Kriminelle nutzen derzeit den Namen der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), um an sensible Unternehmens- und Personendaten zu gelangen. Eine aktuell kursierende Phishing-Mail erweckt den Eindruck, als müssten Unternehmerinnen und Unternehmer dringend ihre Firmendaten aktualisieren. Tatsächlich handelt es sich um einen gezielten Betrugsversuch.
Die E-Mail ist mit dem Logo der Wirtschaftskammer versehen und wirkt auf den ersten Blick professionell gestaltet. Darin wird behauptet, die Empfängerinnen und Empfänger seien bereits mehrfach schriftlich und per E-Mail zur Aktualisierung ihrer Unternehmensdaten aufgefordert worden. Da diese angeblich ausgeblieben sei, werde nun eine letzte Frist gesetzt.
Über einen in der Nachricht enthaltenen Link sollen die betroffenen Personen ihre Daten ergänzen. Zusätzlich wird auf angebliche gesetzliche Verpflichtungen verwiesen. Wer die Aktualisierung nicht innerhalb von 24 Stunden vornehme, müsse mit Verwaltungsstrafen, behördlichen Überprüfungen oder weiteren Konsequenzen rechnen. Eine vermeintliche Unterschrift einer leitenden Mitarbeiterin der WKO soll die Glaubwürdigkeit zusätzlich erhöhen.
Tatsächlich steckt hinter der Nachricht jedoch eine Phishing-Falle. Ziel der Täter ist es, persönliche Angaben, Unternehmensinformationen und möglicherweise auch Bankdaten abzugreifen. Der in der E-Mail enthaltene Link führt nicht auf die offizielle Internetseite der Wirtschaftskammer Österreich, sondern auf eine täuschend echt gestaltete Fälschung.
Mehrere Hinweise entlarven den Betrugsversuch. So fällt bereits die manipulierte Absenderbezeichnung auf. Statt „WKO“ verwenden die Täter „WK0“ – wobei das „O“ durch die Ziffer Null ersetzt wurde. Solche minimalen Abweichungen sind typisch für Phishing-Kampagnen.
Darüber hinaus erfolgt die Ansprache unpersönlich und ohne namentliche Nennung der Empfängerinnen und Empfänger. Auch die äußerst kurze Frist von lediglich 24 Stunden dient offensichtlich dazu, Zeitdruck aufzubauen und überstürzte Reaktionen auszulösen.
Besonders auffällig ist zudem die angedrohte Sanktionierung. Verwaltungsstrafen und behördliche Maßnahmen werden häufig als Druckmittel eingesetzt, um die Glaubwürdigkeit von Phishing-Nachrichten zu erhöhen. Hinzu kommt, dass die in der E-Mail genannte Ansprechpartnerin in der beschriebenen Funktion bei der Wirtschaftskammer Österreich nicht existiert.
Die offizielle Internetadresse der Wirtschaftskammer lautet wko.at. Wer eine abweichende Domain vorfindet, sollte keinesfalls persönliche Daten eingeben.
Wer bereits auf den Link geklickt und Angaben gemacht hat, sollte umgehend handeln. Wurden Bankdaten übermittelt, empfiehlt sich die sofortige Kontaktaufnahme mit dem Kreditinstitut. Kontobewegungen sollten in den folgenden Wochen besonders sorgfältig überprüft werden.
Zudem sollten sämtliche betroffenen Passwörter unverzüglich geändert werden – insbesondere dann, wenn dieselben Zugangsdaten auch für andere Dienste verwendet werden. Betroffene sollten außerdem die Wirtschaftskammer über den Vorfall informieren und wachsam bleiben. Die erlangten Informationen könnten von den Tätern für weitere Betrugsversuche missbraucht werden.
Die aktuelle Welle zeigt erneut, wie professionell Phishing-Mails inzwischen gestaltet sind. Gerade Unternehmen sollten deshalb eingehende Nachrichten kritisch prüfen und insbesondere bei unerwarteten Datenabfragen größte Vorsicht walten lassen.