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Zwölfte Westwind Windpark halbiert fast ihre Schuldenlast: Bilanz schrumpft, Eigenkapitalquote steigt deutlich

geralt (CC0), Pixabay

Die Zwölfte Westwind Windpark ApS & Co. KG hat ihre finanzielle Lage im Geschäftsjahr 2025 sichtbar entschärft. Die Verbindlichkeiten sanken innerhalb eines Jahres um fast 90.000 Euro, während das Eigenkapital unverändert bei 302.000 Euro blieb. Dadurch stieg die Eigenkapitalquote auf annähernd 50 Prozent. Gleichzeitig gingen Forderungen und Bankguthaben zurück. Die Bilanz zeigt eine schlanke Gesellschaft ohne eigene Mitarbeiter, deren Vermögen nahezu vollständig aus Forderungen und liquiden Mitteln besteht.

Die in Harrislee ansässige Zwölfte Westwind Windpark ApS & Co. KG hat ihren Jahresabschluss für den Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2025 vorgelegt. Das Zahlenwerk fällt überschaubar aus, liefert jedoch einige bemerkenswerte Hinweise auf die finanzielle Entwicklung der Gesellschaft.

Besonders auffällig ist der deutliche Abbau der Verbindlichkeiten. Innerhalb eines Jahres verringerte sich die Fremdfinanzierung von rund 356.000 Euro auf gut 266.000 Euro. Gleichzeitig blieb das Eigenkapital stabil.

Dadurch hat sich die Kapitalstruktur des Unternehmens spürbar verbessert.

Da die Gesellschaft von den gesetzlichen Erleichterungen für kleine Personenhandelsgesellschaften Gebrauch macht, wurde keine ausführliche Gewinn- und Verlustrechnung veröffentlicht. Aussagen über Umsätze, Gewinne, Verluste oder Ausschüttungen sind deshalb nur eingeschränkt möglich.

Bilanzsumme sinkt um fast 90.000 Euro

Die Bilanzsumme belief sich zum 31. Dezember 2025 auf 611.910,35 Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 701.661,03 Euro gewesen.

Damit verringerte sich das Gesamtvermögen innerhalb eines Jahres um rund 89.751 Euro beziehungsweise knapp 12,8 Prozent.

Der Rückgang zeigt sich sowohl beim Anlagevermögen als auch beim Umlaufvermögen. Gleichzeitig nahmen auf der Passivseite insbesondere die Verbindlichkeiten deutlich ab.

Eine sinkende Bilanzsumme muss nicht zwangsläufig auf eine wirtschaftliche Schwäche hindeuten. Im Fall der Zwölften Westwind Windpark ApS & Co. KG spricht vieles dafür, dass die Gesellschaft Forderungen realisiert und ihre kurzfristigen Verpflichtungen zurückgeführt hat.

Sachanlagevermögen fällt auf unter 10.000 Euro

Das Anlagevermögen sank von 13.203 Euro auf 9.488 Euro.

Es besteht vollständig aus Sachanlagen. Finanzanlagen oder immaterielle Vermögensgegenstände werden nicht ausgewiesen.

Der Rückgang um 3.715 Euro dürfte überwiegend auf planmäßige Abschreibungen zurückzuführen sein. Nach den Angaben im Anhang werden abnutzbare Vermögensgegenstände entsprechend den steuerlichen Nutzungsdauern abgeschrieben.

Für eine Gesellschaft, die den Begriff „Windpark“ im Namen trägt, ist das geringe Sachanlagevermögen auffällig.

Klassische Betreiber von Windenergieanlagen bilanzieren die Windräder, Fundamente, Kabelanlagen und weitere technische Infrastruktur üblicherweise mit Millionenbeträgen. Bei der Zwölften Westwind Windpark ApS & Co. KG ist dies nicht der Fall.

Die Bilanzstruktur deutet deshalb darauf hin, dass die Gesellschaft entweder keine eigenen Windenergieanlagen mehr besitzt oder innerhalb einer größeren Windpark- beziehungsweise Unternehmensstruktur eine andere Funktion übernimmt. Denkbar wären etwa Verwaltungs-, Beteiligungs-, Finanzierungs- oder Abrechnungsaufgaben.

Der veröffentlichte Anhang enthält hierzu allerdings keine näheren Erläuterungen.

Forderungen bleiben größter Vermögensposten

Das Umlaufvermögen belief sich Ende 2025 auf insgesamt 595.947,62 Euro.

