Die Windpark Iven Japenzin UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG hat ihre Verschuldung im Geschäftsjahr 2025 deutlich reduziert. Die Verbindlichkeiten gingen um mehr als 435.000 Euro zurück. Gleichzeitig schrumpften allerdings das Eigenkapital und die liquiden Mittel. Besonders auffällig: Zum Jahresende bestanden nach Unternehmensangaben keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren mehr.
Die Bilanzsumme der Düsseldorfer Windparkgesellschaft sank zum 31. Dezember 2025 auf 2,60 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 3,18 Millionen Euro. Damit verringerte sich die Bilanzsumme um rund 580.000 Euro oder 18,2 Prozent.
Anlagevermögen sinkt um mehr als eine halbe Million Euro
Den größten Rückgang gab es beim Anlagevermögen. Es reduzierte sich von 2,74 Millionen Euro auf 2,18 Millionen Euro. Das entspricht einer Abnahme von rund 556.700 Euro beziehungsweise 20,3 Prozent.
Das Anlagevermögen besteht vollständig aus Sachanlagen. Nach den Angaben im Anhang werden diese zu Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten abzüglich planmäßiger linearer Abschreibungen bewertet. Für die technischen Anlagen wird eine Nutzungsdauer von 16 Jahren zugrunde gelegt.
Der deutliche Rückgang des bilanziellen Anlagenwertes ist damit wesentlich durch die laufenden Abschreibungen geprägt.
Liquidität bleibt relativ stabil
Das Umlaufvermögen veränderte sich wesentlich weniger stark. Es sank von 392.456 Euro auf 379.759 Euro.
Davon entfielen zum Jahresende 274.807 Euro auf liquide Mittel. Ende 2024 waren es 284.296 Euro. Die Bank- und Kassenbestände gingen somit lediglich um rund 9.500 Euro beziehungsweise 3,3 Prozent zurück.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände reduzierten sich ebenfalls leicht von 108.160 Euro auf 104.953 Euro.
Zusätzlich weist die Gesellschaft Rechnungsabgrenzungsposten von 37.815 Euro aus, nach 48.069 Euro im Vorjahr.
Eigenkapital verliert mehr als 100.000 Euro
Auf der Passivseite sank das Eigenkapital von 647.337 Euro auf 540.917 Euro. Das entspricht einem Rückgang um rund 106.400 Euro oder 16,4 Prozent.
Das Eigenkapital besteht vollständig aus den Kapitalanteilen der Kommanditisten. Ein gesonderter Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird mit null Euro ausgewiesen.
Trotz des absoluten Rückgangs hat sich die Eigenkapitalquote leicht verbessert. Sie erhöhte sich rechnerisch von rund 20,4 Prozent auf 20,8 Prozent. Ursache dafür ist, dass die gesamte Bilanzsumme prozentual noch stärker zurückging als das Eigenkapital.
Damit wird weiterhin ungefähr ein Fünftel der Bilanzsumme durch Eigenkapital finanziert.
Verbindlichkeiten sinken um 435.000 Euro
Besonders deutlich ist der Schuldenabbau. Die Verbindlichkeiten reduzierten sich von 2,41 Millionen Euro auf 1,98 Millionen Euro.
Innerhalb eines Jahres wurden damit bilanziell rund 435.300 Euro beziehungsweise 18,1 Prozent der Verbindlichkeiten abgebaut.
Von den Ende 2025 ausgewiesenen Verbindlichkeiten haben 490.116 Euro eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr. Das entspricht knapp einem Viertel der gesamten Verbindlichkeiten.
Bemerkenswert ist vor allem die langfristige Struktur: Laut Anhang bestehen keine Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Das unterscheidet die Gesellschaft von zahlreichen langfristig fremdfinanzierten Windpark-Projektgesellschaften.
Bankfinanzierung weiterhin umfassend besichert
Die bestehenden Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten sind nach Angaben der Gesellschaft vollständig durch branchenübliche Sicherheiten abgesichert.
Dazu gehören insbesondere Pfandrechte an den Windkraftanlagen. Darüber hinaus wurden Forderungen aus bereits abgerechneten Stromlieferungen an die finanzierenden Kreditinstitute abgetreten.
Die Anlagen und die daraus resultierenden Einnahmen dienen damit als wesentliche Sicherheiten der Finanzierung.
Rückstellungen gehen um fast ein Drittel zurück
Neben den Verbindlichkeiten entwickelten sich auch die Rückstellungen rückläufig. Sie sanken von 119.359 Euro auf 81.414 Euro.
Das entspricht einem Rückgang von knapp 37.945 Euro oder 31,8 Prozent.
Nach Angaben des Unternehmens berücksichtigen die Rückstellungen alle erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen und werden nach vernünftiger kaufmännischer Schätzung ermittelt.
Eine detaillierte Aufschlüsselung der einzelnen Rückstellungspositionen enthält der veröffentlichte Abschluss nicht.
Kurzfristige Verpflichtungen übersteigen liquide Mittel
Bei der kurzfristigen Finanzierung ergibt sich ein differenziertes Bild. Den Verbindlichkeiten mit einer Restlaufzeit von bis zu einem Jahr von rund 490.000 Euro stehen liquide Mittel von knapp 275.000 Euro gegenüber.
Werden zusätzlich die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände von knapp 105.000 Euro berücksichtigt, ergeben sich rund 380.000 Euro Umlaufvermögen.
Damit liegt das Umlaufvermögen um rund 110.000 Euro unter den angegebenen kurzfristigen Verbindlichkeiten.
Das allein bedeutet jedoch nicht, dass ein Liquiditätsproblem besteht. Dafür wären unter anderem Informationen über laufende Stromerlöse, konkrete Fälligkeitstermine, operative Ausgaben und Kreditraten erforderlich. Diese Angaben lassen sich aus der veröffentlichten Bilanz nicht ableiten.
Bilanz wird deutlich kleiner
Insgesamt zeigt der Jahresabschluss der Windpark Iven Japenzin UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG eine deutliche Verkürzung der Bilanz.
Das Anlagevermögen sank um rund 557.000 Euro, während gleichzeitig Verbindlichkeiten von rund 435.000 Euro abgebaut wurden. Auch die Rückstellungen gingen erheblich zurück.
Auf der anderen Seite reduzierte sich das Eigenkapital um mehr als 106.000 Euro. Die liquiden Mittel blieben mit einem Rückgang von lediglich rund 9.500 Euro vergleichsweise stabil.
Eine Gewinn- und Verlustrechnung mit Angaben zu Umsatz, Jahresergebnis oder operativem Ergebnis ist in den vorliegenden veröffentlichten Daten nicht enthalten. Daher lässt sich aus diesen Angaben nicht feststellen, wie profitabel der Windpark im Geschäftsjahr 2025 gearbeitet hat.
Der Jahresabschluss der Windpark Iven Japenzin UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG wurde am 27. Februar 2026 festgestellt.