Dark Mode Light Mode

Banken Fokus Basel III: Attraktive Erträge bei erhöhtem Nachrangrisiko

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht 2025/2026 des Fonds Banken Fokus Basel III zeigt insgesamt eine positive Entwicklung. Der Fonds konzentriert sich auf Anleihen europäischer Banken und investiert überwiegend in nachrangige Additional-Tier-1-Anleihen (AT1). Diese Wertpapiere bieten vergleichsweise hohe Zinsen, sind jedoch mit höheren Risiken verbunden, da bei finanziellen Schwierigkeiten einer Bank Kuponzahlungen ausgesetzt oder Anleihen abgeschrieben beziehungsweise in Eigenkapital umgewandelt werden können. Durch die breite Streuung über verschiedene europäische Emittenten soll das Einzelrisiko reduziert werden.

Aus Anlegersicht überzeugt insbesondere die Wertentwicklung von 6,39 % im Geschäftsjahr 2025/2026 bei einer Volatilität von 3,99 % p. a. Dies ist vor dem Hintergrund eines von Zinsunsicherheit, Inflation und geopolitischen Spannungen geprägten Kapitalmarktumfelds als solides Ergebnis einzustufen. Die Erträge entstanden sowohl durch laufende Zinseinnahmen als auch durch Kursgewinne.

Positiv fällt außerdem die deutliche Zunahme des Fondsvolumens auf. Das Fondsvermögen erhöhte sich von rund 18,1 Mio. Euro auf 33,0 Mio. Euro. Wesentlicher Grund hierfür waren Netto-Mittelzuflüsse von rund 14,2 Mio. Euro. Dies deutet auf eine deutlich gestiegene Nachfrage der Anleger hin. Der Anteilwert erhöhte sich gleichzeitig von 57,47 Euro auf 60,01 Euro. Im Vergleich zu 47,82 Euro im Geschäftsjahr 2022/2023 zeigt sich damit auch über mehrere Jahre eine positive Entwicklung.
Auch die Ertragslage ist insgesamt positiv. Der Fonds erzielte Erträge von rund 2,17 Mio. Euro und einen ordentlichen Nettoertrag von rund 1,72 Mio. Euro. Hinzu kamen netto rund 411.000 Euro aus realisierten Veräußerungsgewinnen und -verlusten. Das Ergebnis des Geschäftsjahres belief sich schließlich auf rund 1,54 Mio. Euro. Allerdings entstanden nicht realisierte Verluste beziehungsweise negative Wertveränderungen von insgesamt rund 590.000 Euro, was die vorhandenen Marktpreisrisiken verdeutlicht.

Für Anleger interessant ist zudem die Ausschüttung von 1,40 Euro je Anteil. Gleichzeitig werden 6,25 Euro je Anteil auf neue Rechnung vorgetragen, wodurch ein erheblicher Teil der verfügbaren Erträge im Fonds verbleibt beziehungsweise für zukünftige Ausschüttungen zur Verfügung steht.

Auf der Risikoseite ist insbesondere die starke Konzentration auf den europäischen Finanzsektor zu beachten. Rund 98 % des Fondsvermögens bestehen aus verzinslichen Wertpapieren. Das durchschnittliche Rating der Anleihen liegt bei BBB. Zwar reduziert die Diversifikation über zahlreiche Emittenten das Risiko einzelner Bankausfälle, eine Krise des gesamten europäischen Bankensektors könnte den Fonds jedoch deutlich belasten. Positiv ist, dass praktisch kein Währungsrisiko besteht, da die Anlagen im Berichtszeitraum ausschließlich in Euro getätigt wurden.

Ein weiteres Risiko besteht in der Liquidität der nachrangigen Bankanleihen. Im Berichtszeitraum haben sich die Spannen zwischen Kauf- und Verkaufskursen teilweise deutlich ausgeweitet. In angespannten Marktphasen könnten notwendige Verkäufe deshalb nur zu ungünstigeren Kursen möglich sein. Tatsächliche Liquiditätsprobleme traten jedoch nicht auf; alle Rückgabewünsche der Anleger konnten erfüllt werden.

Die Kosten sind ebenfalls zu berücksichtigen. Die Gesamtkostenquote beträgt 1,02 %, hinzu kommt eine erfolgsabhängige Vergütung von 0,21 % des durchschnittlichen Nettoinventarwertes. Damit sind die Kosten nicht unerheblich und reduzieren langfristig die Nettorendite des Anlegers.

Fazit: Aus Anlegersicht präsentiert sich der Banken Fokus Basel III im Geschäftsjahr 2025/2026 insgesamt überzeugend. Die Wertentwicklung von 6,39 %, der deutliche Anstieg des Fondsvermögens, hohe laufende Zinserträge und eine breite Streuung innerhalb des europäischen Bankensektors sprechen für den Fonds. Dem stehen jedoch erhöhte Risiken aus der Konzentration auf Banken sowie insbesondere aus den nachrangigen AT1-Anleihen gegenüber. Der Fonds eignet sich daher vor allem für renditeorientierte und risikobewusste Anleger, die höhere laufende Erträge anstreben und bereit sind, mögliche stärkere Kursverluste in Krisenzeiten zu akzeptieren. Für sehr sicherheitsorientierte Anleger ist das Produkt aufgrund der besonderen Struktur der AT1-Anleihen dagegen nur eingeschränkt geeignet.

Kommentar hinzufügen Kommentar hinzufügen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Previous Post

Trianel Windpark Jeckenbach legt Jahresabschluss vor: Kreditverbindlichkeiten sinken, hohe Liquidität sichert weiteren Betrieb

Next Post

Weinbau K5 UG: Insolvenzantrag mangels Masse abgewiesen