Davon entfielen 545.250,05 Euro auf Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände. Im Vorjahr hatte dieser Posten noch 604.586,92 Euro betragen.

Damit gingen die Forderungen um rund 59.337 Euro zurück.

Sie bilden dennoch weiterhin den mit Abstand größten Vermögensposten der Gesellschaft. Rund 89 Prozent der gesamten Bilanzsumme bestehen aus Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen.

Eine genaue Aufschlüsselung dieser Position wird nicht veröffentlicht. Es bleibt daher offen, ob die Forderungen gegenüber Geschäftspartnern, verbundenen Unternehmen, Gesellschaftern oder anderen Windparkgesellschaften bestehen.

Bei schlank organisierten Projektgesellschaften entstehen größere Forderungspositionen häufig aus konzerninternen Abrechnungen, Darlehensbeziehungen, weiterberechneten Leistungen oder Beteiligungskonstruktionen.

Für die Bewertung der wirtschaftlichen Stabilität ist entscheidend, wie werthaltig diese Forderungen sind und wann sie bezahlt werden. Die Gesellschaft erklärt hierzu lediglich, dass die Forderungen grundsätzlich zum Nennwert und unter Beachtung des Niederstwertprinzips angesetzt wurden.

Damit sollen erkennbare Ausfallrisiken bei der Bewertung berücksichtigt werden.

Bankguthaben geht um rund 27.000 Euro zurück

Auch die liquiden Mittel verringerten sich im Geschäftsjahr.

Zum 31. Dezember 2025 verfügte die Gesellschaft über Bank- und Kassenbestände von 50.697,57 Euro. Im Vorjahr waren es noch 77.711,30 Euro.

Dies entspricht einem Rückgang um rund 27.014 Euro.

Ob das Geld für die Tilgung von Verbindlichkeiten, für laufende Ausgaben oder für Zahlungen an verbundene Gesellschaften verwendet wurde, lässt sich aus den veröffentlichten Angaben nicht entnehmen.

Trotz des Rückgangs verfügt das Unternehmen weiterhin über eine gewisse Liquiditätsreserve.

Den liquiden Mitteln von rund 50.700 Euro stehen allerdings kurzfristige Verbindlichkeiten von mehr als 266.000 Euro gegenüber. Für die Zahlungsfähigkeit der Gesellschaft ist deshalb auch der zeitnahe Eingang der bestehenden Forderungen von erheblicher Bedeutung.

Rechnungsabgrenzungsposten steigt leicht

Der aktive Rechnungsabgrenzungsposten erhöhte sich von 6.159,81 Euro auf 6.474,73 Euro.

Dabei handelt es sich üblicherweise um Aufwendungen, die bereits bezahlt wurden, wirtschaftlich aber erst einem späteren Geschäftsjahr zuzurechnen sind.

Denkbar sind beispielsweise im Voraus gezahlte Versicherungen, Gebühren, Wartungsentgelte oder andere periodisch abzugrenzende Kosten.

Im Verhältnis zur Gesamtbilanz spielt dieser Posten allerdings nur eine untergeordnete Rolle.

Eigenkapital bleibt bei 302.000 Euro

Das bilanzielle Eigenkapital blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert und betrug zum Jahresende 302.000 Euro.

Die vereinbarten Kapitalanteile der Kommanditisten belaufen sich insgesamt auf 640.000 Euro.

Davon wurden jedoch 338.000 Euro bislang nicht eingefordert. Tatsächlich als Kapital eingefordert und bilanziell ausgewiesen sind daher 302.000 Euro.

Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wird nicht gezeigt.

Die Struktur ermöglicht es der Gesellschaft grundsätzlich, bei zusätzlichem Finanzierungsbedarf weitere Teile der zugesagten Kommanditeinlagen einzufordern. Ob und unter welchen Voraussetzungen dies geschehen könnte, richtet sich nach dem Gesellschaftsvertrag und den entsprechenden Gesellschafterbeschlüssen.

Eigenkapitalquote steigt auf knapp 50 Prozent

Da das Eigenkapital unverändert blieb, während die Bilanzsumme deutlich sank, verbesserte sich die Eigenkapitalquote erheblich.

Ende 2024 lag sie bei rund 43 Prozent. Zum 31. Dezember 2025 stieg sie auf etwa 49,4 Prozent.

