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Mehr Wachstum, mehr Aktienrisiko: Böhke & Compagnie Vermögensverwaltungsfonds 2025 aus Anlegersicht

geralt (CC0), Pixabay

Der Jahresbericht 2025 zeigt einen insgesamt soliden, aber nicht spektakulären Anlageerfolg. Die Anteilklasse R erzielte +4,11 %, die günstigere Anteilklasse I +4,64 %. Positiv ist, dass alle Anlageklassen zum Ergebnis beigetragen haben und das Fondsvermögen deutlich von 33,9 Mio. EUR auf 45,5 Mio. EUR gestiegen ist. Ein wesentlicher Teil dieses Wachstums stammt jedoch nicht nur aus Performance, sondern auch aus hohen Mittelzuflüssen von rund 10,0 Mio. EUR.

Auffällig ist die klare Erhöhung der Aktienquote von 56 % auf rund 66–67 %. Damit ist der Fonds deutlich offensiver positioniert als im Vorjahr. Die größten Aktienpositionen liegen bei NVIDIA, Microsoft, ASML, Alphabet, Siemens, Schneider Electric, Allianz und JPMorgan. Der Schwerpunkt auf Technologie- und Finanzwerten war 2025 vorteilhaft, erhöht aber zugleich die Abhängigkeit von diesen Sektoren und vom US-Aktienmarkt.

Die Anleihequote wurde von 40,6 % auf 28,0 % reduziert. Die durchschnittliche Bonität von A- spricht für eine weiterhin solide Stabilitätskomponente. Dennoch enthält das Rentenportfolio auch längere Laufzeiten, wodurch Zinsänderungsrisiken bestehen bleiben. Die Liquiditätsquote von 3,3 % ist moderat.

Positiv zu bewerten ist die breite Streuung über Aktien, Anleihen, Gold, Investmentfonds und Liquidität. Die Beimischung von Xetra-Gold mit rund 1,05 % verbessert die Diversifikation, ist aber noch klein. Die größten Einzelpositionen sind nicht übermäßig hoch gewichtet, was Klumpenrisiken begrenzt.

Kritisch aus Anlegersicht sind die Kosten: Die Gesamtkostenquote beträgt 1,47 % für Anteilklasse R und 0,97 % für Anteilklasse I. Gerade bei einer Jahresperformance von gut 4 % fällt dieser Kostenblock deutlich ins Gewicht. Die I-Klasse ist daher für berechtigte Anleger klar attraktiver, setzt aber eine Mindestanlage von 1 Mio. EUR voraus.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Wechsel der Kapitalverwaltungsgesellschaft: Zum 1. Januar 2026 wurde das Verwaltungs- und Verfügungsrecht von Universal-Investment auf ODDO BHF Asset Management GmbH übertragen. Für Anleger ist das kein unmittelbares Warnsignal, sollte aber beobachtet werden, insbesondere hinsichtlich Kontinuität im Management, Gebührenstruktur und Reporting.

Die Erträge wurden nicht ausgeschüttet, sondern im Fonds belassen beziehungsweise vorgetragen. Für Anleger mit Fokus auf laufende Ausschüttungen ist der Fonds daher weniger geeignet. Für langfristig orientierte Anleger kann die Wiederanlage dagegen sinnvoll sein.
Fazit: Der Fonds präsentierte sich 2025 wachstumsstark, gut diversifiziert und mit solider Wertentwicklung. Gleichzeitig ist das Risikoprofil durch die erhöhte Aktienquote offensiver geworden. Für langfristige Anleger mit moderater bis erhöhter Risikobereitschaft bleibt der Fonds interessant. Wer niedrige Kosten, hohe laufende Ausschüttungen oder ein defensives Profil sucht, sollte kritisch vergleichen.

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