Wer heute einkaufen möchte, muss sich vielerorts auf Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat bundesweit erneut zu Warnstreiks im Groß- und Einzelhandel aufgerufen. Betroffen sind unter anderem Beschäftigte bei Kaufland, Rewe, Penny, IKEA und H&M. Je nach Streikbeteiligung kann es zu längeren Wartezeiten an den Kassen, einer eingeschränkten Warenverräumung oder sogar vorübergehenden Filialschließungen kommen.
Besonders im Norden Deutschlands sind größere Protestaktionen geplant. Verdi organisiert Kundgebungen in Hamburg, Hannover, Oldenburg und Braunschweig. Die Gewerkschaft will damit den Druck auf die Arbeitgeber vor der nächsten Verhandlungsrunde deutlich erhöhen.
Tarifkonflikt spitzt sich zu
Hintergrund der Arbeitsniederlegungen sind die festgefahrenen Tarifverhandlungen für den Einzel-, Groß- und Außenhandel. Verdi fordert deutliche Lohnerhöhungen, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten auszugleichen. Außerdem verlangt die Gewerkschaft eine stärkere finanzielle Anerkennung der Beschäftigten, die in den vergangenen Jahren unter hoher Arbeitsbelastung gearbeitet hätten.
Die Arbeitgeber sehen die Forderungen dagegen als wirtschaftlich kaum tragbar an. Angesichts einer schwachen Konjunktur, steigender Kosten und einer zurückhaltenden Konsumstimmung warnen sie vor zusätzlichen Belastungen für viele Handelsunternehmen.
Handelsverband gibt sich gelassen
Der Handelsverband Deutschland (HDE) erwartet trotz der Warnstreiks keine flächendeckenden Ausfälle. Viele Unternehmen hätten sich auf die Aktionen vorbereitet und entsprechende Notfallpläne entwickelt. Man rechne zwar regional mit Einschränkungen, gehe aber davon aus, dass der Großteil der Filialen geöffnet bleibt.
Weitere Streiks möglich
Eine schnelle Einigung zeichnet sich derzeit nicht ab. Sollte auch die nächste Tarifrunde ohne Ergebnis enden, hat Verdi bereits weitere Warnstreiks in Aussicht gestellt. Für Verbraucher bedeutet das: Auch in den kommenden Wochen könnten Einkäufe immer wieder durch Arbeitsniederlegungen beeinträchtigt werden.