Die zum Bremer wpd-Konzern gehörende Windpark Hohenstein Beteiligungs GmbH hat ihre Bilanzsumme im Geschäftsjahr 2025 mehr als verdoppelt. Ende Dezember standen 38.480 Euro in der Bilanz, nach 18.356 Euro ein Jahr zuvor.
Besonders auffällig ist die Entwicklung der Finanzanlagen. Sie erhöhten sich innerhalb eines Jahres von 5.000 auf 30.000 Euro – eine Versechsfachung. Nach Angaben im Anhang handelt es sich dabei um Anteile an verbundenen Unternehmen.
Damit deutet die Bilanz auf eine deutlich stärkere finanzielle Beteiligung innerhalb der Unternehmensstruktur hin. Welche konkreten Gesellschaften oder Projektteile hinter den zusätzlichen 25.000 Euro stehen, wird im veröffentlichten Abschluss allerdings nicht erläutert.
25.000 Euro zusätzlich in der Kapitalrücklage
Parallel dazu wurde die Gesellschaft mit zusätzlichem Kapital ausgestattet. Neben dem unveränderten Stammkapital von 25.000 Euro weist die Bilanz erstmals eine Kapitalrücklage von 25.000 Euro aus.
Dadurch stieg das Eigenkapital trotz laufender Verluste erheblich: von rund 15.789 Euro auf 37.097 Euro.
Die Eigenkapitalquote liegt damit bei mehr als 96 Prozent der Bilanzsumme. Fremdkapital spielt in der veröffentlichten Bilanz praktisch keine Rolle. Lediglich Rückstellungen von rund 1.383 Euro werden ausgewiesen.
Bankguthaben sinkt
Während die Finanzanlagen kräftig zunahmen, ging das verfügbare Bankguthaben zurück. Ende 2024 verfügte die Gesellschaft noch über rund 13.356 Euro an liquiden Mitteln. Ende 2025 waren es nur noch 8.480 Euro.
Die Entwicklung passt zum Ausbau der Finanzanlagen: Mehr Kapital steckt nun in Beteiligungen, während weniger Geld unmittelbar als Bankguthaben zur Verfügung steht. Ob zwischen beiden Entwicklungen ein direkter Zusammenhang besteht, lässt sich aus dem Abschluss allein jedoch nicht feststellen.
Verluste nehmen weiter zu
Operativ beziehungsweise ergebnisseitig schreibt die Beteiligungsgesellschaft weiterhin rote Zahlen. Für 2025 wird ein Jahresfehlbetrag von 3.692 Euro ausgewiesen. Im Vorjahr hatte der Verlust 2.331 Euro betragen.
Zusätzlich besteht ein Verlustvortrag von rund 9.211 Euro. Zusammen mit dem neuen Jahresfehlbetrag haben sich damit Verluste von knapp 12.903 Euro angesammelt.
Das muss bei einer Beteiligungs- oder Projektgesellschaft allerdings nicht bedeuten, dass das dahinterstehende Windparkprojekt wirtschaftlich gescheitert ist. Der vorliegende Abschluss enthält keine Angaben zu Umsätzen oder zum operativen Ergebnis eines bereits laufenden Windparks.
Teil des Bremer wpd-Konzerns
Die Windpark Hohenstein Beteiligungs GmbH hat ihren Sitz in Bremen und wird in den Konzernabschluss der wpd GmbH einbezogen. Geschäftsführer ist Dr. Gernot Blanke.
Die Gesellschaft wird nach dem Handelsgesetzbuch als kleine Kapitalgesellschaft eingestuft. Der Jahresabschluss für 2025 wurde am 21. Juli 2026 festgestellt.
Was hinter dem Windpark steckt, bleibt offen
Über das eigentliche Windenergieprojekt verrät der Abschluss nur wenig. Weder die geplante Zahl der Windräder noch deren Leistung, Investitionskosten, Baustand oder ein möglicher Inbetriebnahmetermin werden genannt.
Auch eigene Windenergieanlagen erscheinen nicht in der Bilanz der Beteiligungsgesellschaft. Stattdessen konzentriert sich deren Vermögen auf Beteiligungen und Bankguthaben.
Die wichtigste Entwicklung des Jahres 2025 ist deshalb finanzieller Natur: 25.000 Euro neue Kapitalrücklage und ein Anstieg der Finanzanlagen um ebenfalls 25.000 Euro zeigen, dass die Gesellschaft deutlich stärker ausgestattet wurde. Ob dies bereits unmittelbar mit der nächsten Phase des Windparkprojekts Hohenstein zusammenhängt, lässt sich aus dem Jahresabschluss jedoch nicht sicher ableiten.