Die Windpark Helsen-Pessinghausen GmbH & Co. KG hat im ersten vollständigen Betriebsjahr ihrer fünf Windenergieanlagen die Stromerlöse deutlich gesteigert. Trotz eines kräftigen Umsatzsprungs auf knapp 4,7 Millionen Euro schloss die Gesellschaft das Geschäftsjahr 2025 erneut mit einem Verlust ab. Ursache sind vor allem hohe Abschreibungen und Finanzierungskosten. Die Geschäftsführung bewertet die wirtschaftlichen Perspektiven dennoch positiv und rechnet langfristig mit stabilen Überschüssen.
Der Windpark mit Sitz in Bremen betreibt fünf Windenergieanlagen des Typs Vestas V150 mit einer Leistung von jeweils 4,2 Megawatt, die im Sommer 2024 in Betrieb genommen wurden. Das Geschäftsjahr 2025 war damit das erste vollständige Betriebsjahr der Anlagen und entsprechend von einem deutlichen Anstieg der Stromproduktion geprägt.
Stromerlöse mehr als verdoppelt
Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr von 1,88 Millionen Euro auf 4,73 Millionen Euro. Hintergrund ist die ganzjährige Einspeisung des erzeugten Windstroms, nachdem die Anlagen im Vorjahr erst im Juli ans Netz gegangen waren.
Damit entwickelte sich das operative Geschäft deutlich besser als im Vorjahr. Gleichzeitig stiegen jedoch auch die laufenden Betriebsaufwendungen. Wartungskosten, Pachtzahlungen, Gebühren für den Netzanschluss sowie Aufwendungen für die technische und kaufmännische Betriebsführung nahmen erwartungsgemäß zu, da der Windpark erstmals über ein komplettes Kalenderjahr betrieben wurde.
Verlust fällt deutlich geringer aus
Unter dem Strich erwirtschaftete die Gesellschaft einen Jahresfehlbetrag von rund 836.000 Euro. Zwar verbleibt der Betreiber damit in den roten Zahlen, gegenüber dem Vorjahresverlust von 1,75 Millionen Euro konnte das Ergebnis jedoch nahezu halbiert werden.
Belastet wurde das Jahresergebnis insbesondere durch Abschreibungen auf die Windenergieanlagen in Höhe von rund 2,49 Millionen Euro sowie Zinsaufwendungen von knapp 1,69 Millionen Euro für die Finanzierung des Windparks und Gesellschafterdarlehen. Diese Aufwendungen übersteigen weiterhin die erwirtschafteten Erträge, obwohl sich die operative Geschäftsentwicklung deutlich verbessert hat.
Windpark bleibt hoch verschuldet
Die Bilanzsumme verringerte sich leicht von 46,0 Millionen Euro auf 44,6 Millionen Euro. Das Sachanlagevermögen besteht nahezu vollständig aus den Windenergieanlagen und belief sich zum Bilanzstichtag auf 36,1 Millionen Euro.
Positiv entwickelte sich die Finanzierung. Die Bankverbindlichkeiten wurden planmäßig von 31,7 Millionen Euro auf 28,8 Millionen Euro reduziert. Gleichzeitig stiegen allerdings die Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern auf 14,65 Millionen Euro, nachdem sie im Vorjahr noch bei 13,74 Millionen Euro gelegen hatten.
Die liquiden Mittel gingen im Jahresverlauf von 722.000 Euro auf 557.000 Euro zurück. Forderungen aus der Stromvermarktung erhöhten sich dagegen auf gut eine Million Euro, was auf die gestiegenen Einspeiseerlöse zurückzuführen ist.
Bilanzielle Überschuldung bleibt bestehen
Wie bereits im Vorjahr weist die Gesellschaft kein positives Eigenkapital aus. Der nicht durch Vermögenseinlagen gedeckte Verlustanteil der Kommanditisten erhöhte sich von 3,04 Millionen Euro auf 3,87 Millionen Euro.
Die Geschäftsführung betont jedoch ausdrücklich, dass es sich um eine rein bilanzielle Überschuldung handelt. Nach der aktuellen Finanzplanung werde für die Jahre 2026 bis 2044 mit ausreichenden Jahresüberschüssen gerechnet, sodass die Fortführung des Unternehmens als überwiegend wahrscheinlich angesehen werde. Der Jahresabschluss wurde deshalb unter der Annahme der Unternehmensfortführung erstellt.
Langfristige Einnahmen durch EEG gesichert
Für die kommenden Jahre erwartet die Gesellschaft eine stabile wirtschaftliche Entwicklung. Grundlage dafür sind die gesetzlich abgesicherten Einnahmen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Nach Angaben der Geschäftsführung verfügt der Windpark über einen Zuschlagswert von 5,79 Cent je Kilowattstunde, der auch bei niedrigeren Strompreisen für verlässliche Erlöse sorgen soll.
Zusätzliche Chancen sieht das Unternehmen in möglichen höheren Marktpreisen oder langfristigen Stromlieferverträgen mit festen Vergütungen. Existenzbedrohende Risiken seien aufgrund der langfristigen Finanzierungs- und Pachtverträge sowie der gesetzlichen Förderung derzeit nicht erkennbar.
Typisches Bild eines neu errichteten Windparks
Der Jahresabschluss zeigt die wirtschaftliche Situation vieler neu finanzierter Windparks: Hohe Investitionen führen zunächst zu erheblichen Abschreibungen und Zinsbelastungen, während die laufenden Stromerlöse erst nach und nach ihre volle Wirkung entfalten. Dass der Jahresverlust im ersten vollständigen Betriebsjahr bereits deutlich zurückgegangen ist und gleichzeitig die Bankschulden planmäßig sinken, wertet die Geschäftsführung als Zeichen einer stabilen Entwicklung. Die Gesellschaft rechnet deshalb trotz der bilanziellen Überschuldung langfristig mit einer positiven wirtschaftlichen Perspektive.