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Windpark Högel: Solide Erträge – doch Immobilienfonds, Windschwäche und hohe Gesellschafterdarlehen trüben das Bild
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Windpark Högel: Solide Erträge – doch Immobilienfonds, Windschwäche und hohe Gesellschafterdarlehen trüben das Bild

geralt (CC0), Pixabay

Die Windpark Högel GmbH & Co. KG blickt auf ein insgesamt profitables Geschäftsjahr 2025 zurück. Das Unternehmen erwirtschaftete einen Jahresüberschuss von rund 155.000 Euro und bestätigt damit seine grundsätzliche wirtschaftliche Stabilität. Dennoch zeigt der veröffentlichte Jahresabschluss mehrere Entwicklungen, die Anleger aufmerksam verfolgen sollten. Positiv hervorzuheben ist zwar die außergewöhnlich offene Darstellung der Risiken – gleichzeitig werden aber auch Schwachstellen sichtbar, die künftig auf die Rendite drücken könnten.

Gewinn bleibt positiv – fällt aber deutlich geringer aus

Mit einem Jahresüberschuss von rund 155.000 Euro arbeitet der Windpark weiterhin profitabel. Gegenüber dem Vorjahr (234.000 Euro) bedeutet dies jedoch einen Gewinnrückgang von rund einem Drittel.

Als Hauptursache nennt die Geschäftsführung das deutlich schwächere Windjahr 2025. Statt der im Verkaufsprospekt prognostizierten rund 27 Millionen Kilowattstunden wurden lediglich etwa 22,2 Millionen Kilowattstunden erzeugt. Damit blieb der Windpark rund 18 Prozent unter der ursprünglichen Ertragsplanung.

Aus Sicht des Anlegerschutzes zeigt sich hier ein klassisches Risiko von Windenergieinvestitionen: Selbst moderne Anlagen sind unmittelbar vom tatsächlichen Windaufkommen abhängig.

Windschwäche könnte kein Einzelfall bleiben

Bemerkenswert ist, dass die Geschäftsführung selbst ausdrücklich auf mögliche Auswirkungen klimatischer Veränderungen eingeht.

Sie weist darauf hin, dass sich derzeit nicht abschätzen lasse, ob der Klimawandel dauerhaft zu geringeren Winderträgen führen werde. Gleichzeitig empfiehlt sie bereits selbst ein vorsichtiges Verhalten bei Ausschüttungen und risikoreichen Investitionen.

Diese Formulierung ist ungewöhnlich offen und verdient Anerkennung, macht aber gleichzeitig deutlich, dass die Ertragsprognosen künftig schwieriger werden könnten.

Leading Cities Invest wird zum Belastungsfaktor

Besonders kritisch fällt eine Position im Umlaufvermögen auf.

Der Windpark hält Anteile am offenen Immobilienfonds Leading Cities Invest. Bereits 2025 musste darauf eine außerplanmäßige Abschreibung von rund 31.500 Euro vorgenommen werden.

Noch gravierender ist jedoch der Blick nach vorne.

Im Lagebericht weist die Geschäftsführung ausdrücklich darauf hin, dass sich die Krise des Fonds im ersten Halbjahr 2026 massiv verschärft habe. Der Anteilspreis sei bis auf etwa 32 Euro gefallen. Daraus könne sich im Geschäftsjahr 2026 ein weiterer Abschreibungsbedarf von rund 71.000 Euro ergeben.

Positiv ist allerdings, dass diese Risiken transparent benannt werden. Viele Unternehmen erwähnen Wertverluste erst, wenn sie bereits realisiert sind.

Hohe Verschuldung bleibt ein Thema

Die Bilanz zeigt Verbindlichkeiten von rund 7,98 Millionen Euro.

Davon entfallen rund 3,78 Millionen Euro auf Bankdarlehen.

Noch größer sind allerdings die Verbindlichkeiten gegenüber den Gesellschaftern, die inzwischen auf über 4,07 Millionen Euro angestiegen sind.

Gesellschafterdarlehen sind grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Dennoch erhöht eine solche Finanzierungsstruktur die Abhängigkeit von den Kapitalgebern und kann bei späteren Rückzahlungen Auswirkungen auf die Liquidität haben.

Liquidität bleibt solide

Positiv entwickelt hat sich dagegen der Kassenbestand.

Die liquiden Mittel stiegen auf rund 969.000 Euro nach zuvor 780.000 Euro.

Allerdings sind rund 569.000 Euro zugunsten der finanzierenden Bank verpfändet und stehen daher nicht frei zur Verfügung.

Beteiligungen schaffen Chancen – bergen aber zusätzliche Risiken

Der Windpark investiert inzwischen nicht mehr ausschließlich in die Stromerzeugung.

Beteiligungen bestehen unter anderem an:

  • regionalen Breitbandprojekten,
  • einer Batteriespeicher-Gesellschaft,
  • einer Stromvermarktungsgesellschaft,
  • sowie Projekten zur bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung.

Grundsätzlich können solche Beteiligungen zusätzliche Erträge liefern.

Gleichzeitig erhöhen sie aber auch die Komplexität des Unternehmens. Positiv hervorzuheben ist, dass die Gesellschaft diese Risiken erstmals sehr ausführlich analysiert und Bonitäts-, Liquiditäts- sowie Ausfallrisiken offen beschreibt.

Strommarkt bleibt unsicher

Ein weiteres Risiko betrifft den Strommarkt selbst.

Die Gesellschaft weist darauf hin, dass die Zahl negativer Strompreise seit 2021 erheblich gestiegen sei.

Während es 2021 noch rund 150 Stunden mit negativen Börsenstrompreisen gab, waren es 2025 bereits rund 573 Stunden.

Negative Strompreise können unter bestimmten Voraussetzungen dazu führen, dass zeitweise keine EEG-Vergütung gezahlt wird. Auch wenn dieses Risiko aktuell noch beherrschbar erscheint, dürfte es mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien an Bedeutung gewinnen.

Fazit aus Sicht des Anlegerschutzes

Der Windpark Högel gehört zu den erfreulich transparent berichtenden Emittenten. Die Geschäftsführung verschweigt weder schwächere Winderträge noch Wertverluste bei Finanzanlagen oder mögliche Belastungen durch negative Strompreise.

Gleichzeitig zeigt der Abschluss aber auch mehrere Warnsignale. Der Gewinn ist deutlich gesunken, die Windprognosen wurden klar verfehlt und mit dem offenen Immobilienfonds Leading Cities Invest befindet sich ein problematischer Vermögenswert im Portfolio, dessen weitere Wertverluste bereits angekündigt werden.

Hinzu kommen hohe Gesellschafterdarlehen und die zunehmende Abhängigkeit von externen Rahmenbedingungen wie Wetter, Strompreisen und Finanzierungskosten.

Eine akute wirtschaftliche Schieflage ist aus dem Jahresabschluss zwar nicht erkennbar. Für Anleger wird jedoch deutlich: Auch langjährig etablierte Windparks bieten keine risikolosen Renditen. Wer investiert oder bereits beteiligt ist, sollte die Entwicklung der Stromerträge, die weitere Abwertung des Immobilienfonds sowie die künftige Ertragskraft des Windparks genau beobachten.

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