Die Masche ist perfide, technisch raffiniert – und für Verbraucher zunehmend schwer zu durchschauen: Kriminelle nutzen künstliche Intelligenz, um täuschend echte Werbung für dubiose Nahrungsergänzungsmittel zu erstellen. Dabei setzen sie gezielt auf bekannte Gesichter und vertrauenswürdige Institutionen. Die Verbraucherzentrale schlägt Alarm.
Prominente als digitale Köder
Im Zentrum der Betrugsstrategie stehen bekannte Persönlichkeiten. Namen wie Barbara Schöneberger, Dieter Bohlen oder Eckart von Hirschhausen werden ohne deren Wissen genutzt, um Produkte zu bewerben.
Mithilfe von sogenannten Deepfakes – also KI-generierten Videos und Stimmen – wirken die Inhalte erschreckend real. Nutzer sehen vermeintliche Interviews, Empfehlungen oder Erfahrungsberichte, die in Wahrheit komplett erfunden sind.
Teilweise werden sogar echte Videoausschnitte manipuliert und aus dem Zusammenhang gerissen, um Glaubwürdigkeit zu erzeugen.
Gefälschte Medien und erfundene TV-Auftritte
Besonders problematisch: Die Werbung erscheint oft auf Webseiten, die bekannten Medien täuschend ähnlich sehen. Layouts und Logos von Nachrichtenseiten werden kopiert, um Seriosität vorzutäuschen.
Auch angebliche Auftritte in bekannten TV-Formaten wie „Die Höhle der Löwen“ werden erfunden. Für viele Nutzer entsteht so der Eindruck, es handle sich um geprüfte und empfohlene Produkte.
Missbrauch von Vertrauen – sogar Behörden betroffen
Die Täter gehen noch weiter: Sie nutzen Logos und Namen staatlicher Institutionen, etwa des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Damit suggerieren sie offizielle Empfehlungen.
Tatsächlich gilt jedoch: Behörden sprechen grundsätzlich keine Produktempfehlungen aus.
Gerade dieser Missbrauch von Vertrauen macht die Betrugsmasche besonders gefährlich.
Was hinter den Produkten steckt
Die beworbenen Nahrungsergänzungsmittel sind häufig:
- wirkungslos
- überteuert
- im schlimmsten Fall gesundheitsschädlich
Oft fehlen klare Angaben zu Inhaltsstoffen oder Herstellern. In einigen Fällen können sogar verbotene Substanzen enthalten sein.
Warum die Masche so gut funktioniert
Der Erfolg dieser Betrugsstrategie basiert auf mehreren Faktoren:
- Vertrauen in Prominente
- professionelle Gestaltung der Inhalte
- gezielte Ansprache über Social Media
- steigende Qualität von KI-Fälschungen
Für viele Verbraucher ist kaum noch erkennbar, ob ein Video echt oder manipuliert ist.
So können Sie sich schützen
Die Verbraucherzentrale rät zu erhöhter Vorsicht:
- keine Käufe über dubiose Werbeanzeigen
- skeptisch bei Promi-Empfehlungen im Internet
- Impressum und Anbieter prüfen
- keine sensiblen Daten auf unbekannten Seiten eingeben
Im Zweifel gilt: Lieber auf bekannte und geprüfte Quellen zurückgreifen.
Fazit: Neue Betrugsdimension durch KI
Die Kombination aus künstlicher Intelligenz, Fake-News-Seiten und Promi-Missbrauch markiert eine neue Stufe digitaler Täuschung. Was früher leicht als Betrug zu erkennen war, wirkt heute oft täuschend echt.
Für Verbraucher bedeutet das: Mehr Aufmerksamkeit denn je. Denn nicht alles, was überzeugend aussieht – ist auch vertrauenswürdig.