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Wanises WM-Kommentar: Die Joker stechen – Schweiz marschiert mit spätem Torfestival Richtung Achtelfinale

Liebe Fußballfreunde,

manchmal erzählen Ergebnisse nicht die ganze Geschichte. Das 4:1 der Schweiz gegen Bosnien-Herzegowina klingt nach einem lockeren Abend für die Nati. Wer die Partie jedoch gesehen hat, weiß: Bis kurz vor Schluss war das ein Geduldsspiel, das die Schweizer erst durch Mut, kluge Wechsel und einen explosiven Schlussspurt für sich entschieden haben.

Nach dem ernüchternden 1:1 gegen Katar stand die Schweiz bereits ein wenig unter Druck. Entsprechend engagiert gingen die Eidgenossen die Partie an. Die Körpersprache stimmte, der Wille war erkennbar, doch im letzten Drittel fehlte lange Zeit die nötige Kreativität. Bosnien-Herzegowina verteidigte diszipliniert und ließ kaum klare Torchancen zu. So entwickelte sich ein Spiel, in dem die Schweiz zwar die Kontrolle hatte, aber nur selten echte Gefahr ausstrahlte.

Auch nach dem Seitenwechsel änderte sich zunächst wenig. Die Nati lief an, kombinierte ordentlich, fand aber kaum Lücken im bosnischen Abwehrverbund. Je länger die Partie dauerte, desto mehr erinnerte sie an das enttäuschende Katar-Spiel. Die Schweizer Fans dürften bereits begonnen haben, sich Sorgen zu machen.

Doch dann kam die 72. Minute – und mit ihr Trainer Murat Yakin.

Der Schweizer Coach bewies ein goldenes Händchen und brachte mit einem Dreifachwechsel frischen Schwung auf den Platz. Besonders ein Name sollte den Abend prägen: Manzambi. Kaum zwei Minuten nach seiner Einwechslung erlöste der Joker die Schweiz mit dem längst ersehnten Führungstreffer. Plötzlich war die Blockade gelöst.

Als Bosniens Muharemović wenig später mit Rot vom Platz musste, kippte die Partie endgültig zugunsten der Eidgenossen. Nun zeigten die Schweizer jene Zielstrebigkeit, die ihnen zuvor über weite Strecken gefehlt hatte.

Der zweite Joker des Abends hieß Vargas. Mit viel Tempo und Entschlossenheit nutzte er die numerische Überlegenheit und erhöhte auf 2:0. Spätestens jetzt war der Widerstand der Bosnier gebrochen.

Was anschließend folgte, war eine Nachspielzeit, die man bei Weltmeisterschaften liebt. Manzambi schnürte seinen Doppelpack und machte aus einem zähen Arbeitssieg ein scheinbar deutliches Ergebnis. Doch Bosnien bewies Moral. Mahmić sorgte mit einem spektakulären Volley-Hammer für den Ehrentreffer und erinnerte die Zuschauer daran, dass auch die Außenseiter ihre Momente haben.

Den Schlusspunkt setzte dann ausgerechnet der Mann, der seit Jahren das Gesicht dieser Schweizer Mannschaft ist. Kapitän Granit Xhaka trat in der siebten Minute der Nachspielzeit zum Elfmeter an und verwandelte eiskalt zum 4:1-Endstand.

Das Ergebnis fällt am Ende vielleicht etwas zu hoch aus. Über weite Strecken begegneten sich beide Mannschaften auf Augenhöhe. Doch Fußball wird oft durch entscheidende Momente entschieden – und diese gehörten an diesem Abend klar der Schweiz. Yakin wechselte den Sieg ein, seine Joker lieferten und die Mannschaft bewies Geduld, als viele bereits an einen weiteren Rückschlag dachten.

Für die Nati bedeutet dieser Erfolg weit mehr als nur drei Punkte. Nach dem Fehlstart gegen Katar hat sich die Schweiz eindrucksvoll zurückgemeldet und einen großen Schritt Richtung Achtelfinale gemacht. Die Ausgangslage ist nun hervorragend.

Bosnien-Herzegowina hingegen wird sich ärgern. Lange hielt man die Partie offen, verteidigte stark und machte vieles richtig. Doch die Rote Karte und die fehlende Stabilität in der Schlussphase kosteten am Ende alle Hoffnungen auf etwas Zählbares.

Mein Fazit: Die Schweiz hat nicht geglänzt, aber Charakter gezeigt. Große Mannschaften gewinnen nicht immer schön – sie finden Wege zum Sieg. Genau das hat die Nati an diesem Abend bewiesen. Und wenn die Joker weiterhin so stechen, könnte diese Mannschaft bei dieser Weltmeisterschaft noch für einige Schlagzeilen sorgen.

Eure

Wanise

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