Damit ist inzwischen fast die Hälfte des Unternehmensvermögens bilanziell durch Eigenkapital finanziert.

Eine solche Quote ist für eine Projektgesellschaft vergleichsweise komfortabel. Viele Windparkunternehmen weisen aufgrund der hohen Investitionskosten und langfristigen Bankfinanzierungen deutlich niedrigere Eigenkapitalquoten auf.

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Zwölfte Westwind Windpark ApS & Co. KG selbst kaum Sachanlagevermögen bilanziert. Die Kapitalstruktur ist daher nicht unmittelbar mit jener einer Gesellschaft vergleichbar, die Windenergieanlagen im Wert von mehreren Millionen Euro besitzt.

Rückstellungen bleiben vollkommen stabil

Die Rückstellungen beliefen sich wie bereits im Vorjahr auf exakt 43.740 Euro.

Sie sollen sämtliche erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen abdecken. Eine detaillierte Aufteilung veröffentlicht die Gesellschaft nicht.

Mögliche Rückstellungsgründe könnten ausstehende Rechnungen, Abschluss- und Beratungskosten, steuerliche Verpflichtungen oder andere noch nicht abschließend bezifferte Aufwendungen sein.

Dass die Rückstellungen unverändert blieben, deutet darauf hin, dass sich die zugrunde liegenden Risiken oder Verpflichtungen im Jahresvergleich kaum verändert haben.

Verbindlichkeiten sinken um mehr als ein Viertel

Die deutlichste Veränderung zeigt sich auf der Passivseite bei den Verbindlichkeiten.

Diese reduzierten sich von 355.921,03 Euro auf 266.170,35 Euro.

Damit wurden innerhalb eines Jahres rund 89.751 Euro abgebaut. Das entspricht einem Rückgang von etwa 25,2 Prozent.

Bemerkenswert ist, dass die Verringerung der Verbindlichkeiten nahezu exakt dem Rückgang der Bilanzsumme entspricht. Die Gesellschaft hat ihre Bilanz somit im Wesentlichen durch die Rückführung kurzfristiger Schulden verkürzt.

Nach Angaben im Anhang besitzen sämtliche Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.

Langfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr oder mehr als fünf Jahren bestanden nicht.

Diese Struktur unterscheidet sich deutlich von klassischen Windparkfinanzierungen. Dort laufen Bankkredite häufig über zehn bis 20 Jahre, da die hohen Anschaffungs- und Baukosten der Anlagen über einen langen Zeitraum refinanziert werden.

Bei der Zwölften Westwind Windpark ApS & Co. KG handelt es sich dagegen ausschließlich um kurzfristige Verpflichtungen.

Kurzfristige Finanzierung verlangt liquide Forderungen

Die vollständige Kurzfristigkeit der Verbindlichkeiten bedeutet, dass die Gesellschaft ihre Verpflichtungen innerhalb eines Jahres begleichen muss.

Den Verbindlichkeiten von rund 266.170 Euro stehen liquide Mittel von knapp 50.700 Euro und Forderungen von etwa 545.250 Euro gegenüber.

Rein rechnerisch übersteigt das Umlaufvermögen die kurzfristigen Verbindlichkeiten deutlich.

Das Verhältnis von Umlaufvermögen zu kurzfristigen Schulden liegt bei mehr als zwei zu eins. Dies deutet auf eine grundsätzlich ausreichende Deckung hin.

Allerdings hängt die tatsächliche Zahlungsfähigkeit wesentlich davon ab, ob die Forderungen rechtzeitig und vollständig eingezogen werden können. Da die veröffentlichten Unterlagen weder Schuldner noch Fälligkeiten nennen, lässt sich dieses Risiko von außen nicht abschließend beurteilen.

Keine eigenen Beschäftigten

Die Gesellschaft beschäftigte 2025 durchschnittlich keine Arbeitnehmer.

Damit entspricht ihre organisatorische Struktur dem bei vielen Windpark-, Beteiligungs- und Projektgesellschaften üblichen Modell.

Technische, kaufmännische und administrative Aufgaben werden häufig von externen Dienstleistern, verbundenen Gesellschaften oder der persönlich haftenden Gesellschafterin übernommen.

Eine eigene Personalorganisation ist bei solchen Gesellschaften vielfach nicht vorgesehen.

