Die LHI SolarWind WP Pritzwalk 2134 GmbH & Co. KG zeigt im Geschäftsjahr 2025 eine Bilanz, die aus Anlegersicht sowohl positive als auch kritische Aspekte enthält. Während der Windpark weiterhin stabile Vermögenswerte besitzt und seine Bankverbindlichkeiten planmäßig reduziert, bleibt die Gesellschaft von einem erheblichen bilanziellen Verlustvortrag und einer hohen Verschuldung geprägt. Der Jahresabschluss macht deutlich, dass das Geschäftsmodell langfristig angelegt ist und auf eine schrittweise Entschuldung setzt, Anleger aber weiterhin mit erhöhten Risiken rechnen müssen.
Positiv fällt zunächst auf, dass die Gesellschaft ihre Finanzverbindlichkeiten weiter abbauen konnte. Die Bankschulden reduzierten sich von 4,86 Millionen Euro auf 4,16 Millionen Euro. Gleichzeitig gingen auch die Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen leicht von 6,41 Millionen Euro auf 6,34 Millionen Euro zurück. Insgesamt sank die Gesamtverschuldung von 11,52 Millionen Euro auf 10,74 Millionen Euro. Damit wurden innerhalb eines Jahres Verbindlichkeiten von rund 780.000 Euro abgebaut.
Ein weiterer positiver Punkt ist die solide Liquiditätsausstattung. Trotz eines Rückgangs verfügt die Gesellschaft weiterhin über Bankguthaben von rund 1,47 Millionen Euro. Diese Liquiditätsreserve stellt einen wichtigen Sicherheitspuffer dar und verbessert die Fähigkeit, laufende Verpflichtungen zu erfüllen.
Auch die Verbindlichkeitsstruktur erscheint grundsätzlich beherrschbar. Von den insgesamt 10,74 Millionen Euro Schulden sind lediglich rund 1,0 Millionen Euro innerhalb eines Jahres fällig. Der überwiegende Teil besitzt lange Laufzeiten bis teilweise deutlich über fünf Jahre. Dies reduziert kurzfristige Refinanzierungsrisiken erheblich.
Dennoch dominiert auf der Risikoseite eindeutig das Thema Eigenkapital. Die Gesellschaft weist bilanziell kein positives Eigenkapital aus. Die Verlustvorträge stiegen von rund 3,14 Millionen Euro auf knapp 3,92 Millionen Euro. Gleichzeitig erhöhten sich die nicht durch Vermögenseinlagen gedeckten Verlustanteile auf über 3,12 Millionen Euro. Hinzu kommen Entnahmen der Gesellschafter von mehr als 800.000 Euro.
Formal wird das negative Eigenkapital durch die Aktivierung der nicht gedeckten Verlustanteile auf der Aktivseite ausgeglichen. Wirtschaftlich bedeutet dies jedoch, dass die Gesellschaft über Jahre hinweg Verluste erwirtschaftet hat, die das eingezahlte Kapital deutlich übersteigen. Aus Anlegersicht stellt dies einen wesentlichen Schwachpunkt dar.
Die Geschäftsführung weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass sich das negative Eigenkapital nach den Kalkulationen bis zum Laufzeitende des Projekts wieder ausgleichen soll. Zudem verfügt das Gesellschafterdarlehen über einen Rangrücktritt. Dadurch wird verhindert, dass die Darlehensforderungen der Gesellschafter im Krisenfall sofort bedient werden müssen. Dies stabilisiert die Gesellschaft und reduziert das Risiko einer bilanziellen Überschuldung.
Auf der Vermögensseite zeigt sich der typische Verlauf eines reifen Windparkprojekts. Das Anlagevermögen sank aufgrund planmäßiger Abschreibungen von 6,41 Millionen Euro auf 5,30 Millionen Euro. Die Windenergieanlagen verlieren bilanziell jedes Jahr an Wert, während gleichzeitig die Darlehen zurückgeführt werden. Dieses Muster ist bei langfristig finanzierten Windparks grundsätzlich normal.
Allerdings werden die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen deutlich geringer ausgewiesen als im Vorjahr. Sie sanken von rund 561.000 Euro auf etwa 295.000 Euro. Gleichzeitig verringerte sich die Liquidität um rund 430.000 Euro. Dies könnte auf geringere Einnahmen oder erhöhte Mittelabflüsse im Berichtsjahr hindeuten.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die langfristigen Verpflichtungen außerhalb der Bilanz. Allein aus Wartungs-, Betriebsführungs-, Pacht- und Geschäftsbesorgungsverträgen bestehen Verpflichtungen von mehreren Millionen Euro bis zum geplanten Laufzeitende des Windparks. So belaufen sich die Mindestzahlungen für Wartung, Pacht und Betriebsführung zusammen auf deutlich über 7 Millionen Euro. Diese Kosten sind bei der langfristigen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zwingend zu berücksichtigen.
Positiv hervorzuheben ist wiederum die Bildung einer Kapitaldienstreserve. Auf dem entsprechenden Reservekonto befinden sich rund 550.000 Euro. Dies erhöht die Sicherheit für Kreditgeber und verbessert die Fähigkeit der Gesellschaft, ihre Finanzierungsverpflichtungen zuverlässig zu bedienen.
Aus Anlegersicht ergibt sich insgesamt ein differenziertes Bild. Operativ scheint der Windpark weiterhin stabile Cashflows zu erwirtschaften, die einen kontinuierlichen Schuldenabbau ermöglichen. Die Liquidität ist solide, die langfristigen Finanzierungen laufen planmäßig und die Gesellschaft verfügt über erhebliche Sachwerte in Form der Windenergieanlagen.
Demgegenüber stehen jedoch ein erhebliches negatives Eigenkapital, hohe Verlustvorträge und weiterhin sehr hohe Gesamtverbindlichkeiten. Die wirtschaftliche Stabilität des Projekts hängt deshalb maßgeblich davon ab, dass die Windenergieanlagen bis zum Laufzeitende zuverlässig Erträge erwirtschaften und die geplanten Tilgungen fortgesetzt werden können.
Unter dem Strich präsentiert sich die LHI SolarWind WP Pritzwalk 2134 GmbH & Co. KG als typischer langfristig finanzierter Windpark mit stabiler operativer Basis, aber einer bilanziell schwachen Eigenkapitalausstattung. Für Anleger überwiegt derzeit die Hoffnung auf den langfristigen Abbau der Verlustvorträge und Schulden. Die Entwicklung zeigt Fortschritte, bleibt jedoch weiterhin mit erhöhten finanziellen Risiken verbunden.