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Vorsicht Steuerfalle: Betrüger verschicken gefälschte ELSTER-Steuerbescheide

FuchZ23 (CC0), Pixabay

Cyberkriminelle nutzen erneut die Steuererklärungssaison, um Verbraucherinnen und Verbraucher mit täuschend echt wirkenden E-Mails in die Falle zu locken. Das Bundeszentralamt für Steuern warnt aktuell vor einer Phishing-Kampagne, bei der Betrüger im Namen des Steuerportals ELSTER angebliche Steuerbescheide versenden und dabei sensible Daten abgreifen wollen.

Die gefälschten Nachrichten tragen den Betreff „Ihr elektronischer Steuerbescheid für 2026 ist abrufbar“ und erwecken den Eindruck, es liege ein neuer Einkommensteuerbescheid mit einem Steuerguthaben vor. Empfänger sollen glauben, Anspruch auf eine Rückerstattung zu haben und werden aufgefordert, ihre persönlichen Daten zu bestätigen.

Verlockendes Versprechen einer Steuererstattung

Die Masche der Betrüger ist gezielt darauf ausgelegt, möglichst viele Menschen zur Preisgabe sensibler Informationen zu bewegen. In den E-Mails wird behauptet, dass eine Überweisung eines Steuerguthabens auf das hinterlegte Konto vorbereitet sei. Vor der Auszahlung müsse jedoch eine Verifizierung der persönlichen Daten erfolgen.

Als angebliche Begründung führen die Täter neue gesetzliche Vorgaben oder Anforderungen aus einer Zahlungsrichtlinie an. Die Empfänger werden aufgefordert, einem Link in der Nachricht zu folgen und dort ihre Daten einzugeben.

Um zusätzlichen Druck aufzubauen, warnen die Betrüger vor einer möglichen Stornierung der angeblichen Auszahlung, falls die Verifizierung nicht innerhalb einer bestimmten Frist erfolge.

Typische Merkmale einer Phishing-Mail

Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass die gefälschten ELSTER-Nachrichten mehrere typische Warnsignale aufweisen. Dazu gehört zunächst die unpersönliche Ansprache. Statt des vollständigen Namens werden häufig allgemeine Formulierungen wie „Sehr geehrte Kundin“ oder „Sehr geehrter Nutzer“ verwendet.

Hinzu kommen oftmals fragwürdige oder offensichtlich falsche Absenderadressen, die nur auf den ersten Blick seriös wirken. Auch die Aufforderung zur Eingabe persönlicher Daten über einen Link innerhalb der E-Mail ist ein klassisches Merkmal von Phishing-Angriffen.

Besonders verdächtig sind zudem Formulierungen, die Zeitdruck erzeugen oder Konsequenzen androhen. Die Ankündigung einer Stornierung angeblicher Transaktionen soll Empfänger dazu bewegen, unüberlegt zu handeln.

Kriminelle haben es auf sensible Daten abgesehen

Ziel solcher Phishing-Kampagnen ist in der Regel der Diebstahl persönlicher Informationen. Dazu gehören Zugangsdaten für das ELSTER-Konto, Bankverbindungen, Adressdaten oder weitere persönliche Informationen, die später für Identitätsdiebstahl oder Betrugsversuche genutzt werden können.

In manchen Fällen gelangen Betroffene auf täuschend echt gestaltete Webseiten, die dem offiziellen ELSTER-Portal optisch stark ähneln. Dort eingegebene Daten landen jedoch direkt bei den Kriminellen.

Die Folgen können erheblich sein. Gestohlene Zugangsdaten werden häufig für weitere Betrugsdelikte genutzt oder im Internet gehandelt. Besonders kritisch wird es, wenn auch Bankdaten oder Sicherheitsmerkmale preisgegeben werden.

Behörden raten zur Vorsicht

Das Bundeszentralamt für Steuern empfiehlt, entsprechende Nachrichten konsequent zu ignorieren. Empfänger sollten weder auf Links klicken noch Anhänge öffnen oder persönliche Daten eingeben.

Verdächtige E-Mails sollten unbeantwortet gelöscht oder direkt in den Spam-Ordner verschoben werden. Wer unsicher ist, ob tatsächlich ein neuer Steuerbescheid vorliegt, sollte dies ausschließlich über die offiziellen Zugangswege prüfen.

Steuerbescheide nur über das offizielle Portal abrufen

Nutzerinnen und Nutzer des elektronischen Steuerportals sollten Mitteilungen und Steuerbescheide grundsätzlich nur direkt über das offizielle ELSTER-System abrufen. Dazu empfiehlt es sich, die Internetadresse selbst in den Browser einzugeben und nicht über Links in E-Mails auf die Seite zu gelangen.

Wer bereits Daten auf einer verdächtigen Webseite eingegeben hat, sollte umgehend handeln. Experten raten dazu, Passwörter sofort zu ändern und gegebenenfalls die eigene Bank sowie die zuständigen Behörden zu informieren.

Wachsamkeit bleibt der beste Schutz

Phishing-Angriffe werden zunehmend professioneller und sind für viele Empfänger auf den ersten Blick kaum noch als Betrugsversuch erkennbar. Gerade Nachrichten, die finanzielle Vorteile wie Steuererstattungen versprechen, erzielen bei Kriminellen hohe Erfolgsquoten.

Die aktuelle Warnung zeigt erneut, wie wichtig ein kritischer Umgang mit unerwarteten E-Mails ist. Wer bei angeblichen Steuerbescheiden, Rückerstattungen oder Aufforderungen zur Datenverifizierung besondere Vorsicht walten lässt und ausschließlich die offiziellen ELSTER-Zugänge nutzt, kann sich wirksam vor Datenmissbrauch und finanziellen Schäden schützen.

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