Dänische Komplementärgesellschaft führt die Geschäfte

Persönlich haftende Gesellschafterin ist die WAGENFELDT KOMPLEMENTAR ApS mit Sitz im dänischen Nørresundby.

Das gezeichnete Kapital der dänischen Gesellschaft beträgt 126.000 dänische Kronen.

Die Gesellschaft weist damit eine grenzüberschreitende Struktur auf: Die Kommanditgesellschaft hat ihren Sitz in Harrislee in Schleswig-Holstein, während ihre persönlich haftende Gesellschafterin in Dänemark ansässig ist.

Gerade im deutsch-dänischen Grenzgebiet sind solche gesellschaftsrechtlichen Verbindungen nicht ungewöhnlich. Projektentwickler und Investoren nutzen häufig Gesellschaften auf beiden Seiten der Grenze, insbesondere bei Energie-, Immobilien- und Infrastrukturprojekten.

Keine Gewinn- und Verlustrechnung veröffentlicht

Für Außenstehende bleibt die Ertragslage der Gesellschaft weitgehend verborgen.

Die Gesellschaft hat zwar angegeben, dass die Gewinn- und Verlustrechnung nach dem Gesamtkostenverfahren erstellt wurde. Veröffentlicht wurde sie jedoch aufgrund der gesetzlichen Erleichterungen für kleine Gesellschaften nicht.

Damit fehlen wesentliche Informationen über:

  • mögliche Umsatzerlöse,
  • laufende betriebliche Aufwendungen,
  • Zinszahlungen,
  • Abschreibungen,
  • Gewinne oder Verluste,
  • Entnahmen oder Ausschüttungen an Gesellschafter.

Der Umstand, dass kein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust ausgewiesen wird, erlaubt keine sichere Aussage darüber, ob das Geschäftsjahr profitabel verlief.

Bei Personengesellschaften können Gewinne und Verluste unmittelbar auf den Kapitalkonten oder Verrechnungskonten der Gesellschafter verbucht werden. Ergebnisse können zudem entnommen oder anderweitig verrechnet werden, ohne dass ein Bilanzgewinn verbleibt.

Bilanzstruktur spricht für Verwaltungs- oder Finanzierungsgesellschaft

Die niedrigen Sachanlagen, die hohen Forderungen, die fehlenden Mitarbeiter und die ausschließlich kurzfristigen Verbindlichkeiten sprechen dafür, dass die Gesellschaft keine klassische Windparkbetreiberin mit eigenen technischen Anlagen ist.

Vielmehr deutet die Bilanz auf eine Gesellschaft hin, deren wirtschaftliche Tätigkeit maßgeblich aus finanziellen Beziehungen, Forderungen und Verbindlichkeiten besteht.

Die genaue Rolle innerhalb der Westwind-Struktur wird im veröffentlichten Anhang allerdings nicht erläutert.

Damit bleibt offen, ob die Gesellschaft Beteiligungen verwaltet, Finanzierungen organisiert, Leistungen gegenüber anderen Projektgesellschaften abrechnet oder ehemalige Windparkaktivitäten abwickelt.

Deutlich stabilere Kapitalstruktur

Der Jahresabschluss 2025 zeigt insgesamt eine Gesellschaft, die ihre Bilanz erheblich verkleinert und dabei vor allem kurzfristige Verbindlichkeiten abgebaut hat.

Die Schulden sanken um fast 90.000 Euro, während das Eigenkapital unverändert bei 302.000 Euro blieb. Dadurch erhöhte sich die Eigenkapitalquote auf knapp 50 Prozent.

Zwar gingen auch die Bankguthaben und Forderungen zurück. Dennoch übersteigt das Umlaufvermögen die kurzfristigen Verpflichtungen weiterhin deutlich.

Aus bilanzieller Sicht erscheint die Gesellschaft damit zum Jahresende stabiler kapitalisiert als ein Jahr zuvor.

Die eingeschränkte Offenlegung verhindert allerdings eine umfassende Beurteilung des Geschäftsverlaufs. Insbesondere bleibt offen, ob die Zwölfte Westwind Windpark ApS & Co. KG im Jahr 2025 Gewinne erwirtschaftete und aus welchen konkreten Geschäften die hohen Forderungen entstanden sind.

Klar erkennbar ist jedoch: Die Gesellschaft hat ihre kurzfristige Schuldenlast innerhalb eines Jahres um mehr als ein Viertel reduziert und damit ihre Finanzierungsstruktur erheblich verbessert.

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