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Aktiv gemanagter Total-Return-Fonds unter Druck: Hohe Kosten und schwache Jahresperformance trüben das Bild

geralt (CC0), Pixabay

1. Investmentansatz und Strategie

Der Fonds C-QUADRAT ARTS Total Return Flexible verfolgt einen benchmarkunabhängigen Total-Return-Ansatz mit dem Ziel, in allen Marktphasen positive Erträge zu erzielen. Grundlage ist ein trendfolgendes, technisches Handelssystem, das die Aktienquote flexibel steuert – von nahezu 0 % bis über 100 % inkl. Derivateeinsatz .

Aus Anlegersicht ist das grundsätzlich attraktiv, da:

Chancen in Aufwärtsphasen genutzt werden sollen
Verluste in Krisenphasen begrenzt werden sollen

Allerdings bedeutet dieser Ansatz auch:

starke Abhängigkeit vom Timing des Systems
hohe Umschlagshäufigkeit (→ Kosten, Handelsrisiken)
2. Portfolioentwicklung und Allokation

Im Jahr 2025 zeigte sich ein klares Muster:

Start: ca. 92 % Aktienquote
April (Marktunsicherheit): Reduktion auf ca. 40 %
Rest des Jahres: wieder Aufbau auf ~95 %

👉 Interpretation:

Das System reagierte aktiv auf Marktschwäche
Danach wurde stark auf steigende Märkte gesetzt

Zum Jahresende:

94,6 % in Investmentfonds (überwiegend Aktien)
nur ~5,5 % Liquidität

➡️ De facto handelt es sich damit zeitweise um einen nahezu voll investierten Aktienfonds, trotz „flexibler“ Strategie.

3. Performance und Ergebnisqualität

Die Ergebnisse sind aus Investorensicht kritisch zu bewerten:

Negative Jahresergebnisse in Kernklassen:
Anteilklasse A: -131.019 € Jahresergebnis
Anteilklasse T: -137.859 €
Institutionelle Klasse IH: -17,9 Mio. € (!)
Hauptursachen:
Veräußerungsverluste > Gewinne
operativer Ertrag ebenfalls negativ
Gewinne nur aus nicht realisierten Effekten

➡️ Bedeutet:
👉 Der Fonds hat aktiv Werte vernichtet, statt Mehrwert durch Management zu schaffen.

4. Kostenstruktur – klarer Nachteil

Die Kosten sind hoch:

Retail-Klassen: ~2,6 % TER p.a.
Selbst institutionelle Klassen: ~1,8–1,9 %

Zusätzlich:

hohes Transaktionsvolumen (~1,29 Mrd. €)
indirekte Handelskosten nicht vollständig sichtbar

👉 Kritischer Punkt:
Für einen Fonds mit negativer Performance sind diese Kosten nicht gerechtfertigt.

5. Risikoanalyse
Volatilität: ca. 9 % → moderat
Breite Diversifikation über Zielfonds

Aber:

Hohe Marktabhängigkeit durch Aktienlastigkeit
Systemrisiko (Trendfolgemodell kann Fehlsignale liefern)
Zusätzliche Risiken:
Währung
Liquidität (Zielfonds)
Zinsänderungen
geopolitische Unsicherheit

👉 Fazit Risiko:

nicht defensiv, trotz flexiblem Ansatz
eher ein dynamischer Aktienfonds mit Timing-Komponente
6. Kapitalflüsse – Anlegerverhalten
Netto-Mittelabflüsse in wichtigen Klassen
z. B. T-Klasse: -1,35 Mio. €

👉 Interpretation:

Anleger ziehen Kapital ab → Vertrauensverlust
7. Strukturveränderungen
Auflösung der PLN-Anteilklasse 2025

➡️ Hinweis auf:

strategische Anpassung
oder mangelnde Nachfrage
Gesamtfazit aus Anlegersicht

Der Fonds zeigt 2025 ein problematisches Gesamtbild:

🔴 Schwächen
Negative Performance trotz aktivem Management
Hohe Kostenbelastung
Keine klare Outperformance gegenüber einfachen Aktienstrategien
Teilweise massive Verluste (insbesondere institutionelle Klasse)
Kapitalabflüsse
🟢 Stärken
Flexibles, regelbasiertes Konzept
Breite Diversifikation
moderates Volatilitätsniveau
Bewertung

👉 Der Fonds liefert aktuell kein überzeugendes Chance-Risiko-Verhältnis.

Für Anleger bedeutet das:

Der Mehrwert des aktiven Managements ist nicht nachweisbar
Ein günstiger ETF auf den MSCI World könnte ähnliches Risiko bei besseren Kosten liefern
Klare Anleger-Einschätzung

👉 Eher kritisch / unterdurchschnittlich attraktiv

Der Fonds ist nur interessant für Anleger, die:

bewusst auf Trendfolge-Strategien setzen
und kurzfristige Schwächen tolerieren

Für klassische langfristige Anleger gilt jedoch:
👉 Kosten + schwache Performance = struktureller Nachteil

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