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Schwaches Windjahr belastet Planet energy Windpark Suderburg – Verlust trotz hoher Liquiditätsreserven

geralt (CC0), Pixabay

Die Planet energy Windpark Suderburg GmbH & Co. KG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresverlust abgeschlossen. Hauptursache war ein windschwaches Jahr, das die Stromproduktion und damit auch die Erlöse spürbar reduzierte. Dennoch präsentiert sich der Windpark finanziell stabil: Das Bankdarlehen wurde vollständig zurückgezahlt, die Liquiditätsreserven sind deutlich gestiegen und die Geschäftsführung sieht derzeit keine bestandsgefährdenden Risiken.

Die Planet energy Windpark Suderburg GmbH & Co. KG aus Hamburg hat ihren Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2025 veröffentlicht. Die Bilanzsumme verringerte sich von 2,70 Millionen Euro auf 2,32 Millionen Euro. Hintergrund sind vor allem planmäßige Abschreibungen auf die inzwischen seit 2010 betriebenen Windenergieanlagen.

Trotz des bilanziellen Rückgangs verfügt die Gesellschaft weiterhin über eine solide Finanzbasis und hohe liquide Mittel.

Windaufkommen bleibt hinter den Erwartungen zurück

Entscheidend für das Geschäftsjahr war das Wetter.

Nach Angaben der Geschäftsführung erzeugten die drei Windenergieanlagen des Typs REpower MM92 mit einer installierten Gesamtleistung von 6 Megawatt im Jahr 2025 insgesamt 11,88 Millionen Kilowattstunden Strom. Damit blieb die Stromproduktion rund sechs Prozent unter den Gutachter- und Planwerten.

Die technische Verfügbarkeit der Anlagen lag mit 97,62 Prozent dagegen sogar leicht über dem im Wartungsvertrag vorgesehenen Zielwert von 97 Prozent.

Die geringere Stromproduktion ist ausschließlich auf ein schwächeres Windaufkommen zurückzuführen. Größere technische Ausfälle oder außergewöhnliche Betriebsstörungen spielten nach Angaben der Geschäftsführung keine wesentliche Rolle.

Umsatz sinkt um elf Prozent

Die geringere Stromerzeugung wirkte sich unmittelbar auf die Erlöse aus.

Die Umsatzerlöse gingen von 1,21 Millionen Euro auf 1,08 Millionen Euro zurück. Das entspricht einem Minus von rund 11 Prozent.

Dem standen Gesamtkosten von rund 1,17 Millionen Euro gegenüber, sodass unter dem Strich ein Jahresfehlbetrag von 69.066 Euro verblieb.

Im Vorjahr hatte die Gesellschaft noch einen Jahresüberschuss von knapp 29.000 Euro erzielt.

Nach Angaben der Geschäftsführung lag das Ergebnis rund 179.000 Euro unter der ursprünglichen Planung.

Abschreibungen prägen die Bilanz

Wie bei älteren Windparks üblich machten sich auch 2025 die planmäßigen Abschreibungen deutlich bemerkbar.

Allein auf die Windenergieanlagen entfielen Abschreibungen in Höhe von 638.533 Euro.

Dadurch verringerte sich der Buchwert der technischen Anlagen von 907.000 Euro auf nur noch 268.000 Euro.

Die historischen Anschaffungskosten der Anlagen belaufen sich weiterhin auf rund 10,2 Millionen Euro. Davon sind inzwischen über 9,94 Millionen Euro abgeschrieben.

Bankdarlehen vollständig zurückgezahlt

Eine der wichtigsten Entwicklungen betrifft die Finanzierung des Windparks.

Die Gesellschaft hat ihr langfristiges Bankdarlehen vollständig zurückgeführt. Während Ende 2024 noch Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten von rund 322.000 Euro bestanden, werden zum Bilanzstichtag keine Bankschulden mehr ausgewiesen.

Lediglich Lieferantenverbindlichkeiten, sonstige Verbindlichkeiten und kleinere konzerninterne Verpflichtungen verbleiben in Höhe von insgesamt rund 112.000 Euro.

Damit reduzierte sich die Gesamtverschuldung innerhalb eines Jahres um mehr als 300.000 Euro.

Hohe Liquiditätsreserven

Trotz des Jahresverlustes verbesserte sich die Liquiditätslage deutlich.

Die verfügbaren Bankguthaben stiegen von 1,49 Millionen Euro auf 1,91 Millionen Euro.

Allerdings unterliegen davon 350.000 Euro als Liquiditätsreserve für frühere Darlehensverträge einer Verfügungsbeschränkung.

Zusätzlich sind weitere 1,098 Millionen Euro zugunsten von Sicherheiten verpfändet.

Genussrechtskapital bleibt wichtiger Finanzierungsbaustein

Ein wesentlicher Bestandteil der Finanzierung bleibt das Genussrechtskapital.

Zum Bilanzstichtag belief sich dieses auf rund 1,34 Millionen Euro. Ursprünglich waren im Jahr 2010 Genussrechte im Umfang von 2,6 Millionen Euro ausgegeben worden.

Bis Ende 2025 wurden bereits rund 1,26 Millionen Euro zurückgeführt.

Die Laufzeit der Genussrechte endet planmäßig zum 31. Dezember 2030.

Geschäftsführung sieht keine Existenzrisiken

Im Lagebericht bewertet die Geschäftsführung die wirtschaftliche Situation insgesamt weiterhin als stabil.

Zwar verweist sie auf Risiken durch wetterbedingte Ertragsschwankungen, steigende Wartungskosten oder mögliche Netzengpässe.

Demgegenüber stehen jedoch Chancen durch höhere Strompreise sowie besonders windreiche Jahre.

Auch die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten beobachtet das Unternehmen aufmerksam. Zwar könnten steigende Rohstoffpreise und höhere Ersatzteilkosten Auswirkungen haben, gleichzeitig könnten hohe Strompreise auch positive Erlöse ermöglichen.

Bestandsgefährdende Risiken sieht die Geschäftsführung derzeit ausdrücklich nicht.

Für 2026 wird erneut ein Verlust erwartet

Auch der Ausblick bleibt vorsichtig.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet die Geschäftsführung – abhängig vom Windaufkommen – eine Stromproduktion zwischen 10,7 und 13,1 Millionen Kilowattstunden.

Die Umsätze sollen zwischen 1,09 und 1,33 Millionen Euro liegen.

Trotzdem rechnet das Unternehmen erneut mit einem Jahresverlust zwischen 62.000 und 75.000 Euro, da weiterhin hohe Abschreibungen sowie Vergütungen für die Genussrechtsinhaber das Ergebnis belasten.

Wirtschaftlich solide trotz schwierigen Windjahres

Der Jahresabschluss zeigt eindrucksvoll, wie stark der wirtschaftliche Erfolg eines Windparks weiterhin vom natürlichen Windangebot abhängt. Obwohl die Technik zuverlässig arbeitete und das Bankdarlehen vollständig zurückgeführt werden konnte, führten die unterdurchschnittlichen Windverhältnisse zu sinkenden Erlösen und einem Jahresverlust.

Gleichzeitig verfügt die Gesellschaft über erhebliche Liquiditätsreserven, eine weitgehend entschuldete Bilanz und stabile Finanzierungsstrukturen. Damit bleibt der Planet energy Windpark Suderburg wirtschaftlich solide aufgestellt und kann auch vorübergehende wetterbedingte Ertragsschwankungen nach Einschätzung der Geschäftsführung bewältigen.

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