

Betroffene sollten umgehend den flatex-Kundendienst kontaktieren und den Vorfall melden. Sofern der Zugriff auf das eigene Konto noch möglich ist, sollte außerdem das Passwort unverzüglich geändert werden.

Anschließend empfiehlt es sich, das Konto besonders aufmerksam zu kontrollieren. Unbekannte oder ungewöhnliche Vorgänge sollten sofort gemeldet werden.

Zudem ist damit zu rechnen, dass einmal erfolgreiche Opfer erneut kontaktiert werden. Die Täter könnten versuchen, mit weiteren Nachrichten, Anrufen oder anderen Vorwänden zusätzliche Daten zu erhalten.

Links in unerwarteten SMS grundsätzlich nicht für die Anmeldung verwenden

Die aktuelle Masche zeigt, dass inzwischen auch Kunden von Onlinebrokern gezielt mit Phishing-Nachrichten angegriffen werden. Gerade bei einem Depot können gestohlene Zugangsdaten besonders schwerwiegende Folgen haben.

Wer eine angebliche Sicherheitsmeldung von flatex erhält, sollte deshalb nicht über den Link in einer SMS auf sein Konto zugreifen. Stattdessen sollte die bekannte Internetadresse des Brokers selbst eingegeben oder die offizielle App verwendet werden.

Eine Nachricht über eine angeblich ablaufende iTAN-Card sollte insbesondere dann misstrauisch machen, wenn sie gleichzeitig einen Link enthält, über den eine Anmeldung und die Eingabe persönlicher Zugangsdaten verlangt werden.

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