Die Windpark Bockhorst-Löhe Beteiligungs GmbH hat ihr erstes vollständiges Geschäftsjahr mit einer deutlich größeren Bilanz abgeschlossen. Zum 31. Dezember 2025 belief sich die Bilanzsumme auf 19.522,73 Euro. Zum Ende des Vorjahres waren es lediglich 10.666,36 Euro.
Rechnerisch entspricht dies einem Anstieg um rund 8.856 Euro beziehungsweise 83 Prozent.
Der Vergleich ist allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig. Die Gesellschaft weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich beim Vorjahr lediglich um ein Rumpfgeschäftsjahr vom 19. März bis zum 31. Dezember 2024 handelte. Das Geschäftsjahr 2025 umfasst dagegen erstmals ein vollständiges Kalenderjahr.
Beteiligungswert bleibt bei 7.500 Euro
Das Anlagevermögen der Gesellschaft blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Zum Jahresende 2025 wurden 7.500 Euro Finanzanlagen ausgewiesen. Bereits Ende 2024 hatte dieser Posten denselben Wert.
Sachanlagen oder immaterielle Vermögenswerte weist die Gesellschaft nicht aus. Das unterstreicht den Charakter als Beteiligungsgesellschaft.
Nach den Angaben im Anhang handelt es sich bei den Finanzanlagen um Anteile an verbundenen Unternehmen. Diese werden grundsätzlich zu Anschaffungskosten bewertet. Falls erforderlich, ist ein niedrigerer beizulegender Wert anzusetzen.
Die Zahlen zeigen damit, dass sich der bilanzielle Wert der Beteiligung im Geschäftsjahr 2025 nicht verändert hat.
Bankguthaben vervierfacht sich nahezu
Deutlich dynamischer entwickelte sich dagegen das Umlaufvermögen.
Dieses besteht vollständig aus liquiden Mitteln und erhöhte sich von 3.166,36 Euro auf 12.022,73 Euro.
Das bedeutet einen Anstieg um rund 8.856 Euro. Das Bank- beziehungsweise Kassenguthaben war Ende 2025 damit fast viermal so hoch wie ein Jahr zuvor.
Andere Positionen des Umlaufvermögens, beispielsweise Forderungen oder sonstige Vermögensgegenstände, werden nicht ausgewiesen.
Die gesamte Aktivseite besteht damit aus lediglich zwei wesentlichen Positionen: Finanzanlagen von 7.500 Euro und liquiden Mitteln von gut 12.000 Euro.
Stammkapital jetzt vollständig eingefordert
Die wichtigste Veränderung auf der Passivseite betrifft das Eigenkapital.
Das gezeichnete Kapital der Gesellschaft beträgt unverändert 25.000 Euro. Ende 2024 war davon allerdings erst die Hälfte eingefordert.
Damals wurden nicht eingeforderte ausstehende Einlagen von 12.500 Euro ausgewiesen, sodass das eingeforderte Kapital lediglich 12.500 Euro betrug.
Zum 31. Dezember 2025 ist dieser Posten verschwunden. Das eingeforderte Kapital entspricht nun den vollständigen 25.000 Euro Stammkapital.
Damit wurde die Kapitalausstattung der Gesellschaft im Laufe des Jahres deutlich gestärkt.
Eigenkapital steigt auf mehr als 18.000 Euro
Trotz eines erneuten Jahresverlustes erhöhte sich das ausgewiesene Eigenkapital von 9.476,36 Euro auf 18.124,48 Euro.
Das entspricht einem Zuwachs von rund 8.648 Euro beziehungsweise 91 Prozent.
Dass das Eigenkapital trotz des Jahresfehlbetrags so kräftig gestiegen ist, hängt insbesondere mit dem nun vollständig eingeforderten Kapital zusammen.
Rechnerisch ergibt sich zum 31. Dezember 2025 eine Eigenkapitalquote von rund 92,8 Prozent.
Damit ist die Gesellschaft nahezu vollständig aus Eigenmitteln finanziert.
Jahresverlust steigt auf 3.851,88 Euro
Auf Ergebnisebene entwickelte sich die Gesellschaft dagegen negativ.
Für 2025 wird ein Jahresfehlbetrag von 3.851,88 Euro ausgewiesen. Im Rumpfgeschäftsjahr 2024 hatte der Verlust bei 3.023,64 Euro gelegen.
Der Fehlbetrag nahm damit nominal um 828,24 Euro zu.
Ein direkter prozentualer Vergleich sollte allerdings vorsichtig interpretiert werden, da 2024 kein vollständiges Geschäftsjahr war.
Der Verlust aus dem Rumpfgeschäftsjahr wurde 2025 als Verlustvortrag von 3.023,64 Euro übernommen.
Zusammen belaufen sich Verlustvortrag und neuer Jahresfehlbetrag damit auf 6.875,52 Euro.
Dieser Betrag reduziert entsprechend das vorhandene Eigenkapital.
Mehr als ein Viertel des Stammkapitals durch Verluste aufgezehrt
Im Verhältnis zum gezeichneten Kapital von 25.000 Euro sind die bislang aufgelaufenen Verluste nicht unbedeutend.
Die Summe aus Verlustvortrag und Jahresfehlbetrag entspricht rund 27,5 Prozent des Stammkapitals.
Von einer bilanziellen Überschuldung ist die Gesellschaft nach den vorliegenden Zahlen allerdings weit entfernt.
Nach Abzug der Verluste verbleibt ein positives Eigenkapital von mehr als 18.000 Euro.
