Die KSA Beteiligungs GmbH aus Witten ist mit einem Insolvenzantrag konfrontiert worden. Zu einem regulären Insolvenzverfahren kommt es jedoch nicht. Das Amtsgericht Bochum hat den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens mit Beschluss vom 19. August 2026 mangels Masse abgewiesen.
Das Verfahren wird beim Amtsgericht Bochum unter dem Aktenzeichen 80 IN 227/26 geführt.
Sitz der Gesellschaft ist die Crengeldanzstraße 81B, 58455 Witten. Die KSA Beteiligungs GmbH ist beim Amtsgericht Bochum unter HRB 22445 eingetragen. Geschäftsführer ist Ralf Schulz.
Bemerkenswert ist, dass die Gesellschaft den Insolvenzantrag nicht selbst gestellt hat. Der Antrag wurde von einem Gläubiger am 17. Februar 2026 gestellt und ging am 2. März 2026 beim Amtsgericht Bochum ein. Mehr als fünf Monate später entschied das Insolvenzgericht, dass die vorhandene Masse nicht zur Durchführung eines regulären Insolvenzverfahrens ausreicht.
Klassische Beteiligungs und Vermögensgesellschaft
Die KSA Beteiligungs GmbH ist ihrem Geschäftszweck nach eindeutig eine Beteiligungsgesellschaft.
Zu ihren zentralen Aufgaben gehören der Erwerb, die Verwaltung und die Veräußerung von Beteiligungen an anderen eigenständigen Unternehmen. Dabei ist die Gesellschaft ausdrücklich nicht auf eine bestimmte Branche beschränkt.
Das Geschäftsmodell ermöglicht es ihr somit, Beteiligungen an Unternehmen aus unterschiedlichen Wirtschaftszweigen zu erwerben, diese zu halten und später wieder zu veräußern.
Daneben verwaltet die Gesellschaft eigenes Vermögen.
Immobilien gehören ebenfalls zum Geschäft
Der Unternehmensgegenstand ist allerdings wesentlich breiter als ein reines Beteiligungsgeschäft.
Die KSA Beteiligungs GmbH darf Immobilien erwerben, halten, verkaufen und vermieten.
Damit ist sie gleichzeitig dem Immobilienbereich zuzurechnen. Sie kann Grundstücke beziehungsweise Gebäude als eigene Vermögenswerte halten und wirtschaftlich verwerten.
Darüber hinaus darf die Gesellschaft materielle und immaterielle Anlagegüter erwerben, halten, vermieten und wieder verkaufen.
Entscheidend ist dabei, dass diese Geschäfte im eigenen Namen und auf eigene Rechnung durchgeführt werden. Die Gesellschaft ist nach ihrem Unternehmensgegenstand nicht als allgemeiner Vermögensverwalter für externe Kunden konzipiert.
Managementleistungen für Beteiligungsunternehmen
Ein weiterer Geschäftszweig betrifft die operative Betreuung verbundener Unternehmen.
Die KSA Beteiligungs GmbH darf Unternehmen beraten und Managementleistungen erbringen, sofern sie an diesen Unternehmen beteiligt ist oder andere konzernmäßige Verflechtungen bestehen.
Hinzu kommen Dienstleistungen im Bereich der Betriebsorganisation.
Damit konnte die Gesellschaft nicht nur Kapitalbeteiligungen halten, sondern auch unmittelbar Einfluss auf die Organisation und Führung verbundener Unternehmen nehmen.
Die Kombination aus Beteiligungsverwaltung, Managementleistungen und Vermögensverwaltung entspricht damit dem typischen Tätigkeitsprofil einer Holding beziehungsweise Beteiligungsgesellschaft.
Gesellschaft besteht bereits seit 2019
Die Geschichte der KSA Beteiligungs GmbH reicht bis 2019 zurück.
Der Gesellschaftsvertrag stammt vom 1. April 2019. Die Gesellschaft wurde zunächst in Dortmund geführt und am 4. April 2019 beim Amtsgericht Dortmund eingetragen.
Ursprünglich firmierte das Unternehmen als KSA Verwaltungsgesellschaft mbH. Noch im Gründungsjahr wurde die Firma in KSA Beteiligungs GmbH geändert.
Erster Geschäftsführer war Uwe Kühling.
Im Juni 2022 schied Kühling als Geschäftsführer aus. An seine Stelle trat Ralf Schulz, der die Gesellschaft seitdem führt.
2025 erfolgte der Umzug von Dortmund nach Witten
Eine weitere wesentliche Veränderung erfolgte erst im vergangenen Jahr.
Die Gesellschaft hatte zuvor ihren Sitz in der Hermannstraße 121 in 44263 Dortmund und war beim Amtsgericht Dortmund unter HRB 30804 eingetragen.
Durch Gesellschafterbeschluss vom 22. April 2025 wurde der Unternehmenssitz nach Witten verlegt.
Seit Juni 2025 befindet sich die Geschäftsanschrift in der Crengeldanzstraße 81B in Witten. Gleichzeitig wechselte die Registerzuständigkeit zum Amtsgericht Bochum, wo die Gesellschaft nun unter HRB 22445 geführt wird.
Die Gesellschaft selbst wurde also nicht erst 2025 gegründet. Es handelt sich um das bereits seit 2019 bestehende Unternehmen, das lediglich seinen Sitz von Dortmund nach Witten verlegt hat.
Verbindung zu weiteren KSA Gesellschaften
Interessant ist die Unternehmensstruktur am Standort in Witten.
