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Frankfurter – Value Focus Fund 2025: Geduld gefragt – Value-Strategie wartet weiterhin auf den Durchbruch

geralt (CC0), Pixabay

Der Frankfurter – Value Focus Fund blickt auf ein insgesamt enttäuschendes Jahr 2025 zurück. Während die internationalen Aktienmärkte zweistellige Renditen erzielten und der DAX um über 23 % zulegte, stagnierte der Fonds nahezu vollständig. Die Aktienklasse R erzielte lediglich +0,01 %, die institutionelle Aktienklasse P +1,33 %. Damit wurde zwar der mehrjährige Abwärtstrend gestoppt, eine echte Trendwende blieb jedoch aus.

Marktumfeld spielte dem Fonds eigentlich in die Karten

Das Börsenjahr 2025 war geprägt von sinkenden Zinsen, einer Kapitalrotation von den USA nach Europa und steigenden Bewertungen europäischer Aktien. Viele europäische Indizes erreichten neue Höchststände. Gerade Value-Investoren sollten von diesem Umfeld profitieren können. Dennoch gelang es dem Fonds nicht, daraus Kapital zu schlagen. Das Management begründet dies damit, dass die erwarteten „Katalysatoren“ bei mehreren Beteiligungen noch nicht eingetreten seien.

Aus Anlegersicht ist dies ein zweischneidiges Argument: Einerseits kann sich der innere Wert der Unternehmen tatsächlich zeitverzögert entfalten, andererseits steigt mit jedem weiteren Jahr der Underperformance die Gefahr, dass die ursprüngliche Investmentthese fehlerhaft war.

Konzentriertes Portfolio mit hohem Einzeltitelrisiko

Der Fonds verfolgt einen stark konzentrierten Ansatz. Ende 2025 bestanden fast 88 % des Vermögens aus Aktien, wobei wenige Positionen einen erheblichen Anteil am Gesamtportfolio ausmachen.

Besonders auffällig sind:

secunet Security Networks (15,4 %)
INTERSHOP Communications (12,1 %)
SCOR (10,9 %)
Sarine Technologies (6,4 %)
Laboratorios Rovi (6,4 %)

Die zehn größten Beteiligungen dominieren das Fondsvermögen. Ein solcher Ansatz kann langfristig zu überdurchschnittlichen Renditen führen, erhöht jedoch erheblich das Risiko von Fehlbewertungen und längeren Schwächephasen.

Hoher Anteil schwer handelbarer Vermögenswerte

Ein kritischer Punkt ist die Liquidität des Fonds. Rund 33 % des Vermögens gelten als schwer liquidierbar und könnten im Extremfall nur mit erheblichem Zeitaufwand verkauft werden. Dazu gehören insbesondere nicht börsennotierte Beteiligungen sowie kleinere Nebenwerte.

Für Anleger bedeutet dies:

eingeschränkte Flexibilität in Krisenzeiten,
potenzielle Bewertungsunsicherheiten,
erhöhte Risiken bei größeren Mittelabflüssen.

Gerade die Beteiligung an Acceleratio Topco wird nicht über einen Marktpreis, sondern über Bewertungsmodelle bestimmt. Solche Bewertungen können von tatsächlich erzielbaren Verkaufspreisen erheblich abweichen.

Positive Aspekte

Trotz der schwachen Performance gibt es auch einige Stärken:

Der Fonds verfügt über eine klar definierte und konsequent umgesetzte Value-Strategie.
Die Kostenquote der P-Klasse ist mit 0,78 % vergleichsweise attraktiv.
Das Management investiert langfristig und orientiert sich an fundamentalen Unternehmenswerten statt an kurzfristigen Trends.
Das Fondsvermögen stieg 2025 leicht von 30,4 Mio. € auf 31,6 Mio. €, was auf weiterhin vorhandenes Anlegervertrauen hinweist.
Kritische Punkte

Für Anleger wiegen jedoch mehrere Risiken schwer:

Massive Underperformance gegenüber dem Gesamtmarkt
DAX: +23 %
MSCI World: knapp +20 %
Fonds: +0 % bis +1 %.
Drei schwache Vorjahre
2022: −30,0 %
2023: −18,9 %
2024: −12,8 %.
Abhängigkeit von zukünftigen Katalysatoren
Ein erheblicher Teil der Investmentstory basiert auf der Hoffnung, dass sich Unternehmenswerte künftig stärker entfalten.
Hohe Konzentration
Wenige Positionen bestimmen maßgeblich den Erfolg oder Misserfolg des Fonds.
Liquiditätsrisiken
Der hohe Anteil schwer handelbarer Beteiligungen stellt ein zusätzliches Risiko dar.
Fazit aus Anlegersicht

Der Frankfurter – Value Focus Fund bleibt ein Fonds für überzeugte Value-Investoren mit sehr langem Anlagehorizont. Die Strategie ist nachvollziehbar und diszipliniert umgesetzt, die bisherigen Ergebnisse rechtfertigen jedoch derzeit keine Vorschusslorbeeren. Nach drei Verlustjahren und einem weiteren Jahr deutlicher Underperformance gegenüber den Aktienmärkten muss das Management nun beweisen, dass die identifizierten Wertpotenziale tatsächlich gehoben werden können.

Für risikobewusste Anleger erscheint der Fonds aktuell eher als spekulative Turnaround-Wette auf unterbewertete Nebenwerte denn als klassischer Kernbaustein eines langfristigen Vermögensaufbaus. Wer investiert ist, benötigt Geduld und Vertrauen in die Value-These des Managements. Neue Anleger sollten sich bewusst sein, dass die erwartete Aufholjagd der Beteiligungen bislang vor allem eine Hoffnung und noch kein nachweisbarer Erfolg ist.

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