Aus Anlegersicht präsentiert sich der LBBW Schwellenländer Profiteure ESG im Geschäftsjahr 2025/2026 als ein aktiv gemanagter Aktienfonds, der von der Erholung der internationalen Aktienmärkte profitieren konnte und gleichzeitig seine Anlagestrategie gezielt an die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst hat. Mit einer Wertentwicklung von 9,9 % nach BVI-Methode konnte der Fonds eine überzeugende Rendite erzielen und den Anteilwert von 78,07 Euro auf 84,39 Euro steigern.
Besonders positiv fällt auf, dass das Fondsmanagement die Portfoliozusammensetzung konsequent an langfristige Wachstumstrends angepasst hat. Deutlich erhöht wurden die Investitionen in Technologie, Kreditinstitute, Nahrungsmittel sowie Versorger, während klassische Industrie- und Versicherungswerte reduziert wurden. Diese Neuausrichtung zeigt den Fokus auf Unternehmen, die vom steigenden Wohlstand, der Digitalisierung und dem Ausbau der Infrastruktur in den Schwellenländern profitieren sollen. Gleichzeitig blieb das Portfolio mit zahlreichen international führenden Qualitätsunternehmen breit diversifiziert.
Ein weiterer Pluspunkt ist die konsequente Berücksichtigung von ESG-Kriterien. Der Fonds erfüllt die Anforderungen eines Artikel-8-Fonds nach der EU-Offenlegungsverordnung und schließt unter anderem Investitionen in Unternehmen mit Umsätzen aus Kohle, Tabak oder geächteten Waffen konsequent aus. Zwar verfolgt der Fonds keine explizite nachhaltige Investitionsquote, dennoch werden ökologische und soziale Kriterien systematisch in den Auswahlprozess integriert.
Auf der Ertragsseite überzeugt insbesondere das hohe realisierte Ergebnis aus Wertpapierverkäufen. Den realisierten Gewinnen von rund 13,7 Mio. Euro standen deutlich geringere Verluste gegenüber. Gleichzeitig belasteten jedoch rückläufige Marktbewertungen das nicht realisierte Ergebnis, sodass der Jahresüberschuss unter den realisierten Gewinnen blieb. Dies verdeutlicht, dass ein Teil der zwischenzeitlichen Kursgewinne zum Bilanzstichtag wieder abgegeben wurde. Dennoch konnte das Fondsvermögen insgesamt leicht auf 71 Mio. Euro gesteigert werden, obwohl Anleger per Saldo Mittel abzogen.
Risikoseitig bleibt der Fonds klar als wachstumsorientierter Aktienfonds einzuordnen. Das Aktienkursrisiko wird von der Fondsgesellschaft selbst als sehr hoch eingestuft (Value-at-Risk 12,47 %). Demgegenüber sind Liquiditäts-, Zins-, Adressenausfall- und Währungsrisiken vergleichsweise gering. Anleger müssen daher vor allem mit deutlichen Kursschwankungen rechnen, profitieren im Gegenzug jedoch von den langfristigen Renditechancen internationaler Aktienmärkte.
Kritisch zu betrachten sind die Gesamtkosten von 1,74 % p.a., die für einen Aktienfonds zwar nicht ungewöhnlich, aber im Vergleich zu passiven ETFs relativ hoch ausfallen. Dafür erhalten Anleger allerdings ein aktives Management, das im Berichtsjahr durch die erfolgreiche Portfolioanpassung einen Mehrwert liefern konnte.
Fazit: Aus Anlegersicht hinterlässt der LBBW Schwellenländer Profiteure ESG einen insgesamt positiven Eindruck. Der Fonds konnte eine attraktive Rendite erzielen, reagierte aktiv auf veränderte Marktbedingungen und verbindet internationale Wachstumschancen mit einer konsequenten ESG-Strategie. Aufgrund der nahezu vollständigen Aktienquote eignet er sich jedoch vor allem für langfristig orientierte Anleger, die bereit sind, zwischenzeitlich auch deutliche Kursschwankungen in Kauf zu nehmen. Langfristig bietet der Fonds interessante Perspektiven, insbesondere wenn sich die strukturellen Wachstumstrends in den Schwellenländern fortsetzen.