Unter derselben Anschrift Crengeldanzstraße 81B befindet sich auch die KSA International Holding GmbH.
Auch deren Geschäftszweck ist auf Beteiligungen, Vermögensverwaltung, Immobilien sowie Managementleistungen für verbundene Unternehmen ausgerichtet.
Hinzu kommen personelle Verbindungen zu weiteren Unternehmen. Geschäftsführer Ralf Schulz ist beziehungsweise war auch in der Geschäftsführung der KSA Sicherheitstechnik GmbH tätig.
Damit ist die insolvenzbetroffene KSA Beteiligungs GmbH nicht isoliert zu betrachten, sondern weist Verbindungen zu weiteren Gesellschaften aus dem KSA Umfeld auf.
Insolvenz betrifft ausdrücklich die Beteiligungsgesellschaft
Für die Einordnung des aktuellen Verfahrens ist allerdings wichtig, zwischen diesen Gesellschaften zu unterscheiden.
Der Beschluss des Amtsgerichts Bochum vom 19. August 2026 betrifft ausschließlich die KSA Beteiligungs GmbH, HRB 22445.
Aus der Insolvenz dieser Gesellschaft kann nicht automatisch auf eine Insolvenz anderer KSA Unternehmen geschlossen werden.
Welche konkreten Unternehmensbeteiligungen die KSA Beteiligungs GmbH zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags noch hielt, lässt sich anhand der öffentlich verfügbaren Informationen nicht vollständig feststellen.
Ebenso ist nicht bekannt, welche Immobilien oder sonstigen Anlagegüter sich zuletzt tatsächlich im Eigentum der Gesellschaft befanden.
Gläubiger stellte bereits im Februar Insolvenzantrag
Auffällig ist der zeitliche Verlauf des Verfahrens.
Der Insolvenzantrag stammt bereits vom 17. Februar 2026 und wurde von einem Gläubiger gestellt. Beim Amtsgericht Bochum ging er am 2. März ein.
Damit handelt es sich um einen Fremdantrag.
Ein Gläubiger kann einen solchen Antrag stellen, wenn er ein rechtliches Interesse an der Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat und seine Forderung sowie den Insolvenzgrund glaubhaft macht.
Wer den Insolvenzantrag gegen die KSA Beteiligungs GmbH gestellt hat und in welcher Höhe Forderungen bestanden, wird in der veröffentlichten Entscheidung nicht genannt.
Gericht weist Antrag mangels Masse ab
Am 19. August 2026 fiel schließlich die Entscheidung.
Das Amtsgericht Bochum wies den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse ab.
Eine solche Entscheidung nach § 26 Insolvenzordnung bedeutet grundsätzlich, dass das Vermögen des Schuldners voraussichtlich nicht ausreicht, um die Kosten eines Insolvenzverfahrens zu bezahlen und kein ausreichender Kostenvorschuss geleistet wurde.
Damit kommt es nicht zur normalen Eröffnung eines Insolvenzverfahrens mit einem Insolvenzverwalter und einem regulären Verfahren zur gemeinschaftlichen Befriedigung der Gläubiger.
Besonders bemerkenswert bei einer Beteiligungsgesellschaft
Gerade bei einer Beteiligungsgesellschaft ist eine Abweisung mangels Masse bemerkenswert.
Der Unternehmensgegenstand der KSA Beteiligungs GmbH sieht ausdrücklich das Halten von Unternehmensbeteiligungen, Immobilien sowie materiellen und immateriellen Anlagegütern vor.
Diese Vermögenswerte können grundsätzlich einen erheblichen wirtschaftlichen Wert besitzen.
Die Abweisung mangels Masse bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass überhaupt keine Beteiligungen, Immobilien oder sonstigen Vermögensgegenstände vorhanden waren. Entscheidend ist vielmehr, ob genügend frei verwertbares Vermögen vorhanden ist, um zumindest die Kosten des Insolvenzverfahrens zu decken.
Vermögenswerte können beispielsweise mit Sicherungsrechten belastet sein oder wirtschaftlich einen deutlich geringeren Wert besitzen als erwartet.
Welche Situation konkret bei der KSA Beteiligungs GmbH vorliegt, teilt das Amtsgericht nicht mit.
Gesellschaft droht nun die Auflösung
Die Abweisung eines Insolvenzantrags mangels Masse hat für eine GmbH erhebliche Folgen.
Nach Eintritt der Rechtskraft führt eine solche Entscheidung grundsätzlich zur Auflösung der Gesellschaft. Die entsprechende Tatsache wird in das Handelsregister eingetragen.
Anschließend muss geprüft werden, ob noch Vermögen vorhanden ist, das abgewickelt werden muss. Ist kein verwertbares Vermögen mehr vorhanden, kann schließlich die Löschung aus dem Handelsregister folgen.
Damit steht die KSA Beteiligungs GmbH rund sieben Jahre nach ihrer ursprünglichen Gründung vor dem möglichen gesellschaftsrechtlichen Ende.
Das Unternehmen mit Sitz in der Crengeldanzstraße 81B, 58455 Witten war auf den Erwerb, die Verwaltung und Veräußerung von Unternehmensbeteiligungen sowie auf Immobilien, Vermögensverwaltung und Managementleistungen für verbundene Unternehmen ausgerichtet.
Das Amtsgericht Bochum hat den von einem Gläubiger gestellten Insolvenzantrag am 19. August 2026 unter dem Aktenzeichen 80 IN 227/26 mangels Masse abgewiesen.