Der Windpark Bardenflether Feld 3 in Niedersachsen arbeitet weiter an seiner finanziellen Konsolidierung. Der jetzt veröffentlichte Jahresabschluss für 2024 zeigt, dass die Betreibergesellschaft ihre Verbindlichkeiten erneut deutlich reduziert hat. Gleichzeitig verringerte sich die Bilanzsumme durch planmäßige Abschreibungen auf die Windenergieanlagen. Positiv entwickelte sich dagegen die Liquidität: Die Bankguthaben stiegen im Jahresverlauf an. Insgesamt vermittelt der Abschluss das Bild eines wirtschaftlich stabilen Windparks, der sich zunehmend von seiner langfristigen Projektfinanzierung löst.
Die Windpark Bardenflether Feld GmbH & Co. 3. KG mit Sitz in Elsfleth gehört zu einer Reihe von Projektgesellschaften, die Windenergieanlagen in Niedersachsen betreiben. Der Jahresabschluss für 2024 verdeutlicht einmal mehr die typischen wirtschaftlichen Entwicklungen eines Windparks in der Betriebsphase: sinkende Buchwerte der Anlagen, kontinuierliche Kredittilgungen und eine solide Finanzlage.
Bilanzsumme geht weiter zurück
Die Bilanzsumme verringerte sich innerhalb eines Jahres von 3,98 Millionen Euro auf 3,62 Millionen Euro. Damit reduzierte sich das Gesamtvermögen um rund 365.000 Euro.
Diese Entwicklung ist bei Windparkgesellschaften üblich. Nach Abschluss der Investitionsphase verlieren die Anlagen durch planmäßige Abschreibungen Jahr für Jahr bilanziell an Wert, während gleichzeitig die aufgenommenen Darlehen kontinuierlich zurückgezahlt werden.
Windenergieanlagen werden planmäßig abgeschrieben
Das Anlagevermögen stellt weiterhin den mit Abstand größten Vermögenswert des Unternehmens dar.
Zum Jahresende belief sich dessen Wert auf 2,64 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 2,93 Millionen Euro ausgewiesen worden waren. Die Verringerung resultiert ausschließlich aus den regulären linearen Abschreibungen auf die Windenergieanlagen.
Außerplanmäßige Abschreibungen oder außergewöhnliche Wertberichtigungen mussten im Geschäftsjahr nicht vorgenommen werden. Die bilanzielle Wertminderung spiegelt somit den normalen Alterungsprozess der Anlagen wider und lässt keine Rückschlüsse auf deren technische Leistungsfähigkeit zu.
Bankguthaben steigen trotz sinkender Bilanzsumme
Bemerkenswert ist die Entwicklung der liquiden Mittel.
Während die Bilanz insgesamt kleiner wurde, stiegen die Guthaben bei Kreditinstituten von 574.900 Euro auf 654.876 Euro. Damit verfügt die Gesellschaft über höhere frei verfügbare Mittel als noch ein Jahr zuvor.
Die Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände gingen dagegen deutlich zurück und sanken von rund 253.000 Euro auf 110.000 Euro. Insgesamt verringerte sich das Umlaufvermögen dadurch leicht auf 765.000 Euro.
Verbindlichkeiten sinken um mehr als 390.000 Euro
Ein wesentlicher Bestandteil des Jahresabschlusses ist erneut der konsequente Schuldenabbau.
Die gesamten Verbindlichkeiten reduzierten sich von 3,68 Millionen Euro auf 3,29 Millionen Euro. Damit verringerte sich die Verschuldung innerhalb eines Jahres um rund 392.000 Euro.
Von den verbleibenden Verpflichtungen entfallen rund 661.000 Euro auf kurzfristige Verbindlichkeiten. Weitere 2,63 Millionen Euro besitzen eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.
Auch die langfristigen Verpflichtungen mit einer Laufzeit von über fünf Jahren gingen deutlich zurück. Sie sanken von 1,18 Millionen Euro auf rund 845.000 Euro und dokumentieren den kontinuierlichen Fortschritt bei der Tilgung der Projektfinanzierung.
Eigenkapital bleibt konstant
Das Eigenkapital blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert.
Es beträgt weiterhin 110.000 Euro und besteht ausschließlich aus den Kapitalanteilen der Kommanditisten. Ein Bilanzgewinn oder Bilanzverlust wurde zum Bilanzstichtag nicht ausgewiesen.
Diese Struktur ist für viele Windpark-Projektgesellschaften typisch. Überschüsse werden häufig entsprechend den gesellschaftsvertraglichen Regelungen unmittelbar verwendet oder an die Gesellschafter ausgeschüttet, sodass kein Bilanzgewinn ausgewiesen wird.
Rückstellungen nehmen leicht zu
Die Rückstellungen erhöhten sich im Geschäftsjahr von rund 190.000 Euro auf 217.000 Euro.
Sie dienen der Absicherung ungewisser Verbindlichkeiten sowie noch nicht festgesetzter Steuern und werden nach den handelsrechtlichen Vorschriften in Höhe des voraussichtlichen Erfüllungsbetrags angesetzt.
Banken sichern ihre Kredite umfassend ab
Wie bei nahezu allen Windparkprojekten ist auch die Finanzierung des Windparks Bardenflether Feld 3 mit umfangreichen Sicherheiten unterlegt.
Nach Angaben des Jahresabschlusses sind Verbindlichkeiten von insgesamt rund 2,53 Millionen Euro durch Pfandrechte oder vergleichbare Sicherungsrechte abgesichert.
Zu den Sicherheiten gehören insbesondere:
- die Sicherungsübereignung der Windkraftanlage,
- die Abtretung von Forderungen und Einspeiseerlösen,
- weitere Sicherungsabtretungen,
- sowie Pfand- und Sicherungsrechte zugunsten der finanzierenden Oldenburgischen Landesbank.
Diese Finanzierungsstruktur entspricht dem üblichen Standard bei langfristigen Projektfinanzierungen im Bereich der erneuerbaren Energien.
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern steigen leicht
Die Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern erhöhten sich leicht von 703.808 Euro auf 713.354 Euro.
Im Verhältnis zur Gesamtverschuldung stellt dieser Anstieg jedoch nur eine geringfügige Veränderung dar und beeinflusst die Finanzierungsstruktur des Unternehmens kaum.
Betrieb ohne eigenes Personal
Die Gesellschaft beschäftigte im gesamten Geschäftsjahr erneut keine eigenen Arbeitnehmer.
Wie bei zahlreichen Windparkgesellschaften werden technische Wartung, kaufmännische Verwaltung und weitere Dienstleistungen von spezialisierten externen Unternehmen übernommen. Dadurch bleibt die Gesellschaft organisatorisch schlank und kann ihre laufenden Verwaltungskosten gering halten.
Solide Entwicklung in der Betriebsphase
Der Jahresabschluss 2024 zeichnet insgesamt das Bild eines wirtschaftlich stabilen Windparks. Die Bilanzsumme und der Buchwert der Windenergieanlagen gingen zwar durch planmäßige Abschreibungen zurück, gleichzeitig wurden jedoch erneut erhebliche Darlehen getilgt und die Bankguthaben sogar erhöht.
Damit setzt die Windpark Bardenflether Feld GmbH & Co. 3. KG ihren langfristigen Entschuldungskurs konsequent fort. Die Kombination aus sinkender Verschuldung, stabiler Liquidität und einer schlanken Unternehmensstruktur spricht dafür, dass sich das Windparkprojekt weiterhin auf einem wirtschaftlich nachhaltigen Weg befindet und seine langfristigen Finanzierungsziele planmäßig erreicht.