Die Kölner Protarget AG, ein auf Solarenergie- und Solarthermieanlagen spezialisiertes Technologieunternehmen, befindet sich in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Das Amtsgericht Köln ordnete am 17. Juni 2026 im Verfahren mit dem Aktenzeichen 70h IN 52/26 Sicherungsmaßnahmen nach den §§ 21 und 22 der Insolvenzordnung an.
Die Gesellschaft mit Firmensitz in der Zeissstraße 5 in 50859 Köln ist unter HRB 67719 im Handelsregister des Amtsgerichts Köln eingetragen. Als Vorstände fungieren John Mitchell und Martin Scheuerer. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde Kristin Brocker aus Köln bestellt.
Nach dem Gerichtsbeschluss sind Verfügungen der Protarget AG über Vermögensgegenstände nur noch mit Zustimmung der vorläufigen Insolvenzverwalterin wirksam. Darüber hinaus wurden die Schuldner des Unternehmens angewiesen, Zahlungen ausschließlich unter Beachtung der gerichtlichen Anordnungen zu leisten. Die vorläufige Insolvenzverwalterin wurde ermächtigt, Bankguthaben und offene Forderungen einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen.
Die Geschäftstätigkeit der Protarget AG konzentrierte sich bis zuletzt auf die Entwicklung, Planung, den Bau und den Vertrieb solarthermischer Energiesysteme für industrielle Anwendungen. Das Unternehmen wurde 2009 gegründet und entwickelte Technologien zur Nutzung konzentrierter Solarenergie (Concentrated Solar Power, CSP) für die dezentrale Erzeugung von Prozesswärme, Dampf und Strom. Die Anlagen wurden insbesondere für Industrieparks, die Lebensmittel- und Textilindustrie, Bergbauunternehmen sowie abgelegene Standorte mit hohem Energiebedarf konzipiert. Protarget entwickelte nach eigenen Angaben Projekte in Europa, Südamerika, Afrika, Indien und im Nahen Osten.
Ein Schwerpunkt lag auf modular aufgebauten solarthermischen Kraftwerken sowie industriellen Solarkesseln, Wärmespeichern und Systemen zur Erzeugung von Prozesswärme. Neben der Energieerzeugung bot das Unternehmen auch Engineering-Dienstleistungen, Anlagenbau, Schweißtechnik sowie die Entwicklung von Prototypen für Industrieunternehmen an. Das Unternehmen arbeitete dabei mit Forschungseinrichtungen wie dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zusammen und war in mehreren internationalen Entwicklungs- und Forschungsprojekten aktiv.
Noch im Jahr 2026 präsentierte sich die Protarget AG auf ihren Unternehmensseiten als Anbieter innovativer solarthermischer Technologien für industrielle Anwendungen. Das Technologiezentrum am Unternehmenssitz in Köln diente der Entwicklung von Kraftwerkskomponenten und der Ausbildung von Fachkräften im Bereich erneuerbarer Energien.
Mit der Anordnung der vorläufigen Insolvenzverwaltung beginnt nun die Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Gesellschaft. Die Insolvenzverwalterin wird insbesondere untersuchen, ob ausreichende Vermögenswerte vorhanden sind und ob die Voraussetzungen für die Eröffnung eines regulären Insolvenzverfahrens gegeben sind. Das Verfahren 70h IN 52/26 befindet sich derzeit noch im vorläufigen Stadium.