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EVG droht mit bundesweitem Streik im Regionalverkehr: Sicherheit des Zugpersonals wird zum Ultimatum

wewahn (CC0), Pixabay

EVG-Chef Martin Burkert verbindet die Streikdrohung mit einer konkreten politischen Forderung: Die Bundesregierung müsse noch in diesem Jahr handeln und den angekündigten Gesetzentwurf zur Verschärfung des Strafrechts auf den parlamentarischen Weg bringen.

Andernfalls könnte es nach seinen Aussagen bereits im Januar zu erheblichen Einschränkungen im Regionalverkehr kommen. Burkert spricht von einem bundesweiten „Sicherheitsstreik“.

Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter als Auslöser

Besondere Dringlichkeit erhielt die Debatte durch den tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar in Rheinland-Pfalz. Der Fall löste bundesweit Bestürzung aus und rückte die Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in Zügen erneut in den Mittelpunkt.

Zugbegleiter sind regelmäßig mit Konfliktsituationen konfrontiert – etwa bei Fahrscheinkontrollen, bei der Durchsetzung von Beförderungsbedingungen oder im Umgang mit aggressiven Fahrgästen. Für die EVG reicht es deshalb nicht aus, allein über zusätzliche Sicherheitskräfte oder technische Schutzmaßnahmen zu diskutieren.

Die Gewerkschaft fordert auch eine deutlichere strafrechtliche Reaktion des Staates.

EVG wirft Bundesregierung zu langsames Handeln vor

Nach Darstellung der EVG hatte die Bundesregierung eine Verschärfung des Strafrechts in Aussicht gestellt. Aus Sicht der Gewerkschaft dauert die Umsetzung jedoch zu lange.

Das Ultimatum ist entsprechend deutlich: Kommt das Gesetz nicht rechtzeitig in den Bundestag, soll der Druck über einen Arbeitskampf erhöht werden.

Damit würde ein möglicher Streik eine ungewöhnliche Stoßrichtung bekommen. Im Mittelpunkt stünden nicht unmittelbar höhere Löhne oder kürzere Arbeitszeiten, sondern der Schutz der Beschäftigten vor Gewalt.

Ein Streik könnte zahlreiche Pendler treffen

Sollte die EVG ihre Ankündigung tatsächlich umsetzen, könnten die Folgen bundesweit spürbar sein. Ein Arbeitskampf im Regionalverkehr würde insbesondere Pendler treffen, die täglich auf Regionalbahnen und Regionalexpress-Züge angewiesen sind.

Noch handelt es sich jedoch um eine Streikdrohung und nicht um einen bereits beschlossenen Streiktermin. Ob es im Januar tatsächlich zu Arbeitsniederlegungen kommt, hängt nach der Ankündigung der EVG wesentlich davon ab, wie die Bundesregierung in den kommenden Monaten vorgeht.

Politisch erhöht die Gewerkschaft damit schon jetzt den Druck: Aus einer Debatte über Gewalt gegen Bahnbeschäftigte wird eine Frage, die Anfang 2027 unmittelbar Auswirkungen auf Millionen Fahrgäste haben könnte.

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