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Aus für Vogel Druck: Produktion in Höchberg wird geschlossen – 280 Beschäftigte verlieren ihre Arbeitsplätze

RosZie (CC0), Pixabay

Schwerer Einschnitt für den Wirtschaftsstandort Unterfranken: Die Großdruckerei Vogel Druck in Höchberg bei Würzburg wird ihre Produktion spätestens zum 30. Juni 2027 einstellen. Von der Schließung sind rund 280 Beschäftigte betroffen. Als Gründe nennt das Unternehmen den anhaltenden Strukturwandel in der Druckbranche, die sinkende Nachfrage nach Printprodukten und die zunehmende Verlagerung von Werbung und Medienangeboten ins Internet.

Die Geschäftsführung informierte die Belegschaft und den Betriebsrat über die geplante Schließung im Rahmen einer Mitarbeiterversammlung. Für die rund 280 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet die Entscheidung den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Das Unternehmen kündigte an, gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern nach sozialverträglichen Lösungen zu suchen.

Druckbranche steht seit Jahren unter Druck

Nach Angaben des Unternehmens ist die Entscheidung das Ergebnis einer seit Jahren schwierigen Marktentwicklung. Besonders betroffen seien die klassischen Geschäftsfelder der Druckerei, darunter Zeitschriften, Magazine und Kataloge. Die Nachfrage nach diesen Printprodukten sei kontinuierlich zurückgegangen.

Gleichzeitig investieren Unternehmen zunehmend in digitale Werbung und Online-Kommunikation. Auch viele Leser greifen heute statt zur gedruckten Ausgabe lieber auf digitale Magazine oder Nachrichtenportale zurück. Diese Entwicklung habe die wirtschaftliche Grundlage des Druckgeschäfts nachhaltig verändert.

Nach Angaben der Geschäftsführung schreibt Vogel Druck bereits seit längerer Zeit Verluste.

Geschäftsführung spricht von schmerzhaftem Schritt

Die Unternehmensleitung bezeichnete die Schließung als unausweichlich. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht.

Geschäftsführer Ulrich Cordes, zugleich Finanzvorstand von Bertelsmann Marketing Services, erklärte, die Entwicklung der Druckmärkte lasse keine andere wirtschaftlich tragfähige Lösung mehr zu. Die rückläufige Nachfrage und die schwierigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hätten den Schritt erforderlich gemacht.

Auch Geschäftsführer Jörg Kuchenmeister betonte, die Entscheidung sei ausdrücklich keine Folge mangelnder Leistungen der Belegschaft. Die Mitarbeiter hätten über Jahrzehnte hinweg hervorragende Arbeit geleistet. Ausschlaggebend seien ausschließlich die tiefgreifenden strukturellen Veränderungen innerhalb der Druckindustrie.

Sozialplan und Abfindungen werden verhandelt

In den kommenden Monaten sollen Gespräche mit dem Betriebsrat über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan aufgenommen werden. Dabei geht es unter anderem um mögliche Abfindungen für die Beschäftigten sowie um die Einrichtung einer Transfergesellschaft, die den Übergang in neue Arbeitsverhältnisse erleichtern könnte.

Konkrete Ergebnisse werden nach Unternehmensangaben frühestens im Herbst erwartet.

Traditionsunternehmen mit langer Geschichte

Die Vogel Druck und Medienservice GmbH mit Sitz in Höchberg gehört zu den größten Rollenoffsetdruckereien Deutschlands. Das Unternehmen produziert Zeitschriften, Magazine und Kataloge für Verlage, Industrie- und Handelsunternehmen sowie Dienstleister.

Zu den bekannten Druckerzeugnissen zählen unter anderem das Magazin „Servus“, die internationale Wochenzeitung „The Economist“ sowie verschiedene Fachpublikationen aus dem Medizinbereich.

Vogel Druck gehört heute zu Bertelsmann Marketing Services, das nach eigenen Angaben Europas größten Druckereiverbund betreibt.

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1891 zurück. Damals gründete Carl Gustav Vogel einen Fachverlag, aus dem später sowohl die heutige Druckerei als auch die Vogel Communications Group hervorgingen. Seit der wirtschaftlichen Trennung im Jahr 2004 arbeiten beide Unternehmen unabhängig voneinander.

Strukturwandel verändert gesamte Branche

Die geplante Produktionsschließung verdeutlicht den tiefgreifenden Wandel der Druckindustrie. Während digitale Medien, Online-Magazine und internetbasierte Werbeformen stetig an Bedeutung gewinnen, sinken die Auflagen klassischer Printprodukte seit Jahren.

Für viele Druckereien bedeutet diese Entwicklung erheblichen wirtschaftlichen Druck. Mit der Schließung der Produktion in Höchberg verliert Unterfranken nicht nur einen traditionsreichen Industriebetrieb, sondern auch 280 Arbeitsplätze. Für die betroffenen Beschäftigten beginnt nun eine Phase der Unsicherheit, während Unternehmen und Betriebsrat nach Lösungen suchen, um die sozialen Folgen der Schließung möglichst abzufedern.

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