Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Allert Marin GmbH aus Werder (Havel) haben zur Einleitung eines Insolvenzantragsverfahrens geführt. Das Amtsgericht Potsdam hat am 17. Juni 2026 im Verfahren mit dem Aktenzeichen 670 IN 96/26 weitere Maßnahmen zur Sicherung des Unternehmens angeordnet und die Befugnisse der bereits eingesetzten vorläufigen Insolvenzverwalterin erweitert.
Die Gesellschaft hat ihren Firmensitz an der Zur Uferaue 1 in 14542 Werder (Havel) und ist unter der Handelsregisternummer HRB 4688 P beim Amtsgericht Potsdam eingetragen. Geschäftsführer des Unternehmens ist Randy Schirrmeister.
Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde Rechtsanwältin Dr. Susanne Berner aus Berlin bestellt. Das Insolvenzgericht hat sie nun ausdrücklich ermächtigt, Verbindlichkeiten für die Gesellschaft und die spätere Insolvenzmasse zu begründen, soweit diese für die Fortführung des Geschäftsbetriebs erforderlich sind. Dies betrifft insbesondere Lieferungen und Leistungen zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs sowie Kosten im Zusammenhang mit einer Insolvenzgeldvorfinanzierung für die Beschäftigten.
Die Allert Marin GmbH zählt zu den traditionsreichen Unternehmen der deutschen Boots- und Schiffbaubranche. Das Unternehmen ist seit Jahrzehnten auf die Konstruktion, den Neubau, die Reparatur und Modernisierung von Wasserfahrzeugen spezialisiert. Zum Leistungsspektrum gehören insbesondere der Bau und die Instandsetzung von Arbeitsbooten, Fahrgastschiffen, Spezialfahrzeugen für Wasserstraßen sowie maritime Sonderanfertigungen. Darüber hinaus bietet das Unternehmen umfangreiche Werftdienstleistungen, Stahl- und Metallbauarbeiten, technische Nachrüstungen sowie Wartungs- und Reparaturleistungen für die Binnenschifffahrt an.
Die Werft in Werder (Havel) genießt innerhalb der Branche einen guten Ruf und war in den vergangenen Jahren an verschiedenen Projekten für öffentliche Auftraggeber, Schifffahrtsunternehmen und kommunale Einrichtungen beteiligt. Der Schiffbau und die maritime Zulieferindustrie stehen jedoch seit längerer Zeit unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Hohe Materialkosten, gestiegene Energiepreise, Fachkräftemangel sowie eine zurückhaltende Investitionsbereitschaft vieler Auftraggeber belasten zahlreiche Unternehmen der Branche.
Die aktuellen gerichtlichen Maßnahmen deuten darauf hin, dass die Fortführung des Geschäftsbetriebs zunächst angestrebt wird. Die Möglichkeit, neue Verbindlichkeiten für betriebsnotwendige Leistungen einzugehen, dient regelmäßig dem Ziel, laufende Aufträge fortzuführen und die wirtschaftliche Situation des Unternehmens zu stabilisieren.
Im Verfahren 670 IN 96/26 wird nun geprüft, ob die Voraussetzungen für die Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens vorliegen und ob eine Sanierung der Allert Marin GmbH möglich erscheint. Bis zu dieser Entscheidung bleibt die Gesellschaft unter der Aufsicht der vorläufigen Insolvenzverwalterin tätig.