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Wanise‘ WM-Kolumne: Haaland macht den Unterschied – Norwegen startet mit Wikinger-Wucht

Wenn man auf das Endergebnis schaut, könnte man meinen, Norwegen sei locker durch den WM-Auftakt spaziert. Ein klares 4:1 gegen den Irak, Platz eins in der Gruppe und ein Erling Haaland, der einmal mehr seine Torjägerqualitäten unter Beweis stellte. Doch wer die Partie gesehen hat, weiß: So einfach war es für die Wikinger keineswegs.

Der Irak begann mutig, aggressiv und mit einem Pressing, das die Norweger zunächst vor erhebliche Probleme stellte. Die Mannschaft von Ståle Solbakken wirkte in den ersten Minuten überraschend nervös und fand kaum Lösungen gegen die hohe Laufbereitschaft des Außenseiters. Es war eines dieser Spiele, in denen man sich fragte, ob die Favoritenrolle vielleicht doch schwerer wiegt als gedacht.

Doch dann trat jener Mann auf den Plan, für den Norwegen seit Jahren große Hoffnungen hegt: Erling Haaland. Der Torjäger braucht oft nur einen Moment, um ein Spiel zu verändern. Nach 29 Minuten war es soweit. Die erste echte Gelegenheit nutzte der Superstar eiskalt und brachte seine Mannschaft in Führung.

Wer allerdings glaubte, damit sei die Partie bereits entschieden, wurde schnell eines Besseren belehrt. Der Irak zeigte Charakter und antwortete nur zehn Minuten später. Hussein köpfte zum verdienten 1:1-Ausgleich ein und sorgte für große Euphorie bei den Fans des Außenseiters. Zu diesem Zeitpunkt war das Spiel völlig offen.

Dann kam die Szene, die das Match vermutlich endgültig kippte. Kurz vor der Pause leistete sich der irakische Torhüter einen folgenschweren Fehler. Haaland roch die Gelegenheit wie ein Raubtier, setzte energisch nach und schob zum 2:1 ein. Es war genau die Art von Tor, die große Stürmer von guten Stürmern unterscheidet. Während andere noch auf den Fehler reagieren, haben Spieler wie Haaland die Situation längst erkannt.

Nach dem Seitenwechsel überraschte Norwegen mit einer eher abwartenden Herangehensweise. Die Wikinger überließen dem Irak häufig den Ball und konzentrierten sich auf defensive Stabilität. Das wirkte phasenweise riskant, denn die Iraker blieben engagiert und suchten weiterhin ihre Chancen.

Doch genau darin zeigte sich die gewachsene Reife der Norweger. Sie mussten nicht glänzen, sie mussten nur effizient sein. Während der Irak trotz ordentlicher Ansätze kaum zwingende Abschlüsse produzierte, wartete Norwegen geduldig auf seine Möglichkeiten.

Als Østigård nach einer Ecke zum 3:1 einköpfte, war die Entscheidung gefallen. Spätestens jetzt war der Widerstand des Irak gebrochen. Das späte Eigentor in der Nachspielzeit sorgte schließlich für ein Ergebnis, das etwas deutlicher ausfiel, als es der Spielverlauf lange vermuten ließ.

Mein Fazit: Norwegen hat nicht alles überragend gemacht, aber vieles richtig. Die Mannschaft zeigte Geduld, Effizienz und vor allem einen Haaland, der in entscheidenden Momenten den Unterschied ausmacht. Genau solche Spieler entscheiden bei Weltmeisterschaften enge Spiele.

Der Irak hingegen hat sich trotz der Niederlage keineswegs blamiert. Über weite Strecken hielt der Außenseiter hervorragend mit und brachte den Favoriten phasenweise sogar ins Wanken. Die Leistung macht Mut für die kommenden Gruppenspiele.

Für Norwegen ist dieser Auftaktsieg Gold wert. Wer mit drei Punkten startet und dabei gleich vier Tore erzielt, sendet eine klare Botschaft an die Konkurrenz: Die Wikinger sind gekommen, um länger zu bleiben.

Ihr Wanise

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