Der Windpark Perl Renglischberg hat im Geschäftsjahr 2025 seine Verbindlichkeiten deutlich zurückgeführt und gleichzeitig seine liquiden Mittel erhöht. Dennoch zeigt der Jahresabschluss auch eine gegenläufige Entwicklung: Das Eigenkapital sank innerhalb eines Jahres um rund 683.000 Euro. Die Gesellschaft bleibt zudem stark fremdfinanziert. Ende 2025 standen Verbindlichkeiten von mehr als 18,3 Millionen Euro in der Bilanz.
Die Bilanzsumme verringerte sich von rund 25,02 Millionen Euro Ende 2024 auf 22,58 Millionen Euro zum 31. Dezember 2025. Das entspricht einem Rückgang um etwa 2,44 Millionen Euro beziehungsweise knapp zehn Prozent. Hauptursache dafür ist die Entwicklung des Anlagevermögens.
Dieses sank von rund 23,35 Millionen Euro auf 20,79 Millionen Euro. Fast das gesamte Anlagevermögen entfällt auf Sachanlagen, die zum Jahresende noch mit rund 20,78 Millionen Euro bilanziert waren. Die technischen Anlagen werden über eine zugrunde gelegte Nutzungsdauer von 16 Jahren linear abgeschrieben. Der erhebliche Rückgang des Buchwerts ist daher vor allem im Zusammenhang mit den laufenden Abschreibungen zu betrachten.
Eine positivere Entwicklung zeigt sich beim Umlaufvermögen. Es erhöhte sich von rund 1,33 Millionen auf 1,50 Millionen Euro. Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände stiegen dabei leicht von knapp 497.000 auf rund 518.000 Euro.
Gleichzeitig verbesserte sich die Liquiditätsposition. Die vorhandenen Bank- und Kassenbestände erhöhten sich von rund 835.000 Euro auf knapp 987.000 Euro. Damit verfügte die Gesellschaft am Jahresende über etwa 152.000 Euro mehr liquide Mittel als zwölf Monate zuvor.
Auf der Finanzierungsseite fällt insbesondere der Schuldenabbau auf. Die Verbindlichkeiten reduzierten sich von 20,11 Millionen Euro auf 18,34 Millionen Euro. Innerhalb eines Jahres sank dieser Posten damit um rund 1,77 Millionen Euro beziehungsweise knapp neun Prozent.
Trotz dieses Rückgangs bleibt die Fremdfinanzierung sehr hoch. Von den 18,34 Millionen Euro Verbindlichkeiten müssen rund 1,76 Millionen Euro innerhalb eines Jahres bedient werden. Besonders bedeutend ist der langfristige Anteil: Rund 9,61 Millionen Euro haben eine Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren.
Die Bankverbindlichkeiten sind zudem vollständig durch branchenübliche Sicherheiten abgesichert. Dazu gehören insbesondere Pfandrechte an den Windkraftanlagen. Darüber hinaus wurden Forderungen aus abgerechneten Stromlieferungen an die Kreditgeber abgetreten. Damit dienen sowohl die technischen Anlagen als auch Einnahmen aus dem laufenden Windparkbetrieb der Absicherung der Finanzierung.
Während die Schulden zurückgingen, verringerte sich allerdings auch das Eigenkapital. Die Kapitalanteile der Kommanditisten lagen Ende 2024 noch bei rund 4,75 Millionen Euro. Ende 2025 waren davon rund 4,07 Millionen Euro ausgewiesen. Das entspricht einem Rückgang um etwa 683.000 Euro oder gut 14 Prozent.
Damit sank auch die rechnerische Eigenkapitalquote. Ende 2024 machten die 4,75 Millionen Euro Eigenkapital etwa 19 Prozent der Bilanzsumme aus. Ende 2025 waren es mit 4,07 Millionen Euro noch rund 18 Prozent. Die Gesellschaft verfügt damit weiterhin über positives Eigenkapital, der finanzielle Puffer ist im vergangenen Geschäftsjahr jedoch kleiner geworden.
Die Rückstellungen erhöhten sich leicht von rund 155.000 auf knapp 169.000 Euro. Gemessen an der gesamten Bilanzsumme handelt es sich dabei allerdings um einen vergleichsweise kleinen Posten.
Interessant ist auch das Verhältnis zwischen den vorhandenen kurzfristigen Mitteln und den kurzfristig fälligen Schulden. Das Umlaufvermögen belief sich Ende 2025 auf rund 1,50 Millionen Euro, während Verbindlichkeiten von rund 1,76 Millionen Euro eine Restlaufzeit von höchstens einem Jahr hatten. Hinzu kommen allerdings weitere Bilanzpositionen und die laufenden Zahlungsströme des Windparks, sodass daraus allein keine Aussage über einen konkreten Liquiditätsengpass abgeleitet werden kann.
Eine detaillierte Beurteilung der Ertragskraft ist anhand der veröffentlichten Angaben ebenfalls nicht möglich. Zwar wird im Anhang erläutert, dass die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt wurde, konkrete Zahlen zu Umsätzen, Abschreibungen, Zinsen oder Jahresergebnis sind in den vorliegenden Daten jedoch nicht enthalten. Deshalb lässt sich insbesondere nicht feststellen, wie profitabel der Windpark 2025 operativ gearbeitet hat.
Die Bilanz zeigt dennoch eine klare Entwicklung: Die Gesellschaft wird kleiner, weil die bestehenden Windkraftanlagen kontinuierlich abgeschrieben werden. Parallel dazu werden Schulden zurückgeführt. Dieses Muster ist bei langfristig finanzierten Infrastrukturprojekten grundsätzlich nachvollziehbar. Entscheidend ist dabei, ob die laufenden Einnahmen aus der Stromerzeugung dauerhaft ausreichen, um Betriebskosten, Zinsen und Tilgungen zu finanzieren.
Positiv fällt auf, dass die Verbindlichkeiten innerhalb eines Jahres um fast 1,8 Millionen Euro gesunken sind und gleichzeitig die liquiden Mittel auf fast eine Million Euro gestiegen sind. Auf der anderen Seite stehen das um rund 683.000 Euro gesunkene Eigenkapital und weiterhin mehr als 18 Millionen Euro Schulden.
Der Jahresabschluss vermittelt deshalb ein gemischtes Bild. Von einer akuten bilanziellen Schieflage wie bei einer Gesellschaft ohne positives Eigenkapital kann anhand dieser Zahlen nicht gesprochen werden. Der Windpark verfügt weiterhin über einen Eigenkapitalpuffer von mehr als vier Millionen Euro. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung stark von langfristigem Fremdkapital geprägt.
Für die kommenden Jahre dürfte vor allem entscheidend sein, wie schnell die Gesellschaft ihre Bankverbindlichkeiten weiter reduzieren kann und wie sich das Eigenkapital entwickelt. Ein fortgesetzter Schuldenabbau bei stabilen Einnahmen würde die Finanzierungsstruktur schrittweise verbessern. Ein weiterer deutlicher Rückgang des Eigenkapitals würde dagegen den vorhandenen Sicherheitspuffer verkleinern.
Der Jahresabschluss wurde am 27. Februar 2026 festgestellt.