Zudem bestehen laut veröffentlichter Bilanz zum Jahresende 2025 keine ausgewiesenen Verbindlichkeiten.
Keine Verbindlichkeiten in der Bilanz
Das ist eine weitere Besonderheit des Jahresabschlusses.
Während viele operative Windparkgesellschaften aufgrund ihrer hohen Investitionen langfristige Finanzierungen in Millionenhöhe benötigen, weist die Windpark Bockhorst-Löhe Beteiligungs GmbH überhaupt keine Verbindlichkeiten aus.
Auf der Passivseite stehen lediglich Eigenkapital und Rückstellungen.
Das passt zur Struktur einer kleinen Beteiligungsgesellschaft, die offenbar nicht selbst die Windenergieanlagen finanziert und betreibt.
Rückstellungen steigen leicht
Die Rückstellungen erhöhten sich von 1.190 Euro auf 1.398,25 Euro.
Der Anstieg beträgt damit lediglich 208,25 Euro.
Nach Angaben im Anhang werden bei den Rückstellungen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen berücksichtigt. Bewertet werden sie mit dem Betrag, der nach vorsichtiger kaufmännischer Beurteilung erforderlich ist.
Größere Rückstellungen, etwa für langfristige Finanzierungsverpflichtungen oder den Rückbau von Windenergieanlagen, werden in der vorliegenden Bilanz nicht ausgewiesen.
Gesellschaft offenbar als Beteiligungsvehikel strukturiert
Die sehr überschaubare Bilanz gibt einen deutlichen Hinweis auf die Funktion des Unternehmens.
Die Gesellschaft besitzt keine bilanzierten Windenergieanlagen. Ihr Anlagevermögen besteht ausschließlich aus Anteilen an verbundenen Unternehmen im Wert von 7.500 Euro.
Damit unterscheidet sich die Windpark Bockhorst-Löhe Beteiligungs GmbH grundlegend von einer klassischen Betreibergesellschaft, bei der Windenergieanlagen häufig mit Millionenbeträgen im Sachanlagevermögen stehen.
Die operative Windpark-Infrastruktur dürfte demnach nicht unmittelbar in dieser Gesellschaft bilanziert sein.
Über Umfang, Leistung oder Zahl möglicher Windenergieanlagen lassen sich aus dem vorliegenden Jahresabschluss jedoch keine belastbaren Aussagen treffen.
Teil des wpd-Konzerns
Die Windpark Bockhorst-Löhe Beteiligungs GmbH gehört zum Konzern der wpd GmbH mit Sitz in Bremen.
Nach den Angaben im Jahresabschluss wird die Beteiligungsgesellschaft in den Konzernabschluss der wpd GmbH einbezogen.
Damit befindet sich die kleine Gesellschaft innerhalb einer größeren Unternehmensstruktur.
Der Konzernabschluss der wpd GmbH wird laut Anhang im Unternehmensregister veröffentlicht.
Erst 2024 gegründet
Die eingeschränkte Vergleichbarkeit der Zahlen erklärt sich durch die noch kurze Unternehmensgeschichte.
Das vorherige Geschäftsjahr begann erst am 19. März 2024 und endete am 31. Dezember 2024.
2025 war somit das erste vollständige Geschäftsjahr, das in der Bilanz abgebildet wird.
Bei jungen Projekt- und Beteiligungsgesellschaften sind Verluste in einer frühen Phase nicht zwangsläufig ungewöhnlich. Verwaltungs-, Beratungs- und Projektkosten können bereits entstehen, während entsprechende Erträge möglicherweise noch nicht oder nur in geringem Umfang anfallen.
Welche konkreten Aufwendungen den Jahresfehlbetrag verursacht haben, lässt sich aus der vorliegenden Bilanz und dem Anhang allerdings nicht erkennen. Dafür wären detaillierte Angaben aus der Gewinn- und Verlustrechnung erforderlich.
Dr. Gernot Blanke führt die Gesellschaft
Geschäftsführer der Windpark Bockhorst-Löhe Beteiligungs GmbH war im Geschäftsjahr 2025 Dr. Gernot Blanke.
Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Bremen und ist beim Amtsgericht Bremen unter der Handelsregisternummer HRB 40211 HB eingetragen.
Nach den Größenklassen des Handelsgesetzbuches handelt es sich um eine kleine Kapitalgesellschaft.
Der Jahresabschluss wurde am 13. Januar 2026 in Bremen unterzeichnet.
Festgestellt wurde der Abschluss am 20. April 2026.
Solide Kapitalbasis trifft auf weitere Verluste
Der Jahresabschluss 2025 zeigt damit zwei unterschiedliche Entwicklungen.
Finanziell wurde die Gesellschaft zunächst deutlich gestärkt. Das gesamte Stammkapital von 25.000 Euro ist nun eingefordert, das Bankguthaben stieg auf mehr als 12.000 Euro und die Eigenkapitalquote liegt bei knapp 93 Prozent.
Größere Schulden sind nicht vorhanden.
Gleichzeitig schreibt die Gesellschaft weiterhin Verluste. Nach dem Fehlbetrag von 3.023,64 Euro im Rumpfgeschäftsjahr 2024 kamen 2025 weitere 3.851,88 Euro hinzu.
Insgesamt summieren sich die bilanziell aufgelaufenen Verluste damit auf knapp 6.900 Euro.
Ob und wann die Gesellschaft künftig Gewinne aus ihrer Beteiligung erzielen kann, lässt sich anhand der veröffentlichten Zahlen nicht beurteilen. Dafür fehlen insbesondere Angaben zu Erträgen und zur weiteren Entwicklung der gehaltenen Beteiligung.