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DEGAG-Insolvenz trifft Mieter: Mehr als 200 Haushalten droht der Entzug von Warmwasser und Heizung

Westfrisco (CC0), Pixabay

Die Insolvenz der DEGAG-Gruppe spitzt sich für zahlreiche Mieter in Halle-Neustadt dramatisch zu. Rund 260 Haushalte müssen befürchten, bereits ab dem 10. August ohne Warmwasser und Heizung auszukommen. Hintergrund sind erhebliche Zahlungsrückstände der Eigentümergesellschaften gegenüber den Stadtwerken – ein weiteres Beispiel dafür, wie Unternehmenspleiten unmittelbar auf die Bewohner durchschlagen.

Für die Bewohner der Bevo-Immobilien im Südpark in Halle-Neustadt wächst die Verunsicherung. Ein Aushang der Stadtwerke kündigt an, dass die Versorgung mit Warmwasser und Heizung ab dem 10. August eingestellt werden soll. Betroffen sind mehr als 200 Haushalte – mitten in einem laufenden Insolvenzverfahren der Eigentümergesellschaften.

Auslöser sind nach Angaben der Stadtwerke erhebliche Zahlungsrückstände der Immobilieneigentümer. Die betroffenen Gesellschaften gehören zur DEGAG-Gruppe, gegen die bereits Anfang des Jahres mehrere Insolvenzanträge gestellt wurden. Seitdem befindet sich die Unternehmensgruppe in einem vorläufigen Insolvenzverfahren.

Für viele Mieter kommt die Ankündigung überraschend. Sie gingen davon aus, dass der vorläufige Insolvenzverwalter die laufenden Verpflichtungen gegenüber den Versorgungsunternehmen übernehmen würde. Stattdessen droht nun ein Szenario, das viele Bewohner fassungslos zurücklässt: Wohnungen ohne warmes Wasser und – perspektivisch – ohne Heizung.

Nach Angaben der Stadtwerke wurden sowohl die Hausverwaltung als auch der Insolvenzverwalter bereits Ende Juli über die offenen Forderungen informiert. Erst Anfang August erhielten die Mieter durch Aushänge Kenntnis von der drohenden Abschaltung.

Die Situation zeigt einmal mehr die weitreichenden Folgen von Immobilieninsolvenzen. Während Eigentümergesellschaften und Insolvenzverwalter um Vermögenswerte und Gläubigeransprüche ringen, geraten die Mieter zwischen die Fronten. Sie erfüllen ihre Mietzahlungen, müssen aber dennoch befürchten, dass grundlegende Versorgungsleistungen eingeschränkt werden.

Bereits im Januar hatte den Bewohnern der betroffenen Wohnanlagen ein ähnlicher Versorgungsstopp gedroht. Nun scheint sich die Krise erneut zuzuspitzen. Für viele Familien stellt sich die Frage, warum sie für finanzielle Probleme ihres Vermieters mit Einschränkungen bei der Daseinsvorsorge rechnen müssen.

Ob die Versorgung tatsächlich am 10. August eingestellt wird, hängt nun davon ab, ob kurzfristig eine Einigung zwischen Insolvenzverwaltung und Stadtwerken erzielt oder die offenen Forderungen beglichen werden können. Für die betroffenen Mieter bleibt die Lage bis dahin von großer Unsicherheit geprägt.

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